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21.11.2017

„Das tut allen weh“

Reaktionen auf den Missbrauchsfall Erber

Gottfried Wesseli, Leiter des Maristengymnasiums, ist deutlich anzumerken, wie sehr ihn das alles mitnimmt: Sein ehemaliger Kollege Paul Erber, zuletzt Dekan in Nördlingen, hat wie berichtet zugegeben, zwischen 1983 und 1988 einen Schüler des Maristeninternats in Mindelheim sexuell missbraucht zu haben. Geschockt und fassungslos sei er gewesen, als ihn die Diözese über den Vorfall informiert habe. „Das verschlägt einem wirklich die Sprache.“ Zumal es bereits der zweite Missbrauchsskandal ist, mit dem die Schule – wenngleich selbst nicht direkt betroffen – umgehen muss: 2010 war bekannt geworden, dass der langjährige Leiter des Internats zwei Schüler missbraucht hatte.

Erber, der von 1983 bis 1996 am Maristeninternat und den angeschlossenen Schulen arbeitete, war sehr beliebt. Dass der 68-Jährige einen Schüler missbraucht hat – „das bringt man nicht zusammen. Das ist undenkbar“, sagt Wesseli und auch seine Kollegin Maria Schmölz, Rektorin der Realschule, ist fassungslos. „Das tut allen weh – aber man kann’s leider nicht ungeschehen machen.“

Das Opfer hatte sich Anfang November mit einem Brief an das Bistum gewandt und den Fall ins Rollen gebracht. Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Memmingen, Thomas Hörmann, sagt, habe Erber, der inzwischen in den Ruhestand versetzt wurde, den bekleideten Jungen mehrfach berührt. Weil sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen nach zehn Jahren verjährt, kann die Staatsanwaltschaft den Fall nicht mehr verfolgen. Laut Hörmann werde es aber Umfeldermittlungen geben. Das Opfer soll im Tatzeitraum über 14 Jahre alt gewesen sein. Weitere Opfer gibt es nach derzeitigem Stand nicht. (baus, vmö-) "Bayern

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