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Feuer

06.11.2017

Brand im Asylbewerberheim in Siebnach

In der Asylbewerberunterkunft in Siebnach hat zwar nur ein Zimmer gebrannt, wegen Rauch, Ruß und dem Löschwasser ist vorerst aber das ganze Gebäude nicht bewohnbar.
Bild: Reinhard Stegen

Ein Bewohner wird leicht verletzt. Die Unterkunft ist in nächster Zeit nicht bewohnbar

Als in der Asylbewerberunterkunft in Siebnach am Freitagabend gegen 20.50 Uhr der Brandmelder Alarm auslöst, sitzt Bürgermeister Robert Sturm gerade im Kino – allerdings nicht mehr lange. Als sein Handy gar nicht mehr aufhören will, zu klingeln und er schließlich abnimmt, erfährt er, dass in einem Zimmer im Erdgeschoss der Unterkunft ein Feuer ausgebrochen ist. Die Freiwilligen Feuerwehren aus Siebnach, Ettringen und Traunried sind da bereits vor Ort. Es gelingt ihnen, die 18 zu diesem Zeitpunkt anwesenden Bewohner in Sicherheit und das Feuer unter Kontrolle zu bringen. „Das war eine reife Leistung“, lobt Sturm, der sich sofort auf den Weg machte. Nur einer der Bewohner erleidet eine leichte Rauchgasvergiftung, alle anderen kommen mit dem Schrecken davon.

In das Heim zurückkehren können sie in dieser Nacht allerdings nicht mehr. Wie die Polizei mitteilt, ist das Haus an sich zwar unbeschädigt, doch Rauch, Ruß und Löschwasser haben es für die nächste Zeit unbewohnbar gemacht. Deshalb kommen noch in der Nacht Mitarbeiter des Landratsamtes zum Unglücksort und entscheiden: Die insgesamt 35 Personen, die laut Polizei in dem Heim gemeldet sind, sollen erst einmal so lange in der Unterkunft in Tussenhausen unterkommen, bis die Regierung von Schwaben ein neues Quartier für sie gefunden hat. Sturm und einige Feuerwehrleute übernehmen den Fahrdienst und bringen die Asylbewerber mit ihren Autos dorthin. „Da haben einfach alle zusammengeholfen“, sagt Sturm, der vom Einsatz der Feuerwehrleute und der Mitarbeiter des Landratsamtes schwer beeindruckt ist.

Mitnehmen können die Flüchtlinge nur das, was sie am Leibe tragen. „Aber die müssen froh sein, dass sie mit dem Leben davongekommen sind“, sagt der Bürgermeister. Der Rettungsdienst überlässt ihnen Decken, die Mitarbeiter des Landratsamtes kümmern sich darum, dass sie am nächsten Morgen mit Nahrung und dem Nötigsten versorgt werden.

Die Kriminalpolizei hat unterdessen die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Gestern gab es noch keine Informationen dazu, wie es zu dem Brand gekommen ist. Auch wie hoch die Schäden an den Wänden und der Einrichtung des Zimmers sind, in dem das Feuer ausbrach, ist derzeit noch unklar.

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