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Türkheim

14.10.2020

Auch in Irsingen herrscht ein Mangel an Bauplätzen

Das geplante neue Wohnbaugebiet „westlich der Stockheimer Straße“ in Irsingen soll auf den zwei grünen Wiesen links im Bild entstehen.

Plus Der Gemeinderat Türkheim will im Ortsteil Irsingen dem wachsenden Bedarf Rechnung tragen. Wie lange es dauern wird, bis hier wirklich gebaut werden kann.

Die Warteliste ist lang und die Gemeinde Türkheim schafft es kaum, die Nachfrage nach Baugrundstücken zu befriedigen. Daher hat die Gemeinde im Februar Vergaberichtlinien mit einem Punktesystem beschlossen, um Bauplätze nach sozialen Kriterien zu vergeben. Das Punktesystem soll dafür sorgen, dass die Vergabe der Grundstücke transparent und gerecht erfolgt und es soll jungen Familien aus Türkheim, aber auch „Zugezogenen“ die Chance ermöglichen, ihr Traumhäuschen in der boomenden Wertachtalgemeinde zu bauen.

Mehr als 150 Häuslebauer stehen auf der Warteliste In Türkheim. Tendenz steigend

Mehr als 150 Bewerber haben sich bis zum Ende der Bewerbungsfrist am 15. April bei der Gemeinde Türkheim gemeldet. Gleich im Anschluss seien dann die Bewerbungen ausgewertet und die Interessenten über diese vorläufige Auswertung informiert worden, wie ihre Chancen stehen: Sie haben gute/geringe/keine Chancen auf einen Bauplatz“ erfuhren die Bauwilligen dann. „Leider können wir aber bei Weitem nicht alle Bewerber bedienen, wir haben demnächst insgesamt in Türkheim und Irsingen zusammen rund 50 Bauplätze im Angebot“, bedauert Hiemer.

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Nach dem neuen Baugebiet „Südlich der Ramminger Straße“ wurde jetzt das neue Wohnbaugebiet „Westlich der Stockheimer Straße“ am südlichen Ortsrand von Irsingen vorgestellt. Auf zwei derzeit noch teilweise landwirtschaftlich genutzten Grundstücken sollen gut zwei Dutzend Einfamilien- und Doppelhäuser entstehen. Knapp die Hälfte der Bauplätze werden von der Gemeinde verkauft, die Vergabe ist schon weit fortgeschritten. Die übrigen Flächen vermarkten die Grundstückseigentümer.

Zunächst muss der Bebauungsplan ausgearbeitet, ausgelegt und mehrfach dem Gemeinderat vorgelegt und Änderungen, Ergänzungen und Wünsche beschlossen werden.

Nachdem für das Jahr 2021 die Erschließung der neuen Baugebiete „Nördlich Laternenweg“ und „Südlich der Ramminger Straße“ in Türkheim vorgesehen sind, wird der Startschuss für die Erschließung des Irsinger Baugebietes erst im Jahr 2022 erfolgen können, so die Verwaltung auf Nachfrage.

Ein Grünstreifen soll den Ortsrand von Irsingen erkennbar machen

Das geplante Baugebiet grenzt im Süden und im Westen an den Außenbereich an. Baugebiete, welche an den Außenbereich angrenzen, müssen zwingend eine fünf Meter breite sogenannte Ortsrandeingrünung im Randbereich zwischen Außenbereich und Bauplatz ausweisen.

Der schmale Fahrweg rechts bildet die südliche Begrenzung des geplanten Wohnbaugebietes „westlich der Stockheimer Straße“ in Irsingen.

Im Entwurf des Bebauungsplanes ist vorgesehen, dass die Ortsrandeingrünung auf der privaten Baugrundstücksfläche erfolgen soll. Dies hat zur Folge, dass die privaten Bauherren für eine dauerhafte Ortsrandeingrünung verantwortlich sind und auch für die entstehenden Kosten der Ortsrandeingrünung aufkommen müssen. Das hatte durchaus zu kritischen Stimmen im Gemeinderat geführt, weil dadurch die Grundstücksflächen erheblich verkleinert werden. Die „Ortsrandeingrünung“ sei aber notwendig, so die Verwaltung, da für die geplanten Bauvorhaben und die sich ergebende Bodenversiegelung keine Ausgleichsflächen vorgesehen seien.

Kämmerer Claus-Dieter Hiemer sagte zu, dass sich dies auch beim Verkaufspreis entsprechend niederschlagen werde, schließlich könnte dieser Grünstreifen ja nicht zum selben Preis verkauft werden wie der restliche Bauplatz.

Nach der Planung sollen in vier Reihen 20 Einfamilienhäuser und acht Doppelhaushälften Platz finden. Die Grundstücke werden eine Fläche von rund 600 bis maximal 800 Quadratmetern haben. Mit einer Straße in U-Form, mit den Ausgängen zur Stockheimer Straße, soll der nötige Zugang geschaffen werden.

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Die vorgestellte Planung sorgte bei den Markträten für einige Diskussionen über Details. Es ging um Dachformen, Garagenpositionen (Walter Fritsch von der SPD und Josef Vogel von den Freien Wählern) und die unterschiedliche Größenaufteilung der Grundstücke (Peter Ostler, Wählervereinigung).

Bürgermeister Christian Kähler sieht die geplante Grundstücksverteilung positiv. Es habe sich bewährt, eine solche Aufteilung festzulegen. Marktbaumeister Christian Schinnagel kritisierte, dass es keine Anbindung zum Ortskern von Irsingen gäbe, dass Fuß- und Fahrradwege nicht vorgesehen seien. Auch ein Anschluss zur gegenüber liegenden Irsinger Siedlung sei nicht erkennbar. Insgesamt sei da wohl noch einiges an planerischer Arbeit zu leisten, meinte Schinnagel.

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