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Mindelheim

10.01.2020

Darum steht Mindelheim 2020 so gut da

Helfer unter sich: Karl-Heinz Abbold und Felix Jäckle (re.) von der Freiwilligen Feuerwehr Mindelheim.
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Helfer unter sich: Karl-Heinz Abbold und Felix Jäckle (re.) von der Freiwilligen Feuerwehr Mindelheim.

Beim Neujahrsempfang in Mindelheim spricht Bürgermeister Winter über den guten Geist der Stadt - und nennt konkrete Dinge, die verbessert werden sollen.

Kaum einen zog es vorzeitig nach Hause. Noch gegen 23 Uhr standen am Mittwochabend die meisten der mehr als 300 Geladenen munter plaudernd an Stehtischen im großen Saal des Forums zusammen. Mindelheims Akteure aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Vereinen setzten beim Neujahrsempfang der Stadt den Appell von Bürgermeister Stephan Winter sofort in die Tat um: Nur gemeinsam sind die Herausforderungen der nächsten Jahre zu meistern. Und wenn man sich schätzt und miteinander spricht, geht das doppelt leicht von der Hand.

Diese vertrauensvolle Zusammenarbeit zum Wohle von Stadt und ihrer Menschen hatte der Rathauschef beschworen. Angesichts der Herausforderungen ums Weltklima strebt Winter eine nachhaltige Entwicklung seiner Stadt an, damit auch kommende Generationen auf der Erde leben können. Konkret nannte er ein neues Verkehrskonzept, das mehr aufs Radfahren setzt und die Aufwertung des Bahnhofsgeländes. Dass junge Leute Druck für mehr Klimaschutz machen, begrüßt Winter. Das trage zur Akzeptanz in der Bevölkerung bei.

Die aktuell zugespitzte Krise zwischen den USA und dem Iran sei Folge menschlicher Entscheidungen. Dies alles sei gestalt- und veränderbar, zeigte sich Winter hoffnungsfroh, dass am Ende doch die Vernunft die Oberhand behalten werde.

Inzwischen leben gut 15.700 Menschen in Mindelheim

Mindelheim sieht Winter gut aufgestellt. Gut 15.700 Einwohner leben inzwischen in der Stadt. Deshalb seien auch im Norden und auf der Lautenwirtswiese neue Baugebiete ausgewiesen worden. Dringend benötigte Fachkräfte wollen schließlich auch irgendwo wohnen.

Rund 12.000 Arbeitsplätze garantieren Vollbeschäftigung. Vor allem in Bildung und Betreuung von Kindern investiere die Stadt – von Kindertagesstätten bis hin zu einer neuen Mensa für die Grund- und Mittelschule.

Für Gesprächsstoff sorgte das Rahmenprogramm. Elias Prinz & Nico Franz mit Swingtette de Bavière begeisterten mit Gypsy Jazz. Prinz an der Gitarre und Franz an der Geige sind beide Preisträger des Jugendmusikförderpreises Allgäu. Für die humorvolle Moderation sorgte wie die Jahre zuvor Kulturamtsleiter Christian Schedler, der den Neujahrsempfang mit einem Familientreffen der erbberechtigten Verwandtschaft verglich. Wie auf der Titanic werde diesmal noch der Empfang zelebriert. In Zukunft werden Dieselfahrer oder Fleischesser zuhause bleiben müssen – die Klimadebatte kennt da kein Pardon.

Schedler machte sich Gedanken übers Älterwerden und günstigen Wohnraum, der nur noch auf dem Friedhof zu haben sei. Er scherzte über besondere Bestattungsmethoden. Schwarze würden schwarz – also ohne Rechnung – bestattet, Grüne kompostiert, Beamte umgebettet oder Gruftis in der Gruft bestattet.

Was Franz Josef Pschierer über Logistikzentren sagt

Auch Staatsminister a. D. Franz Josef Pschierer ging in seinem Grußwort auf bezahlbaren Wohnraum ein. Die gute wirtschaftliche Lage führe zu weiterem Siedlungsdruck im Raum Mindelheim. Damit Wohnen bezahlbar bleibe, helfe nur bauen, bauen, bauen. Auch die Betriebe suchten Flächen. Pschierer hält es aber für nicht sinnvoll, das Unterallgäu mit großen Logistikzentren „zuzupflastern“. Die Politik versuche das zu steuern.

Neubürger in Mindelheim sollten in Vereinen mitmachen, „dass sie Bürger dieser Stadt werden“ und hier nicht nur wohnen. Als Herausforderungen beschrieb Pschierer einen verbesserten öffentlichen Nahverkehr und die Ausgestaltung des Klinikverbundes Allgäu. Gegen die „Empörungskultur“, die sich breitmacht, empfahl Pschierer Gelassenheit. Auch Landrat Hans-Joachim Weirather ging auf die Kliniken ein. In den nächsten Jahren werden allein am Standort Mindelheim rund 50 Millionen Euro investiert. Insgesamt habe sich der Landkreis zwischen 2010 und 2019 „sensationell“ entwickelt. Die Zahl der Arbeitsplätze sei von 39.000 auf über 50.000 gestiegen. Das sei dem Einsatz und dem Ideenreichtum der Unternehmer geschuldet.

Landrat Hans-Joachim Weirather spricht von Verantwortung und Last

Es war der letzte Neujahrsempfang für Hans-Joachim Weirather in seiner Funktion als Landrat. Zu den Mindelheimern habe er eine „emotionale Beziehungsebene“ aufgebaut. „Durch Ihre Empathie und Wertschätzung haben Sie mein Leben bereichert“, sagte er. Er habe es nie bereut, seinen Hut als Landratskandidat in den Ring geworfen zu haben.

Das Amt biete „tolle Gestaltungsmöglichkeiten“, rief er den anwesenden Kandidaten zu, die seine Nachfolge antreten wollen. Weirather sprach aber auch von Verantwortung und Last, die das Amt mit sich bringe. Es sei ihm eine Ehre und Freude gewesen, rief er den Mindelheimern abschließend zu.

Mehr über den Festvortrag erfahren Sie hier: Künstliche Intelligenz - Bedrohung oder Chance?

Es gibt aber auch Kritik an dem Vortrag: Neujahrsempfang in Mindelheim: Nur die halbe Wahrheit

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