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03.10.2010

Davenport ist mehr als eine Coverband

Michael Sisto und Nicole Martin (im Vordergrund) von der Gruppe "Davenport" verabschiedeten sich mit "Time to say goodbye" von ihrem begeisterten Publikum. Im Hintergrund ist das Sofa zu sehen, das der Band den Namen gab. Foto: Reinhard Stegen
Bild: Reinhard Stegen

Ettringen Pünktlich zum Herbstbeginn ist Ettringen schon gewohnheitsmäßig ganz auf Kultur eingestellt. Die bereits 13. Ausgabe der im Terminkalender fest verankerten Veranstaltungsreihe der aktion hoffnung auf Gut Ost-Ettringen hat am Freitagabend begonnen; entsprechend hoch war nach den großen Erfolgen der Vorjahre die Erwartungshaltung, und etwas Lampenfieber war beim Veranstalter und den vielen ehrenamtlichen Mitwirkenden zu spüren.

Das in warmen Farbtönen gehaltene Foto eines auf einem Sofa sitzenden jungen Paares kündigte den Auftritt des Abends an: "All about Davenport". Davenport ist der Name eines Sofaherstellers in den USA, dessen Sofa dort so weit verbreitet ist, dass es zum Synonym avancierte. Gleichzeitig soll es den vor etwa zehn Jahren in Mode gekommenen Lounge-Musikstil assoziieren. Klingt kompliziert, ist es aber nicht, wenn man die Musik hört.

Allerdings erfordert die Präsentation einer solchen Band - denn es handelte sich nicht ausschließlich um die Zwei auf dem Sofa - im urbanen Außenbereich durchaus einen gewissen Mut des Veranstalters. Doch der wurde belohnt: Der Eine-Welt-Saal füllte sich bis auf den letzten Platz. Damit hatte das Publikum die in der Ouvertüre "With or without you", eine Komposition der irischen Kultband U2, beinhaltete Frage, eindeutig beantwortet.

Befürchtungen, es könnte nun im progressiven Pop-Jazz-Stil weitergehen, wurden umgehend durch den folgenden Peter-Maffay-Song zerstreut. Dann kam Stings "Englishman in New York", der sich von hier aus dem traditionellen Blues entlang der "Route 66" hingab. Spätestens jetzt wurde dem Zuhörer klar, dass das vielleicht vorschnell vergebene Etikett "Coverband" Davenport nicht gerecht wird.

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Zwar bedient sich die Formation frei und ungezwungen aus dem großen Topf teils unvereinbar scheinender Stilrichtungen, adaptiert diese Fremdkompositionen aber auf unverwechselbare Weise, ohne dass der Wiedererkennungseffekt verloren ginge. So kam im Lauf des Programms der King of Pop, Michael Jackson, ebenso zur Geltung wie vom anderen Ende des musikalischen Spektrums die Klassik-Anmutung Pie Jesu aus der Feder des Musical-Komponisten Andrew Lloyd-Webber sowie der echte Bach-Klassiker "Ave Maria". Das Front-Paar Nicole Martin (Piano) und Michael Sisto (Gitarre) überzeugte nicht nur an seinen Instrumenten, sondern auch durch seine gesanglichen Interpretationen. Wolfgang Kehle (Bass), Andy Schoy (Cajon set/Percussion) und Arno Haas (Saxophon) perfektionierten das Quintett, wobei Letzterer unaufdringlich mit virtuosen Soli brillierte.

Zahlreicher Zugaben zum Trotz blieb das unvermeidliche "Time to say goodbye" dennoch nicht aus, selbst nachdem Bürgermeister Robert Sturm, sichtlich beeindruckt, der Dame und ihren vier Herren versichert hatte "Sie können ruhig bei uns bleiben".

Unterstützung für Jugendliche in Pakistan

Im Anschluss wies Gregor Uhl von der Aktion Hoffnung noch einmal auf das Projekt in Pakistan hin, dem der Erlös aus der Ettringer "Kultur im Herbst" zugutekommt. Salesianer-Pater Miguel Ruiz hat in einem Vorort von Lahore eine Ausbildungsstätte für Jugendliche aufgebaut. Sie bietet vor allem Kindern aus armen Familien eine Lehre im praxisorientierten technischen Bereich.

Das Besondere: Muslimische und christliche Jugendliche lernen hier gemeinsam, sodass das "Don Bosco Youth and Technical Centre" nicht nur einen Beitrag zur schulischen und beruflichen Bildung darstellt, sondern auch zum interkulturellen und interreligiösen Dialog in dieser Krisenregion. Als Anschauungsobjekt aus der Lehrlingswerkstatt in Lahore konnten die Besucher des Eröffnungskonzertes dort gefertigte Schachfiguren mit nach Hause nehmen.

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