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Musik

10.12.2017

Auf den Spuren Django Reinhards

Mit nur 17 Jahren studiert Elias Prinz aus Kirchstetten schon Musik. Mit seinem Swingtett hat er schon zahlreiche Auftritte hinter sich. Das nächste Konzert gibt er am 16. Dezember in Mindelheim.
Bild: Frieß

Elias Prinz ist erst 17, doch schon ein richtig ausgebildeter Profimusiker.

Die Musik war schon immer ein wichtiger Bestandteil im Leben der Familie Prinz. Mama Hermine singt seit vielen Jahren im Chor und Papa Jonas spielt Gitarre. Doch dass Sohn Elias mit 17 die Ausbildung zum Musiker an der Berufsfachschule für Rock, Pop und Jazz in München fertig absolviert hat und mittlerweile mit dem Elias Prinz-Swingtett schon recht erfolgreich ist, das kommt auch für die beiden recht überraschend.

„Ich habe mit fünf Jahren angefangen Gitarre zu spielen“, erzählt Elias. Dabei habe sein Lehrer Stephan Pregler ihn sehr motiviert. Der habe ihm die Stücke, die er spielen wollte, immer so vereinfacht, dass sie für ihn auch als Anfänger gut zu spielen waren.

Auch an seine erste Begegnung mit dem sogenannten Gypsy Jazz erinnert er sich noch gut. „Ich war mit meiner Oma bei einem Konzert von Diknu Schneeberger in der Dampfsäg. Doch erst als ich die CD vor fünf Jahren wieder gefunden habe, hab ich gewusst: das ist meine Musikrichtung. Das will ich auch spielen.“

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Geprägt hat diesen Stil der Franzose Django Reinhardt. Diese Mischung aus amerikanischem Jazz, der französischen Musik und den traditionellen Melodien der Sinti gilt als der Vorläufer des europäischen Jazz. Und Diknu Schneeberger, ein junger Nachwuchsstar aus Wien, hat diese Musikrichtung genauso ins Herz geschlossen wie Elias und seine Eltern, die diese Richtung als „ihre“ Musik empfinden. Deshalb ist beim Elias Prinz-Swingtett oftmals die ganze Familie auf der Bühne. Elias an der Gitarre, sein Vater als Rhythmusgitarrist, die Mutter als Sängerin. Und Chris Hertel macht die Band am Bass komplett.

Dass er die Neue Jazzschool gemeistert hat, freut den 17-Jährigen sehr. Schon die Aufnahmeprüfung war hart, nur 18 der über 50 Bewerber wurden angenommen. Dabei lernte er in München nicht nur an seiner Gitarre, Klavier üben und Stücke arrangieren war ebenso Teil des Lehrplans.

Vor den Prüfungen im Juli hatte er das Gefühl, sein Leben bestehe nur noch aus Musik, gibt Elias Prinz zu. „Das war schon sehr stressig“. Deshalb geht er es jetzt ein wenig ruhiger an. Trotzdem spielt er täglich über mehrere Stunden auf seiner Gitarre. „Ich mache ein Musikjahr“, nennt es Elias. Und meint damit, dass er sich ohne Druck und Stress auf seine anderen Projekte konzentrieren kann. Über die Schule und andere Musiker aus dem Freundeskreis, haben sich weitere Bandprojekte ergeben. Der „Hot Club de M-Belleville“ zum Beispiel, mit dem er schon öfter in München aufgetreten ist. Oder gemeinsam mit dem jungen Augsburger Geiger Nico Franz, mit dem er bereits bei mehreren Gelegenheiten in dessen Heimatstadt gemeinsam musiziert hat.

Vor allem der Kontakt zu anderen Musikern ist es, der Elias antreibt immer neue Stücke zu erarbeiten und sein Repertoire beständig zu erweitern. Sein ehemaliger Gitarrenlehrer Stephan Pregler war übrigens auch die treibende Kraft hinter den ersten Konzerten mit dem Swingtett, das sich rund um Mindelheim schon einen guten Namen erarbeitet hat. Nachdem das letzte Konzert im Silvestersaal mit „Djangos Perlen“ ein absoluter Erfolg war, werden auch beim nächsten Konzert dort wieder Lieder von Elias’ großem Vorbild mit auf dem Programm stehen. Doch obwohl das Konzert in den Advent fällt, wird es nicht nur besinnlich mit ein paar Balladen und langsamen Stücken, verspricht der junge Hauptakteur. Denn schließlich ist der Gypsy-Jazz zu einem großen Teil auch Swing.

Konzert: Das Elias Prinz-Swingtett spielt am Samstag, 16. Dezember, um 20 Uhr im Silvestersaal in Mindelheim. Der Eintritt ist frei. Es werden Spenden für die Mindelheimer Tafel erbeten.

Eine weitere Gelegenheit, Elias Prinz zu hören, ist zusammen mit Nico Franz am Samstag, 13. Januar, um 19.30 Uhr im Augustana Saal im Annahof in Augsburg.

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