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Erkheim

06.08.2020

Das lange Warten auf Angebote am Dienstleistungszentrum Unterallgäu

Seit Mai gibt es haushaltsnahe Dienst- und Betreuungsleistungen für pflegebedürftige Menschen, die allein wohnen.
Bild: Annette Zoepf (Symbol)

Plus Ehrenamtliche und Hauswirtschaftskräfte unterstützen nun pflegebedürftige Menschen im gesamten Unterallgäu bei Alltagsaufgaben.

Wenn bei Thomas Öller vom neuen Dienstleistungszentrum Unterallgäu das Telefon läutet, dann ist nach seiner Erfahrung die Not meist schon groß. Seit Mai koordiniert er haushaltsnahe Dienst- und Betreuungsleistungen für pflegebedürftige Menschen, die allein wohnen. Sein Eindruck: „Diese Entlastungsangebote wurden schon sehnlichst erwartet.“ Träger ist die Ambulante Krankenpflege Unterallgäu. Was zunächst in Erkheim als Modellprojekt gestartet war, wird nun auf den ganzen Landkreis Unterallgäu ausgedehnt.

Finanzielle Unterstützung für hauswirtschaftliche Unterstützung.

Im Erkheimer Rathaus hatte das Projekt seinen Anfang genommen – und in dem Ort soll künftig auch Öllers Arbeitsplatz sein: Denn er ist nach Verzögerungen durch die Corona-Krise als neuer Leiter der Koordinierung vorgestellt worden. Vorerst hat er seinen Sitz noch im Adelgundeweg 3 in Ottobeuren bei der Ambulanten Krankenpflege Unterallgäu. Sein neu eingerichtetes Büro im Pfarrhof Erkheim kann er erst demnächst beziehen. Beratungsbedarf besteht laut Öller häufig, weil viele mit den Leistungen der Pflegekassen nicht zurechtkämen. Beispielsweise gebe es ab Pflegegrad eins den Betrag von 125 Euro im Monat für hauswirtschaftliche Unterstützung. Weil es an Angeboten fehle, konnten die Betroffenen den Entlastungsbetrag der Pflegekassen jedoch laut Öller nicht problemlos nutzen.

Hier setzt das Angebot des Dienstleistungszentrums an. Die Mitarbeiter übernehmen zum Beispiel Aufgaben wie Aufräumen, Fensterputzen, die Zubereitung von Mahlzeiten oder die Versorgung von Haustieren. Zu den Leistungen des DLZ gehört auch Alltagsbegleitung, bei der geschulte ehrenamtliche Helferinnen und Helfer bei der Gestaltung des täglichen Lebens unterstützend mitwirken. Öller als Leiter der Koordinierung kann auf hilfreiche Erfahrung zurückgreifen: Er selbst kommt aus der Pflege und war Pflegeberater. Bei einem Erstgespräch zeigt er nach eigenen Worten die Möglichkeiten auf und macht einen Kostenvoranschlag. Er versuche, sich Zeit zu nehmen und schaue insbesondere darauf, dass Kunde und der Mitarbeiter beziehungsweise die Mitarbeiterin des Dienstleistungszentrums zusammenpassen, damit „die Chemie stimmt“. Denn eine Vertrauensbasis müsse sich erst aufbauen. Um ein passendes Angebot zu erarbeiten, setzt Öller außerdem auf die Zusammenarbeit mit Nachbarschaftshilfen.

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115 Haushalte im Landkreis Unterallgäu betreut

Wie Josef Schmelzer, Geschäftsführer der Ambulanten Krankenpflege Unterallgäu, dazu ergänzte, spielten neben hauptamtlichen Kräften die Ehrenamtlichen eine wichtige Rolle. Im Zentrum des Angebots stünden außerdem Kommunikation und Fürsorge. Im ganzen Landkreis werden seinen Angaben nach bereits 115 Haushalte hauswirtschaftlich betreut. Erkheims Bürgermeister Christian Seeberger will das Dienstleistungszentrum keinesfalls als Konkurrenz zum Ehrenamt verstanden wissen. Mit diesem Angebot zeichne sich der Landkreis seines Erachtens jedoch aus. Das Zentrum wird durch das europäische Förderprogramm Leader, Eigenmittel der Ambulanten Krankenpflege sowie durch Mittel des Landkreises finanziert. (bum)

Das Dienstleistungszentrum (DLZ) Unterallgäu in Ottobeuren, und Thomas Öller als Ansprechpartner sind wie folgt zu erreichen: Montag bis Freitag von 9 bis 13 Uhr beziehungsweise bei Terminen nach Vereinbarung, Telefon (08332)92374-22. Die E-Mail-Adresse lautet: post@dlz-unterallgaeu.de. Weitere Infos unter www.dlz-unterallgaeu.de

Lesen Sie auch: Neue Räume für die Ambulante Krankenpflege

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