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Unterallgäu

06.01.2019

Aug in Aug mit den drei Königen

Schwester Martina Waltenberger, die aus Rammingen stammt, ist Benediktinerin und wirkt schon seit Jahren als Missionarin in Südafrika. Sie hat dieses bunte Bild der „Heiligen Drei Könige“ mit dem Stern liebevoll gestickt und als besonderen Gruß aus weiter Ferne in ihre Heimat geschickt.
Bild: Josef Hölzle

Die Sternsinger und viele alte Bräuche prägen auch im  Unterallgäu den Feiertag am 6. Januar

Sie zählen wohl zu den bekanntesten Königen der ganzen Welt, obwohl sie seit über 2000 Jahren nie ein Mensch gesehen hat: die Heiligen Drei Könige aus dem Morgenland. Trotzdem haben viele Maler und Künstler die drei geheimnisvollen königlichen Gestalten abgebildet. Selbst Generationen von Kindern hatten schon Bildnisse der hohen Herren in ihren Händen.

Wer nämlich je eine Krippe aufbauen durfte, kennt die Könige sogar quasi persönlich und ganz wie sie einst in der Schrift beschrieben worden waren. Demnach hatte nämlich das Christkindle im Stall von Bethlehem neben Ochs und Esel kaum das Licht der Welt erblickt, sahen laut Evangelium die drei Könige als Magier aus weiter Ferne schon einen hellen Stern über dem Stall von Bethlehem leuchten. Weil dieses Geschehen traditionell in den Weihnachtskrippen nachgestellt wird, haben auch die drei Könige längst ihren festen Platz im „Krippele“ erobert.

In vielen Häusern im Unterallgäu starten Karawanen aus dem Morgenland 

Folglich starten in unzähligen Haus- und Kirchenkrippen ganz hinten aus Richtung Morgenland königliche Karawanen mit Kamelen, Pferden und Elefanten nach Bethlehem. Schafherden, Hirten auf den Feldern, weidende Kühe und manch verdutzte Tiere säumen im Krippele den Weg.

Vom Heiligen Abend an haben sie genau zwölf Tage Zeit für ihre lange Reise. Täglich wird der Tross samt Pferden und Kamelen von vielen Krippele-Bauern ein Stückchen nach vorne bewegt, um pünktlich am 6. Januar am Stall zu Bethlehem einzutreffen.

Dort müssen dann die betenden Hirten buchstäblich zurücktreten. Sie machen bescheiden Platz für die drei Könige mit ihren kostbaren Geschenken. Einer der geschnitzten Könige kniet sich meist nieder, die anderen zwei Herren mit wertvollen Gefäßen in den Händen bleiben ehrfürchtig stehen. Nur wenige Tage verweilen sie am Stall. Dann werden sie von den geschichtsbewussten Krippenbauern wieder auf den Rückweg ins ferne Morgenland geschickt oder ganz aus der Krippe genommen, damit sie dem bösen König Herodes nicht in die Hände laufen. So wachsen viele Kinder durch den Krippenbau anschaulich mit dem Weihnachtsgeschehen auf. Sie erfahren dabei auch von den Geheimnissen rund um die „Weisen aus dem Morgenland“, die für einige Tage buchstäblich in den Händen der Kinder sind.

Die Gebeine der Könige liegen in Köln

Die „echten“ Heiligen Drei Könige, deren Gebeine seit dem 12. Jahrhundert im Kölner Dom ruhen, werden in Deutschland hoch verehrt. In einigen Bundesländern, so auch in Bayern, ist ihr Festtag am 6.Januar sogar ein offizieller Feiertag. Der Tag heißt im kirchlichen Sinne „Epiphanie“, was „Erscheinung des Herrn“ bedeutet. Gefeiert wird auch, „dass sich Christus den Heiden als König offenbart durch die wunderbare Berufung der drei Weisen“. Deshalb wird „Epiphanie“ auch Dreikönigsfest genannt.

Heute glaubt man zu wissen, dass es sich damals nicht um Könige, sondern um hochgelehrte Magier gehandelt habe, die einem seltenen Stern folgten und letztlich in Bethlehem landeten. Weil sie „königliche Geschenke“, nämlich Gold, Weihrauch und Myrrhe, mit sich geführt hatten, hat man in ihnen auch bedeutende Könige gesehen, die dem Kinde huldigten.

Am Festtag der Heiligen Drei Könige mit ihren Namen Caspar, Melchior und Balthasar , werden in den katholischen Kirchen nach altem Brauch Wasser, Salz, Weihrauch und Kreide geweiht. Mit dem geweihten Wasser besprengen auch heute noch viele Familien ihre Räume. Haus und Stall werden oder wurden mit dem Weihrauch ausgeräuchert. Mit der geweihten Kreide werden an die Türen und Tore die drei Buchstaben C+M+B mit der Jahreszahl geschrieben. Sie beziehen sich jedoch nicht auf die Anfangsbuchstaben der Könige, sondern drücken abgekürzt den Segensspruch „Christus Mansionem Benedicat“ = „Christus segne dieses Haus“ aus.

Die Sternsinger sammeln auch im Unterallgäu für den guten Zweck

Um den Dreikönigstag herum machen unzählige Kinder und Jugendliche jährlich eine besondere Bekanntschaft mit den Weisen aus dem Morgenland. Als „Sternsinger“ schlüpfen sie selbst in orientalische Gewänder und ziehen als „Heilige Drei Könige“, darunter ist immer ein Mohrenkönig, von Haus zu Haus. Der alte Brauch des Sternsingens hat in den letzten Jahren einen großen Aufschwung genommen. In Begleitung eines Sternträgers schreiben die Sternsinger die drei Buchstaben plus Jahreszahl mit Kreide an die Haustüren. Singend und betend erbitten sie den Segen für das Haus und dessen Bewohner. Dabei sammeln sie in einer landesweiten Aktion der katholischen Diözesen für karitative Zwecke in armen Ländern. Heuer kommt der Erlös der Aktion behinderten Kindern in Peru zugute.

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