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Türkheim

28.01.2021

Auch im Lockdown wird es bei der Feuerwehr Türkheim nicht langweilig

Das jährliche Zeltlager in Bad Wörishofen als Highlight für die der Feuerwehrjugend fiel im vergangenen Sommer wegen Corona ins Wasser.

Plus Nicht weniger, sondern andere Einsätze beschäftigten die Retter in Türkheim seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Was Kommandant Schwelle dabei besonders wurmt.

Premiere bei der Feuerwehr Türkheim: Die Jahresdienstversammlung fand vor „vollen Rängen“ in der Turnhalle in der Mittelschule statt – natürlich hielten die „Fans“ den vorgeschriebenen Abstand und alle Hygieneschutzmaßnahmen ein.

Es hätte zwar gute Gründe gegeben, das Team um Kommandant Ulrich Schwelle für ihr gekonntes Zusammenspiel lautstark anzufeuern – doch das wäre wohl der Ernsthaftigkeit der jährlich stattfindenden Jahresdienstversammlung nicht gerecht geworden.

Lockdown und Homeoffice machen sich auch in den Einsätzen der Feuerwehr Türkheim bemerkbar

Die Akteure verzichteten daher auf sportliche Darbietungen und überzeugten lieber mit ihren Berichten und Grußworten.

Der Rück- und Ausblick des Kommandanten wurde zu einer besonderen Herausforderung.

Ulrich Schwelle

Das erste Mal nach 25 Jahren fand wieder eine Dienstversammlung ohne die sonst übliche Generalversammlung des Feuerwehrvereins statt, sagte Kommandant Ulrich Schwelle mit Blick auf die Corona-Krise. Und die Pandemie hat spürbare Auswirkungen auch auf den Dienst der Freiwilligen Feuerwehr Türkheim: „Bei den Einsatzzahlen ist der Lockdown und das Homeoffice auch deutlich zu spüren“, so Schwelle. So mussten die Retter im vergangenen Jahr nicht zu Einsätzen wie Sicherheitswachen und Straßensperren ausrücken.

Langweilig wurde es den Türkheimer Rettern aber keineswegs: 79 Einsätze listete Schwelle im Berichtsjahr 2020 auf, zwar glücklicherweise weniger Brände als im Jahr zuvor, dafür waren mehr Einsätze im Bereich Technische Hilfeleistung und ABC-Einsätze abzuarbeiten.

Der Übungsplan, Anfang des Jahres mühevoll zusammengestellt und ausgearbeitet, wurde zur Makulatur, da er situationsbedingt nicht wie geplant umsetzbar war. Auf den Ernstfall sind die Türkheimer Retter aber trotzdem bestens vorbereitet: Statt der ursprünglich vorgesehenen 40 Übungen fanden trotz Lockdown gleich 58 Übungen statt.

Die Aktiven der Feuerwehr Türkheim tragen auch schwierige Entscheidungen mit

Dabei wurden kleinere Gruppen und der gesamte Fuhrpark mit eingebunden. „Diese Übungsstrategie verlangte den Gruppenführern einiges ab“, betonte Kommandant Schwelle mit Blick auf Gemeinschaftsübungen mit anderen Wehren und auf die Kurse auf Landkreisebene und in den Feuerwehrschulen, die üblicherweise zu einem hohen Ausbildungsniveau beitragen, im vergangenen Jahr aber alle abgesagt werden mussten. Und dies führte zu einem weniger erfreulichen Novum in der Türkheimer Feuerwehr-Historie: „Im Sommer hat keine Gruppe ein Leistungsabzeichen abgelegt, das habe ich in meinem Werdegang bei der Feuerwehr Türkheim noch nie erlebt“, so Schwelle.

Der Kommandant der Türkheimer Feuerwehr bedankte sich bei allen Aktiven, die auch schwierige Entscheidungen in der Pandemie akzeptiert und so die Einsatzbereitschaft der Wehr gesichert hatten.

Die Jugendfeuerwehr konnte laut Schwelle im vergangenen Übungsjahr auch auf ungewöhnliche Abläufe zurückblicken. Die verbleibenden acht Übungen wurden mit großem Engagement vorbereitet und die jungen Feuerwehrleute nahmen mit großem Interesse teil – auch hier natürlich mit dem gebotenen Abstand. Ein Highlight für den Feuerwehr-Nachwuchs sei die Übung mit den Lüftern gewesen, bei der auch der Großraumlüfter aus Wiedergeltingen eingesetzt werden konnte. Bedauerlicherweise musste dagegen der gewohnte Höhepunkt des Jahres, das gemeinsame Zeltlager, coronabedingt ausfallen. Umso mehr freuen sich die zwei Mädchen und fünf Buben der Gruppe mit Jugendwart Michael Weiss und seinen Stellvertretern Claudia Baur und Martin Haug auf das Zeltlager im kommenden Sommer.

Bürgermeister Christian Kähler bedankte sich im Namen der Marktgemeinde bei allen Aktiven für die geleistete Arbeit. Kähler ist zuversichtlich, „dass sich die Situation wieder entspannt“. Ganz sicher ist er jedoch, dass die Einsatzbereitschaft der Türkhheimer Feuerwehr erhalten bleibt.

Abschied von zwei "Urgesteinen" der Feuerwehr Türkheim

Bei der routinemäßigen Wahl gab es dann auch keine Überraschungen: Kommandant Ulrich Schwelle und sein Stellvertreter Florian Götzfried wurden mit großer Mehrheit in ihren Ämtern bestätigt und für weitere sechs Jahre gewählt. Bei den abschließenden Ehrungen wurden Roland Mayr, Nils Eusterbrock und Martin Haug für zehn Jahre aktiven Dienst geehrt. Thomas Späth, Christian Weidinger und auch Feuerwehrchef Ulrich Schwelle wurden für 25 Jahre aktiven Dienst mit der Urkunde des Innenministeriums ausgezeichnet.

Schweren Herzens musste Schwelle zwei „Urgesteine“ der Türkheimer Feuerwehr verabschieden: Max Zech und Anton Senner scheiden altersbedingt aus dem aktiven Dienst aus – ein Verlust für die Wehr. Max Zech war als zweiter Kommandant jahrelang in der Verantwortung und genauso wie Anton Senner bei jeder Übung mit Eifer und Neugier dabei, lobte Kommandant Uli Schwelle. Eine „standesgemäße“ Verabschiedung soll nach Corona stattfinden.

Lesen Sie dazu auch: Feuerwehr: „Kapitän“ Rindle übergibt das Kommando

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