Newsticker
Gesamtzahl der gemeldeten Corona-Toten in Deutschland liegt nun über 50.000
  1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Babenhauser Familie rettet Stockenten vom Schulhausdach

Babenhausen

15.05.2020

Babenhauser Familie rettet Stockenten vom Schulhausdach

Im Wasserbecken fühlen sich die kleinen Stockentlein am wohlsten.

Plus Elf kleine Stockentenküken tummeln sich im Garten der Familie Nadler in Babenhausen. Ihr großer Bruder Tweety lebt bereits wieder in freier Natur. Wie es dazu gekommen ist.

Putzmunter tummeln sich elf schwarz-gelbe Küken im flachen Wasserbecken. Sobald man sich ihnen nähert, hüpfen sie blitzschnell heraus, schütteln sich kurz die Nässe vom Flaum und flitzen quer über das Gehege zu ihrem Versteck unter der Wärmeplatte. Dort schmiegen sie sich eng aneinander und warten, bis sich der „Störenfried“ entfernt hat. Und schon rennen die Küken zurück zum Wasser und planschen munter herum. Jasmin Nadler und ihre Eltern Carolin und Max schauen zufrieden zu und freuen sich, dass sich ihre Zöglinge so wohl fühlen.

Die Stockentenküken vom Schulhausdach gerettet

Knapp drei Wochen zuvor hatte Familie Nadler den Stockenten-Nachwuchs aus einer bedrohlichen Situation gerettet: Die Küken sind aus Eiern geschlüpft, die ihre Mutter auf das mit Gras und Gestrüpp bewachsene Flachdach des Grundschulgebäudes gelegt hat. Dort sind die Entlein sowohl der Witterung als auch Greifvögeln und Mardern schutzlos ausgeliefert. Außerdem haben sie weder Nahrung noch Wasser, hat Familie Nadler festgestellt.

Bereits im Vorjahr hatte dieselbe Stockente auf dem Flachdach gebrütet. „Auf einmal war sie nicht mehr da und die Küken sind nacheinander verendet“, berichtet Jasmin.

Ein Entlein aus dem Vorjahr ist längst flügge geworden

Ein einziges Entlein konnte die 13-Jährige damals gerade noch retten. Ihre Eltern haben es zu einem Bekannten gebracht, der den kleinen „Tweety“ gemeinsam mit seinen Hühnerküken aufgezogen hat. Bis heute erinnern sich die Nadlers an die enge Freundschaft, die sich zwischen der kleinen Stockente und einem Huhn entwickelt hat. Die Trennung der beiden sei dann richtig schwer gefallen. Jetzt lebt „Tweety“ wie ihre Artgenossen wieder in freier Natur.

Damit keine weiteren Entenküken auf dem gegenüber ihrer Wohnung liegenden Flachdach verenden müssen, war Familie Nadler wachsam. Als sievor einiger Zeit dann vom Badezimmer aus ein aufgeregtes Piepsen hörte, ahnte Jasmin gleich, woher es kam. Ein Blick aus dem geöffneten Fenster bestätigte die Vermutung der Schülerin: Auf dem Dach rannte eine Schar schwarz-gelber Küken aufgeregt hin und her. Eines lag bereits tot im Gras.

Küken fühlen sich bei Familie Nadler wohl

Jasmin und ihre Eltern befreiten die Entlein aus dieser bedrohlichen Situation und brachten sie in einer großen Kiste im Garten sicher unter. Leider habe sich die Entenmama nicht einfangen lassen und sei kurz darauf verschwunden gewesen, bedauert Jasmin Nadler: „Aber ihr Nachwuchs hat sich bei uns von Anfang an wohl gefühlt und sich das Kükenfutter schmecken lassen. Zwischendurch haben sich die Entlein unter der speziellen Wärmeplatte aneinander gekuschelt und ausgeruht.“

Von Tag zu Tag wurden die Stockenten-Küken größer und lebhafter. Deshalb hat Max Nadler in seinem Garten ein kleines Gehege gebaut. Einen alten Sandkasten hat er kurzerhand zum Planschbecken umfunktioniert. Darin können die heranwachsenden Enten schon für ihr künftiges Leben in freier Natur üben. „Bereits jetzt suchen sie im Gras nach Insekten und kleinen Pflanzen“, hat Jasmin festgestellt.

Wenn sie in einigen Wochen fliegen können, wird die Familie die jungen Stockenten in die freie Natur entlassen. „Vielleicht fliegt eine irgendwann wieder über unser Dach“, hofft die Schülerin.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren