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Bad Wörishofen

03.10.2019

Das Ende der mysteriösen Brandserie von Bad Wörishofen

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Fünfmal hat es in „Neubrand’s Stüble“ in der Bad Wörishofer Innenstadt in den vergangenen Jahren gebrannt, davon zweimal innerhalb weniger Tage in diesem September. Nun hat die Polizei eine 61-jährige Tatverdächtige gefasst.
Bild: Markus Heinrich

Die Polizei nimmt eine 61-jährige Tatverdächtige fest. Offenbar wollte sie die Gaststätte in Bad Wörishofen nach mehreren Versuchen erneut in Brand setzen.

Die Verunsicherung in Bad Wörishofen war zuletzt groß: Fünf mal hat es wie berichtet in Neubrand’s Stüble in der Bad Wörishofer Innenstadt schon gebrannt, zweimal davon allein in diesem September. (Lesen Sie hierzu auch: Wer ist der Brandstifter? , Brandstiftung: Schon wieder brennt es in Bad Wörishofen und Brandstiftung: Wer hat es auf Neubrand’s Stüble abgesehen? )

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Schnell war klar, dass hier ein Brandstifter am Werk sein musste. Der scheint nun – nach „umfangreichen Überwachungsmaßnahmen“ wie es im Polizeibericht heißt – gefunden: Die eigens gegründete Ermittlungsgruppe Lokal hat Dienstagnacht gegen 23.15 Uhr auf dem Grundstück der Gaststätte eine 61-jährige Deutsche festgenommen. Sie war offenbar gerade dabei, einen weiteren Brand zu legen, und ließ sich von den Beamten widerstandslos festnehmen.

Der 61-Jährigen wird vorsätzliche Brandstiftung vorgeworfen

Wie die Polizei weiter mitteilt, wurden bei der Frau, die bereits polizeilich bekannt ist, umfangreiche Beweismittel gefunden und sichergestellt. Zum Tatvorwurf selbst äußerte sie sich jedoch nicht. Auch die Frage, warum sie auf dem Gelände der Gaststätte offenbar immer wieder und ausgerechnet dort Brände legte, ist nach wie vor offen. Die Frau wurden auf Antrag der Staatsanwaltschaft Memmingen wegen des Verdachts der vorsätzlichen Brandstiftung der Ermittlungsrichterin des Amtsgerichts Memmingen vorgeführt und sitzt nun in Untersuchungshaft.

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Der Präsident des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West, Werner Strößner, sowie der Leiter der Memminger Kriminalpolizei, Kriminaloberrat Thorsten Ritter, äußerten sich sehr erleichtert über die Festnahme und dem damit einhergehenden Ende der Brandserie. „Die im Juli 2019 begonnene Brandstiftungsserie am Lokal hat das Sicherheitsgefühl in der Bad Wörishofer Bevölkerung massiv beeinträchtigt“, sagte Werner Strößner. Nur dem Zufall und dem schnellen Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr Bad Wörishofen sei es letztendlich zu verdanken gewesen, dass es in der Vergangenheit nicht zu einem Gebäudevollbrand in der durchaus eng bebauten Innenstadt gekommen sei.

Bei den Bränden in Bad Wörishofen entstand ein Schaden von 25.000 Euro

Wie Thorsten Ritter ergänzte, ist der finanzielle Schaden für den Inhaber der Gaststätte enorm. Obwohl die Brände jeweils verhältnismäßig schnellt entdeckt wurden, summiert er sich auf rund 25.000 Euro. „Durch die sehr arbeitsintensiven und umfangreichen Ermittlungen der Ermittlungsgruppe Lokal mit Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen weiterer Dienststellen konnte die konkrete Gefahrenlage mit der Festnahme der Tatverdächtigen beseitigt und das Sicherheitsgefühl wieder gestärkt werden“, so der Chef der Memminger Kriminalpolizei.

Anfang September war ein neu errichteter Anbau der Gaststätte in Brand gesetzt worden. Obwohl die Feuerwehr die Flammen rasch löschen konnte, mussten die Betreiber das Lokal rund zwei Wochen lang schließen, um alles auszuräumen, zu putzen und zu lüften. Denn auch in der Gaststube hatte das Feuer Spuren hinterlassen.

Ein früherer Brand in "Neubrands Stüble" in Bad Wörishofen wird nochmals untersucht

Nur wenige Tage später brannte es dann erneut: Ein Passant hatte kurz vor Mitternacht Knallgeräusche gehört und anschließend Flammen an der Gaststätte entdeckt. Auch dieses Mal gelang es der Feuerwehr, den Brand noch im Anfangsstadium zu bekämpfen und so eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern.

Fieberhaft hatte die Kriminalpolizei seither nach dem unbekannten Brandstifter gesucht – und sich dabei auch noch einmal mit früheren Bränden in dem Gasthaus beschäftigt. Dort hat es in den vergangenen Jahren fünfmal gebrannt. Bei einem Feuer im Jahr 2015 waren die Beamten damals von einem technischen Defekt als Ursache ausgegangen. Das werde nun noch einmal überprüft, hieß es zuletzt aus Ermittlerkreisen. Die vier weiteren Brände ordneten die Beamten jedoch alle dem gleichen Täter zu – der jetzt gefassten 61-Jährigen.

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