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Haselbach

25.09.2020

Als Haselbach und Tiefenried nur knapp der Katastrophe entgingen

Um die verunglückte und in tausend Trümmer zerfetzte Phantom bergen zu können, wurde damals ein riesiges Loch ausgebaggert. Die ausgelegte Folie verhinderte ein Nachrutschen der Erde.

Plus Vor 25 Jahren stürzte ein Jagdflugzeug der Bundeswehr im Unterallgäu ab. Während die beiden Piloten starben, hatten Haselbach und Tiefenried großes Glück.

Vor 25 Jahren hatten die Dörfer Haselbach und Tiefenried riesiges Glück: Zwischen beiden Ortschaften stürzte ein Phantom-Jagdflugzeug der Luftwaffe der Bundeswehr ab. Erst mehrere Tage später herrschte traurige Gewissheit, dass die beiden Piloten ums Leben gekommen waren. Unser Autor blickt auf das dramatische Geschehen von damals zurück.

Während eines Übungsfluges stürzte am 13. September 1995 gegen 10.25 Uhr eine Phantom des Jagdgeschwaders „Mölders“ aus Neuburg/Donau auf freiem Feld zwischen Haselbach und Tiefenried ab. Die Maschine war um 10 Uhr von Manching bei Ingolstadt gestartet, weil die Startbahn in Neuburg nicht benutzt werden konnte. Ein zweiter Kampfjet befand sich ebenfalls in der Luft. Da dieser allerdings in größerer Entfernung flog, bekam dessen Crew von dem tragische Geschehen nichts mit.

Der Jet bohrte sich bei dem Absturz rund 300 Meter westlich von Haselbach in die Erde

Es war ein herbstlicher Vormittag mit etwas Boden- und dichtem Hochnebel in etwa 300 Metern Höhe im Hasel- und Mindeltal, wo die beiden Maschinen übten. Augenzeugen, die auf einem Firmendach in der Nähe des Unglückortes mit Reparaturen beschäftigt waren, hörten ein Explosion, einen dumpfen Schlag und sahen dann einen Lichtblitz. Der Jet bohrte sich rund 300 Meter westlich von Haselbach fast senkrecht in den Boden, riss einen tiefen Krater in den Acker, der beinahe wieder zugeschüttet wurde.

Kurz nach dem Absturz war die Bundeswehr vor Ort, Hubschrauber kreisten und suchten nach den Piloten, die sich eventuell mit dem Schleudersitz gerettet haben könnten. Nach mehrtägigen Bergungsarbeiten, die bis in eine Tiefe von 16 Metern gingen, stand nach dem Fund von Kleidungsfetzen und einer Armbanduhr endgültig fest, dass Pilot Norbert Reichelt (31) und Waffensystem-Offizier Klaus Berkele (40) tot waren. Zum ersten Jahrestag des Absturzes hat der Krieger- und Soldatenverein Haselbach nahe der Unglücksstelle ein Kreuz mit Erinnerungstafel errichten und segnen lassen.

25 Jahre nach dem Unglück sind die Bürger von Haselbach und Tiefenried immer noch dankbar, dass das Dorf damals von einem furchtbaren Unglück verschont blieb. Deshalb fand jetzt ein feierlicher Gedenkgottesdienst in der Pfarrkirche St. Stephanus in Haselbach statt, um auch Gott dafür zu danken, dass die Dörfer damals knapp der Katastrophe entgangen sind.

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