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Bad Wörishofen

21.10.2020

Corona-Tests als Serviceleistung in Bad Wörishofer Hotels?

Corona-Tests als Service im Allgäu für Hotelmitarbeiter und Gäste? Dieser Vorschlag steht jetzt im Raum.
Bild: Nietfeld/dps

Plus Allgäu Top Hotels fordern Teststruktur für Gäste und Mitarbeiter. Wie es gehen könnte – und wo die Hürden liegen.

„Wir brauchen ein Vorgehen aus einer Hand und kurze Wege“, sagt Sybille Wiedenmann. Die Geschäftsführerin der Kooperation Allgäu Top Hotels setzt sich derzeit für eine bessere Organisation von Corona-Tests in der Tourismusbranche ein. Zu Allgäu Top Hotels gehören 80 Häuser im ganzen Allgäu, auch in Bad Wörishofen. „Es geht um die Frage, wie wir die Sicherheit für Gäste und Mitarbeiter gewährleisten können“, sagt sie. Eine von Wiedemanns Ideen, nämlich die engere Zusammenarbeit mit den kommunalen Testzentren, halten die Allgäuer Landräte für kaum umsetzbar.

„Im Tourismus wird beinahe rund um die Uhr gearbeitet, auch an den Wochenenden. Die Test-Struktur muss entsprechend gut sein“, sagt Wiedenmann. Kaum jemand könne es sich bei Verdachtsfällen leisten, Mitarbeiter tagelang Zuhause zu lassen. Auch sei es wichtig, den Gästen Corona-Tests anzubieten. „Für mich ist das eine Leistung wie Wanderwege oder Skipisten.“ Wichtig sei zudem, dass eine Testung nahe der Hotels möglich ist. Wiedenmann könnte sich auch mobile Testteams vorstellen, die in die Hotels kommen. In Österreich wird das schon praktiziert, beispielsweise im Hotel Jungbrunn im Tannheimer Tal. Dort kommt jeden Tag für eine halbe Stunde ein Testteam ins Haus, sagt Geschäftsführer Marcel Gutheinz. Innerhalb von 24 Stunden liege ein Ergebnis vor. Der Service sei für die Gäste kostenlos.

Wer kommt für die Kosten auf?

Wie anfallende Kosten im Allgäu aufgeteilt werden könnten, dazu will sich Wiedenmann jetzt noch nicht konkret äußern. Viel wichtiger sei zunächst die Frage, wie eine gute Organisation aussehen könne. Ihr Wunsch: enger mit den kommunalen Testzentren zusammen arbeiten. „Das Bayerische Testkonzept sieht für die Testzentren der Landkreise und kreisfreien Städte keine Bereitschaftsdienste an sieben Wochentagen vor und dies ist auch personell nicht umsetzbar. Hinzu kommt, dass die Zentren nur Tests für asymptomatische Personen durchführen“, heißt es dazu aber in einem Schreiben, das Maria Rita Zinnecker, Ostallgäuer Landrätin und Vorsitzende der Allgäu GmbH, in Absprache mit den anderen Allgäuer Landräten verfasst hat. Testungen von Gästen und Mitarbeitern – auch am Wochenende – seien grundsätzlich Aufgabe der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVBy).

Auch Staatssekretär Klaus Holetschek winkt ab

Es sei jedoch denkbar, dass sich einzelne Hotels mit niedergelassenen Ärzten über die Bereitschaft zur Testung am Wochenende einigen. Auch hinsichtlich mobiler Einsatzteams wird in dem Schreiben auf die KVBy verwiesen. Die Gesundheitsämter könnten eine solche Serviceleistung nicht anbieten. Die personellen Ressourcen seien erschöpft.

Auch der bayerische Gesundheitsstaatssekretär – Bad Wörishofens Altbürgermeister – Klaus Holetschek, sagt: „Ich verstehe die Anliegen des Tourismus, glaube aber, dass Lösungen gefunden werden müssen, die über staatliches Engagement hinausgehen.“

„Das hätte ich mir anders gewünscht“, sagt Wiedenmann mit Blick auf die Reaktion der Landräte. Sie will nun auf die Tourismus-Orte zugehen und mit ihnen nach Lösungen suchen. Sie überlege in alle Richtungen. „Wir prüfen gerade, ob und wie eine Zusammenarbeit mit Hotels möglich sein könnte“, sagt Dr. Matthias Lapatschek vom medizinisch-Diagnostischen Labors Kempten (Allgäulab). Das Labor sei aber nicht auf die Durchführung von Abstrichen spezialisiert.

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