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Kirchenrenovierung

07.09.2011

Der Herrgott geht auf Kur

Der Kirchenpfleger und sein Sorgenkind: Günther Heinrich zeigt den Altar der Marienkapelle, der dringend saniert werden müsste.
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Der Kirchenpfleger und sein Sorgenkind: Günther Heinrich zeigt den Altar der Marienkapelle, der dringend saniert werden müsste.
Bild: Fotos: Zick

Der Altar in der 300 Jahre alten Marienkapelle in Weiler muss saniert werden. Noch fehlt das Geld dafür

Eppishausen Das konnten nicht einmal der Heilige Rochus und der Heilige Sebastian verhindern: Die beiden wachen links und rechts, doch in ihrer Mitte bröckelt es. Der Altar der Marienkapelle in Weiler ist sanierungsbedürftig. Stellenweise sind Farbe und Goldverzierung abgeplatzt. Kein Wunder nach 300 Jahren.

Mesner Max Steber und Günther Heinrich, der Kirchenpfleger der Gemeinde Eppishausen, versuchen deshalb gerade, das Geld für eine Verjüngungskur aufzutreiben. Ein Kostenvoranschlag ist bereits gemacht. Etwa 11000 Euro wird die Sanierung des Altars kosten. Die Gemeinde will sich daran mit zehn Prozent beteiligen, beim Bezirk und dem Denkmalamt sind Zuschüsse beantragt und vielleicht zahlt auch die Kirchenstiftung einen Teil. Irgendwie werde sich das Geld schon auftreiben lassen, hofft Heinrich. „Und sonst müssen wir halt betteln gehen.“

Dachstuhl ausgetauscht und Wände neu verputzt

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In den vergangenen Jahrzehnten ist immer wieder Geld in die Sanierung der Kapelle geflossen. Einmal musste das Fundament trockengelegt werden, dann wurde ein elektronisches Geläut installiert, der morsche Dachstuhl wurde getauscht und die Fassade frisch verputzt. Die ganzen Aufräumarbeiten haben sich gelohnt. Einmal zum Beispiel wurde die zwischenzeitlich überstrichene neubarocke Deckenmalerei wieder freigelegt, rein zufällig.

Vor drei Jahren schließlich begann die Innenrenovierung. Dafür wurde in der Kapelle ein Gerüst aufgestellt. Von dem aus konnte man gut sehen, dass auch der Altar dringend aufgebessert werden muss.

Neben den Figuren des Heiligen Rochus und des Heiligen Sebastian wird demnächst also der rot bis grünbraun marmorierte Stein aufgearbeitet. Womöglich bekommt auch die der schwarzen Madonna von Altötting nachempfundene Marienstatue einen neuen Anstrich, vielleicht der über allem thronende Gottvater eine neue Goldschicht. „Früher war alles prunkvoll. Wie die Leute die Mittel dafür aufgebracht haben, wundert mich immer wieder“, sagt Steber.

Erbaut hat die Kapelle Alban Onuphrius Singern, ein langjähriger Dekan und Pfarrer von Eppishausen. In seinem Testament verfügte Singern, dass mit seinem Vermögen die Marienkapelle errichtet werden soll. 1705 war das. Wenig später muss Singern gestorben sein, denn schon sechs Jahre später, 1711, war die Kapelle fertig.

Wer beten will, muss sich beim Mesner anmelden

Zur Bauzeit der Kapelle zählte Weiler ungefähr elf kleine Höfe. Auch heute ist der Ort noch klein genug, dass Steber die einzelnen Familien durchzählen kann. Auf 68 Einwohner kommt er am Ende. Einige von diesen suchen die Kapelle immer noch für Gebete auf, müssen sich dafür aber bei Steber anmelden, denn die Kapelle ist die meiste Zeit zugesperrt. „Sonst sind die Figuren schnell fort“, sagt er.

Für einen wird Steber besonders gerne aufsperren. Der Kirchenrestaurator Ernst Striebel aus Kirchheim ist auserkoren, den Altar zu sanieren. Bei ihm hat Steber natürlich nichts dagegen, wenn er Teile des Altars mit zu sich nach Hause ins Atelier nimmt. Bei ihm erwartet er sich das sogar.

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