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Bad Wörishofen

16.05.2020

Corona-Krise: Bad Wörishofens Thermen-Chef fordert Signal der Politik

Die Therme Bad Wörishofen wartet auf den Neustart. Noch muss das Großbad in der Corona-Krise geschlossen bleiben.
Bild: Therme Bad Wörishofen

Plus Jörg Wund, der Chef der Bad Wörishofer Therme, nennt die Höhe des voraussichtlichen Millionenverlustes - und befürchtet nun Nachteile gegenüber Österreich.

Auch zwei Monate nach der behördlichen Schließung der Therme Bad Wörishofen in der Corona-Krise ist unklar, wann es wieder losgehen kann. Es liege noch kein Datum für den Wiederstart vor, teilt Inhaber Jörg Wund am Freitag mit. Man habe bereits früh ein Sicherheitskonzept für die Therme Bad Wörishofen und die weltgrößte Therme in Erding erarbeitet. Dieses liege den politisch Verantwortlichen seit Mitte April vor. Seit Montag ist bekannt, dass die Bäder und Thermen in Nordrhein-Westfalen zum 30. Mai wieder öffnen dürfen. In Österreich dürfen Bäder und Thermen zum 29. Mai wieder starten. Auch der Skyline Park auf Ramminger und Wörishofer Flur eröffnet wieder, am 30. Mai. In Bayern ist von einer Wiedereröffnung der Bäder dagegen noch nicht die Rede. Jörg Wund befürchtet massive Auswirkungen auf sein Geschäft und nennt Zahlen.

„Seit Wochen planen wir den Neustart“, berichtet Jörg Wund. Im vergangenen Jahr hatte das Großbad in Bad Wörishofen 740.000 Gäste. „In den letzten Wochen haben wir die umfangreichsten Revisions- und Erneuerungsarbeiten seit Eröffnung der Thermen durchgeführt. Es wurden sogar Arbeiten vorgezogen, die erst in den nächsten ein bis zwei Jahren fällig gewesen wären.“ Thermeninhaber Wund hofft, kommende Revisionen somit zeitlich verkürzen und Verluste aus der Coronazeit etwas aufholen zu können.

So will Jörg Wund Corona-Infektionen in seinen Großbädern vermeiden

Wund glaubt, dass er seine Bäder infektionssicher betreiben kann. „Unsere Hygienestandards sind ohnehin schon sehr hoch“, sagt er. Dazu gebe es nun das Sicherheitskonzept. Darin geht es um die Einhaltung der Abstands- und zusätzlich erforderlichen Hygiene-Maßnahmen. Man hoffe nun auf eine baldige Entscheidung der Politik.

Wund will die Besucherzahl beschränken, die Anzahl der Liegen reduzieren und so die Mindestabstände einhalten. Auch in den Saunen sollen Mindestabstände gelten, darauf weisen „Platzhalterschilder“ auf den Bänken hin. In den sogenannten Vitalbecken und Gesundheitsbädern der Therme will Wund die Anzahl der Gäste über ein Zählsystem kontrollieren. Desinfektionsspender stehen bereit und die Kassenbereiche werden zum Schutz mit Acrylglasplatten ausgestattet. Abstandsmarkierungen am Boden weisen auf die Einhaltung des Mindestabstandes hin. „Entsprechende Schulungen für die Mitarbeiter sind vorbereitet und ein System für die Online-Reservierung wird aktuell programmiert“, sagt Wund.

Der Bad Wörishofer Thermen-Chef beruft sich auf das Umweltbundesamt

Wund sagt, laut einer Stellungnahme des Umweltbundesamtes würden Coronaviren im Wasser durch das Chlor inaktiviert oder abgetötet. Er gehe deshalb davon aus, dass das Schwimm- und Badebeckenwasser „gut gegen alle Viren, einschließlich Coronaviren, geschützt ist“. Dass die Therme Bad Wörishofen in der Regel erst Gästen ab 16 Jahren offen steht – der Familientag ist die Ausnahme, ebenso das Familienbad Blue Fun – spreche für eine Wiedereröffnung, so Wund. Erwachsene könnten Abstandsregeln leichter einhalten.

Jörg Wund ist der Inhaber der Thermen in Bad Wörishofen und Erding.
Bild: Marcus Barnstorf

Wund sagt, zusammengefasst gebe es aus seiner Sicht „keinen Grund, die Thermen noch länger geschlossen zu lassen“. Er sieht auch die Konkurrenz. „Tragisch für uns wäre jetzt die Grenzöffnung zwischen Bayern und Österreich während wir noch geschlossen haben“, weil dann die Deutschen die Bäder in Österreich besuchen würden. „Deshalb hoffen wir, schon vor der Grenzöffnung wieder öffnen zu dürfen, sonst hätten wir noch größere Verluste“, erklärt der Thermenchef. Die deutsche Regierung will die Grenze zu Österreich am 15. Juni wieder öffnen.

Die meisten der 1300 Beschäftigten der Thermen sind in Kurzarbeit

Die Corona-Krise macht auch Wund zu schaffen. Die Verluste lägen im zweistelligen Millionenbereich, berichtet er.

Selbst wenn die Thermen im Juni wieder öffnen dürften, rechnet Wund bis zum Jahresende mit einem Defizit von zwölf Millionen Euro für beide Thermen in Bad Wörishofen und Erding. Von den insgesamt rund 1300 Mitarbeitern an beiden Standorten sei der Großteil in Kurzarbeit. Ihnen will Jörg Wund ebenfalls bald wieder eine Perspektive bieten.

Zudem nähmen Anfragen und Nachrichten von Gästen zu. Auch die umliegenden Hotels fragten bereits nach, wann es in der Therme wieder losgehen wird, berichtet Wund. Dabei geht es um Buchungen, die ein Thermenticket beinhalten.

„Umso wichtiger ist es, jetzt eine Perspektive in Form eines Datums zu haben, an dem auch die Thermen und Bäder in Bayern wieder starten können“, sagt Wund.

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