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30.04.2019

Am Waaghaus lassen die Genossen nicht rütteln

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Michael Helfert

Die Türkheimer SPD nimmt die Kommunalpolitik ins Visier: Der Verkauf der Sozialwohnungen sei ein „schwerer Fehler“ gewesen. Sie kritisiert, dass es noch immer keine konkreten Pläne für sozialen Wohnungsbau gibt

Die Kommunalpolitik stand im Mittelpunkt der jüngsten öffentlichen Veranstaltung der Türkheimer SPD im Schlossgarten-Restaurant. Kreisrat Michael Helfert ging auf aktuelle Themen der Kreispolitik ein und erläuterte den aktuellen Planungsstand zum Flexibus-Knoten Türkheim.

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Demnach seien die Planungen ins Stocken geraten, weil der Landkreis Ostallgäu sich noch nicht zu einem Anschluss des Buchloer Bahnhofes geäußert hat. Der ÖPNV-Beirat Unterallgäu sehe den Anschluss an den Buchloer Bahnhof insbesondere für die Gemeinden Amberg und Wiedergeltingen als zwingend notwendig an.

Helfert unterstützt diese Forderung mit Nachdruck. „Wir wollen mit dem Flexibus den ÖPNV insgesamt stärken. Gerade für junge Leute und Senioren böte der Flexibus Mobilität.“

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Zudem habe die SPD-Fraktion im Kreistag einen Antrag zu verstärkten Bemühungen im kommunalen Wohnungsbau eingebracht (wir berichteten). „Auch im Unterallgäu sind zusätzliche Anstrengungen notwendig. Wir sind ein attraktiver Landkreis und wachsen weiter“, so Helfert. Die SPD wolle hier am Ball bleiben und das Thema mit Nachdruck weiter voranbringen.

Markträtin Agnes Sell ging im weiteren Verlauf des Abends auf Türkheimer Themen ein. Aufgrund des Wachstums des Wertachmarktes solle im künftigen Baugebiet West auf jeden Fall ein Platz für einen weiteren Kindergarten reserviert werden.

Zum Dauerbrenner Waaghaus hat Sell eine klare Meinung: „Das Waaghaus wird von manchen schlechtgeredet. Es basiert aber auf einem guten Konzept und wird ein soziales Zentrum, um das uns andere beneiden werden“, so die stellvertretende SPD-Ortsvorsitzende. Durch ein stattliches Zuschussprogramm von über 1,2 Millionen Euro sei die Finanzierung zu schultern. Die SPD, so Sell, freue sich, wenn der Bau „endlich losgeht“.

Hans Bleyer ergänzte, dass er es für einen schlechten Stil halte, wenn demokratische Entscheidungen immer wieder torpediert würden. Nach seiner Auffassung habe das Waaghausprojekt keinen Einfluss auf die bei Grabungen gefundene historische Feuerstelle an der Kirchenmauer.

Als schweren Fehler bezeichnete Sell den Verkauf der Sozialwohnungen der Gemeinde. Die SPD habe aus guten Gründen im Gemeinderat geschlossen dagegen gestimmt. In der Debatte wurde zugesagt, dass schnell neue kommunale Wohnungen gebaut würden. Man sei daher enttäuscht, dass es bis heute nicht einmal konkrete Planungen gebe. „Überall werden neue kommunale Wohnungen geplant und gebaut. Selbst der Freistaat Bayern hat eine neue Wohnungsgesellschaft gegründet. In Türkheim wurden die Zeichen der Zeit nicht erkannt und die Wohnungen verkauft, ohne Ersatz zu haben“, so Sell. Hier müsse nun schnellstmöglich gehandelt werden.

Markträtin Irmgard Schäffler ging auf einen Antrag der SPD-Marktratsfraktion ein, nach der das Thema Seniorenarbeit im Gemeinderat behandelt werden soll. Sie fordert eine Umfrage unter den Türkheimer Senioren, welche zusätzlichen Angebote gewünscht werden. Die Kommunen müssten sich den Herausforderungen des demografischen Wandels einer älter werdenden Bevölkerung stellen. „Im Wertachmarkt gibt es seit Jahren auf ehrenamtlicher Basis bereits gute Angebote für ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger“, lobte Schäffler.

Aber auch in Türkheim wachse die Zahl der auf Hilfe und Unterstützung angewiesenen älteren Menschen. Zusammen mit allen Akteuren der Seniorenarbeit sowie dem Koordinator des Seniorenkonzepts auf Landkreisebene, Hubert Plepla, sollte geprüft werden, wie die Lebensumstände der betagten Mitbürgerinnen und Mitbürger verbessert werden könnten, fordert Schäffler. (mz)

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