Newsticker

Biontech und Pfizer beantragen EU-Zulassung für Corona-Impfstoff
  1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Burg Mattsies: Ein Schloss im Wartestand

Mattsies

20.10.2020

Burg Mattsies: Ein Schloss im Wartestand

Das historisch bedeutende Schloss Mattsies, das im ausgehenden Mittelalter gebaut wurde, ist in einem schlechten Zustand. Potenzielle Investoren haben das Projekt zuletzt nicht weiterverfolgt und auch ein Käufer fand sich nicht.
Bild: Johann Stoll

Plus Die Behörden können für die mittelalterliche Burg in Mattsies nur den weiteren Verfall verhindern. Eine zukunftsfähige Lösung steht nach wie vor aus.

Schloss Mattsies ist ein Baudenkmal von herausragendem Rang, und doch fristet die Anlage seit Jahrzehnten ein Schattendasein. Die große Bedeutung der mittelalterlichen Anlage beruht nach Einschätzung des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege sowohl auf seiner baulichen Qualität als auch auf der Tatsache, dass sich hier die gesamte Entwicklungsfolge vom mittelalterlichen Wehrturm bis zur Burgvilla des Späthistorismus anschaulich ablesen lässt. Der fortschreitende Verfall der Schlossanlage seit Jahrzehnten bereitet dem Landesamt ebenso große Sorge wie vielen heimatliebenden Unterallgäuern.

Schloss Mattsies reicht im Kern bis in das Hochmittelalter zurück. Prägend für das heutige Erscheinungsbild sind der wehrturmartige Satteldachbau des 16. Jahrhunderts, die barocken Erweiterungsbauten sowie die letzte Überformung der Gesamtanlage durch den Münchner Architekten Hans Schurr 1905.

Das sagt der Unterallgäuer Kreisbaumeister über das Schloss in Mattsies

Kreisbaumeister Claus Irsigler von der Unteren Denkmalschutzbehörde am Landratsamt Unterallgäu sagt, der Erhalt des Schlosses sei Dauerthema. Vor 15 Jahren hat das Landratsamt zusammen mit dem Landesamt für Denkmalpflege punktuelle Notsicherungsmaßnahmen verfügt. Damit sollte zumindest das Hauptgebäude vor eindringendem Schnee und Regen geschützt werden, um so einem weiteren Verfall Einhalt zu gebieten.

Zu den privaten Eigentümern von Schloss Mattsies hat das Landratsamt in den vergangenen Jahren einen guten Kontakt aufgebaut, sagte Irsigler. Unter Landrat Hans-Joachim Weirather sei eine Lösung bereits in greifbarer Nähe gewesen. In dem Schloss sollte eine Wohngruppe für ältere Menschen untergebracht werden. Das scheiterte letztlich an einem Zuschuss des Freistaates.

Tussenhausens Bürgermeister Johannes Ruf sagt, ein Konzept für das Schloss müsse stimmig sein und auch die Interessen der benachbarten Landwirtschaft berücksichtigen. Die Marktgemeinde habe selbstverständlich großes Interesse an einem Erhalt des Schlosses. Die privaten Eigentümer des Schlosses wollen sich grundsätzlich nicht mehr öffentlich äußern.

Ein nachhaltiges Konzept der Eigentümer in Mattsies liegt nicht vor

Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege versuche seit vielen Jahren, die Eigentümer bezüglich einer Instandsetzung und Nutzung, aber auch bezüglich eines Verkaufs zu beraten. Eine Förderung mit öffentlichen Geldern setze allerdings ein tragfähiges und nachhaltiges Instandsetzungs- und Nutzungskonzept voraus. Ein solches liegt bislang nicht vor.

Zuletzt sei 2016 von Landesamt, Landkreis und Bezirk eine Machbarkeitsstudie maßgeblich gefördert worden. „Potentielle Investoren verfolgten das Projekt letztendlich aber leider nicht weiter“, teilte eine Sprecherin des Landesamtes mit.

Voriges Jahr stand das Schloss sogar für ein paar Wochen zum Verkauf auf der Internetseite des Landesamtes für Denkmalpflege. Aber auch das brachte keine Lösung.

Dem Landkreis, genauer der Unteren Denkmalschutzbehörde, fällt nach Auffassung des Landesamtes eine entscheidende Rolle zu, da er für den Vollzug des Denkmalschutzgesetzes zuständig ist. Auch das Landratsamt Unterallgäu bemühe sich seit Jahrzehnten um den Erhalt von Schloss Mattsies. Wenn es der Zustand erfordert, muss das Landratsamt unter Umständen erneut entsprechende Sicherungsmaßnahmen anordnen.

Viel konnte für die Denkmäler im Unterallgäu getan werden

Auch wenn Schloss Mattsies noch auf eine gute Lösung wartet, betont Kreisbaumeister Claus Irsigler, dass in den vergangenen Jahren viel für Denkmäler im Landkreis Unterallgäu getan werden konnte. Er nennt den Zehentstadel in Engishausen, ein Benefiziatenhaus in Boos, das Schloss in Bad Grönenbach und das Kloster Mussenhausen als gelungene Beispiele.

Lesen Sie auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren