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10.02.2018

Das Ende einer Ära

Bei einem feierlichen Gottesdienst in der Hauskapelle des Gesundheits-Hotels „Kneippianum“ nahmen Mitarbeiter und Kurgäste Abschied von den Mallersdorfer Schwestern, die dort 120 Jahre segensreich wirkten. Adieu sagten den Ordensfrauen auch Generaloberin Jakobe (ganz links), Christiane Maria Rapp, Gesamtleiterin der Kneipp‘schen Stiftungen (2. von links).  
Bild: Franz Issing

Abschied Die Mallersdorfer Schwestern wirkten mehr als 120 Jahre lang in der Kneippstadt. Von einst bis zu 100 Ordensfrauen arbeiteten zuletzt nur noch vier im Kneippianum

Bad Wörishofen Sie dachten nie an sich und immer nur an andere. Freizeit war für sie ein Fremdwort. Irgendwann verließen sie ihre Kräfte. Wie vielen deutschen Ordensfrauen im karitativen Dienst erging es auch den Mallersdorfer Schwestern, die seit mehr als 120 Jahren im Wörishofer Gesundheitshotel „Kneippianum“ segensreich wirkten.

Aus alters- und gesundheitsbedingten Gründen – alle Nonnen sind älter als 80 Jahre – schickte sie ihre Generaloberin in den wohlverdienten Ruhestand, den sie mit 40 Mitschwestern in der ehemaligen Kneipp‘schen Kinderheilstätte verbringen.

Abschied ist zwar ein leises Wort. Doch ganz so lautlos verließen die Mallersdorfer Schwestern nicht die Bühne. Einen feierlichen Gottesdienst in der Hauskapelle des Kneippianums nutzten Gäste, Mitarbeiter, wie auch Generaloberin Jakobe und Kurdirektorin Petra Nocker, um den Schwestern für ihren aufopferungsvollen Dienst zu danken. „Die Mallersdorfer Ordensfrauen“, so der Hausgeistliche, Pater Schlake in seiner Predigt, hätten dem Leben im Kneippianum so manchen Farbtupfer aufgetragen. Mit einem freundlichen Blick oder einer herzlichen Geste.

Christiane-Maria Rapp sprach vom „Ende einer Ära und einem schmerzlichen Verlust“. Schließlich hätten die Schwestern die Atmosphäre des Kurhotels entscheidend mitgeprägt. „Vergelt‘s Gott für viele Jahre treuen Dienstes“ sagte ihnen die Gesamtleiterin der Kneipp‘schen Stiftungen. Ähnlich äußerte sich auch Pater Benedikt Hau, der Provincial der Barmherzigen Brüder. Besonders bedankte sich der Ordensmann bei Oberin Waldefried Gail für ihr Wirken in den vergangenen zehn Jahren. Als Abschiedsgeschenk hatte der Pater eine Statue der Gottesmutter, der Patrona Bavariae aus der Porzellanmanufaktur des Nymphenburger Schlosses mitgebracht.

Zuletzt arbeiteten nur noch vier Schwestern im Kneippianum. Sie sorgten für spirituelle und musikalische Angebote und waren Ansprechpartnerinnen für die Hausgäste. Von denen wurde ihre Arbeit und Betreuung sehr geschätzt. Die Schwestern hatten immer Verständnis für ihre Sorgen und die Nöte der Zeit, sie spendeten Trost und linderten Schmerzen mit helfenden Händen. Auf einen Nenner gebracht: Die Mallersdorfer Schwestern handelten stets im Sinne ihres Ordensleitspruches „Caritas Christi urget nos – die Liebe Christi drängt uns“.

Gesamtleiterin Rapp äußerte Verständnis für die Entscheidung der Generaloberin, die Nonnen aus dem Kneippianum abzuziehen. Um die personelle Lücke zu schließen und den pastoralen Dienst aufrecht zu erhalten ist sie bereits mit anderen Ordensgemeinschaften, aber auch mit weltlichen Kräften im Gespräch.

Die Mallersdorfer Schwestern übernahmen anno 1896 das Kneippianum im Rohbau und erweiterten es Schritt für Schritt in Eigenleistung. In Hochzeiten, im ersten und zweiten Weltkrieg wirkten in dem von Pfarrer Kneipp gestifteten Gesundheitszentrum bis zu 100 Schwestern.

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