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Bad Wörishofen

13.06.2019

Baumfällaktion am Eichwald verwundert Anlieger

Stadtgärtnermeister Andreas Honner zeigt 2. Bürgermeister Stefan Welzel und Hauptamtsleiter Martin Aicher die zur Fällung freigegebenen Bäume.
Bild: Alf Geiger

Plus Ein Nachbar schaltet sogar die Staatsanwaltschaft ein. Schon mehrfach hatte die Stadtverwaltung darauf hingewiesen, dass einige Bäume ein Risiko darstellen.

Als an der Eichwaldstraße/Adolf-Scholz-Allee – direkt gegenüber dem Nobelhotel „Fontenay“ – hohe Bäume fielen, ging die Angelegenheit gestern bis zur Staatsanwaltschaft. Ein Nachbar hatte die Behörde eingeschaltet. In der Nachbarschaft gibt es Unverständnis für diese Fällaktion. Lothar Burghardt befürchtet unter anderem einen Verstoß gegen Naturschutzbestimmungen.

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Eigentlich sollten alle 20 Bäume auf dem Grundstück umgesägt werden. Doch da hatte die Stadt Bad Wörishofen etwas dagegen: Stadtgärtnermeister Andreas Honner kam schon im April zu der Erkenntnis, dass sieben Bäume erhalten werden müssen. Bei den anderen Bäumen, einige davon bis zu 22 Meter hoch, war es aus Sicherheitsgründen dagegen durchaus im Sinne der Stadtverwaltung, dass sie umgesägt werden. Nachdem dann sogar ein Baumstamm von einem Sturm erfasst und abgeknickt auf der Eichwaldstraße gelandet war, musste gehandelt werden. Einige der Bäume weisen selbst für Laien erkennbare Schädigungen auf. Und nachdem eine große Pappel jetzt fehlt, die bisher einen gewissen Windschutz bot, könnte ein Sturm den kranken Bäumen und damit auch den umliegenden Bäumen gefährlich werden. Die Baumreihe außerhalb des Grundstücks bleibt erhalten, die Bäume stehen auf städtischem Grund und sind kerngesund.

Geprüft wird, ob Tiere durch die Aktion gefährdet sind

Einige Anlieger wunderten sich jetzt, dass die großen Bäume der Kettensäge zum Opfer fallen mussten – ausgerechnet jetzt im Juni, wo solche Baumfällarbeiten doch üblicherweise nur zwischen Ende Oktober und Ende Februar ausgeführt werden sollten. Wenn jedoch „Gefahr im Verzug“ sei, dann sei auch eine Fällung außerhalb dieser Phase durchaus möglich und rechtlich zulässig, betonte Honner bei einem Ortstermin, den Zweiter Bürgermeister Stefan Welzel (CSU) aufgrund der Klagen einiger Anlieger gestern kurzfristig anberaumt hatte. Honner betonte, dass eine „Lebensraumprüfung“ im April ergeben habe, dass etwa brütende Vögel, Nagetiere oder Fledermäuse durch die Abholzung nicht geschädigt würden.

Ob die vom Eigentümer nun beauftragte Fachfirma sich ihrerseits an die gesetzlichen Vorschriften gehalten und ebenfalls eine Lebensraumprüfung durchgeführt hat, will sich die Stadtverwaltung jetzt nachweisen lassen. An der Stelle soll ein Garten entstehen, hieß es.

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