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Mindelheim

26.02.2020

Debatte um ein Traktor-Museum für Mindelheim

Ein Paradies für jeden Landmaschinen-Fan ist diese Oldtimer-Sammlung von Michael Rimmel. Für seine Objekte, darunter seltene Schlüter-Traktoren, will der Eigentümer eine eigene Halle bauen.
Bild: Hartmann

Plus Ein Mindelheimer besitzt besondere Oldtimer-Traktoren. Sie sollen nun eine Halle bekommen. Die jetzige Lösung stellt den Sammler aber nicht zufrieden.

Die Kreisstadt beherbergt bekanntermaßen mehrere sehenswerte Museen. Einige, wie das Textilmuseum , das Krippenmuseum oder das Schwäbische Turmuhrenmuseum haben überregionale Bedeutung. Hinzu kommt als Kuriosum das private Miele-Museum von Christoph Reß. Schon bald könnte eine weitere Sammlung seltener Objekte häufiger öffentlich zu sehen sein als bisher. Es ist die einzigartige Sammlung von Motorrädern, landwirtschaftlichen Fahrzeugen , insbesondere Traktoren, die Michael Rimmel in vier Jahrzehnten zusammengetragen hat. Vor allem so mancher im Originalzustand erhaltene Traktor der Firma Schlüter ist außergewöhnlich. Darunter ist ein Exemplar, das nur einmal gebaut wurde.

Momentan sind die Oldtimer-Traktoren nicht öffentlich zugänglich

Diese wertvollen Oldtimer sind der breiten Öffentlichkeit derzeit nicht zugänglich. Allein aus Gründen des Feuerschutzes kann die derzeitige Form der Aufbewahrung aber keine Dauerlösung sein. Auch sollte die Luftfeuchtigkeit bei so wertvollen Sammelstücken gleichbleibend sein.

Das sieht auch die Politik in Mindelheim so. Im Stadtrat gab es nun faktisch grünes Licht für den Bau einer Ausstellungshalle auf dem Gelände des ehemaligen Gutshofes an der Memminger Straße. Dazu wird extra ein sogenannter vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt und der Flächennutzungsplan geändert, wie Stadtbaumeister Gerhard Frey erläuterte. Damit hat die Stadt die Möglichkeit, gestalterisch auf das Gebäude einzuwirken.

Debatte um ein Traktor-Museum für Mindelheim

Was Stadtbaumeister Gerhard Frey zu dem Traktor-Museum sagt

Denn eigentlich sieht der geltende Flächennutzungsplan in dem Bereich keine Bebauung vor. Weil das Areal am westlichen Stadtrand von Mindelheim „stadtbildprägende Bedeutung“ hat, legt Stadtbaumeister Gerhard Frey an dieser Stelle besonderen Wert auf die Gestaltung und Höhenbegrenzung.

So soll das Gebäude 53 Meter lang und 20 Meter breit werden. Für die Fassade sind als Baustoffe nur verputztes Mauerwerk, Holzschalung und Glas zulässig. Die Länge orientiert sich an der bestehenden Scheune des Gutshofes. Die maximale Wandhöhe darf 7,20 Meter nicht überschreiten, die maximale Firsthöhe 16,70 Meter. Auch das seien die Maße des bestehenden Nachbargebäudes. Frey argumentiert, ein höheres Gebäude würde die Proportionen in diesem Areal empfindlich stören. Bürgermeister Stephan Winter sprach von „maximaler Kompromissbereitschaft der Stadtverwaltung“. Das sahen nicht alle Stadträte so, und schon gar nicht der Eigentümer der historischen Schätze. Dieser hatte kurz vor der Stadtratssitzung noch einige Stadträte und auch den Bürgermeister davon zu überzeugen versucht, doch eine höhere Wandhöhe zuzulassen. Einzelne Stadträte wie Christel Lidel , Fritz Birkle und Manfred Salger ließen sich in der Kürze der Zeit überzeugen und schlugen sich auf die Seite des Bauwerbers.

So ging die Abstimmung im Mindelheimer Stadtrat aus

Bürgermeister Winter ließ darüber abstimmen, welche Wandhöhe der Stadtrat für vertretbar hielt: 8,20 Meter, 7,70 Meter oder 7,20 Meter. Die größte Höhe wurde mit 13 gegen sieben Stimmen abgelehnt. Dann erwischte es mit acht gegen 12 Stimmen die 7,70 Meter. Am Ende blieb es mit einer Gegenstimme ( Salger ) bei den von der Verwaltung angestrebten 7,20 Metern Höhe.

Auf Nachfrage begründete Michael Rimmel sein Wunsch nach einem höheren Gebäude. Ihn störe vor allem der Kniestock. Damit wirke der Raum im oberen Stock nicht mehr. Die Fahrzeuge sollen ja nicht nur einfach abgestellt werden, sondern auch zur Geltung kommen.

Dass grundsätzlich auf das Stadtbild wert gelegt werde, unterstütze er. An dieser Stelle allerdings an der Memminger Straße , wo das Gelände abfällt, ist seiner Überzeugung nach eine größere Gebäudehöhe vertretbar. Den Beschlussvorschlag hatte er erst relativ kurzfristig zu Gesicht bekommen.

Die Stadt nutzt die Änderung des Flächennutzungsplanes auch dazu, sich einen Wunsch zu erfüllen. Entlang der alten Mindel soll ein Geh- und Radweg errichtet werden.

Lesen Sie hier den Kommentar zum Mindelheimer Traktor-Museum: eine einzigartige Sammlung

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