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Mindelheim

21.12.2020

Der Mann, der Mindelheim prägte

Bürgermeister Stephan Winter (links) verabschiedet Stadtbaumeister Gerhard Frey vor dem Stadtrat in den Ruhestand.
Bild: Johann Frey

Plus Bürgermeister Winter würdigt den scheidenden Mindelheimer Stadtbaumeister Gerhard Frey.

Bürgermeister Stephan Winter hat Gerhard Frey als Persönlichkeit gewürdigt, die 29 Jahre lang die bauliche Entwicklung der Kreisstadt maßgeblich bestimmt hat. Auf den Stadtbaumeister geht die Gestaltung der Baugebiete Mindelheim Nord zurück sowie die Sanierung von Maximilianstraße und Marienplatz. Gerhard Frey geht nun in den Ruhestand. Sein Nachfolger ist schon gefunden.

Wegen der Corona-Pandemie musste die Stadt auf einen gesonderten Festakt zu Ehren von Gerhard Frey verzichten, den der Rathauschef sonst gerne ausgerichtet hätte. Dem Bürgermeister war es gleichwohl ein Anliegen, Frey im großen Kreis des Stadtrates zu verabschieden, der diesmal in der Aula der Mittelschule tagte.

„Planen heißt in die Zukunft denken“, diesen immer wieder als Mahnung formulierten Satz von Gerhard Frey griff Winter in seiner Laudatio auf. Die Aufgabe als Stadtbaumeister sei nicht leicht, aber sehr erfüllend. Es gebe wohl nur wenige Mitarbeiter im Rathaus, deren Arbeit über viele Jahre so sichtbar und erlebbar sei.

Am 1. März 1991 hatte Frey im Alter von 34 Jahren bei der Stadt Mindelheim begonnen. Zuvor war er Bauoberrat in München. Frey hatte sich gegen 18 Mitbewerber durchgesetzt und war unter Bürgermeister Erich Meier eingestellt worden. Der einzige Stadtrat aus dieser Ära, der heute noch im Gremium dabei ist, ist übrigens der dritte Bürgermeister Roland Ahne.

Von Forum bis Wohngebiet Nord: Diese Projekte fielen in Freys Amtszeit

Winter griff ein paar Projekte heraus, die zeigten, wo die Stadt durch die Arbeit von Gerhard Frey maßgeblich profitiert habe. Im Mindelheimer Norden war ein völlig neuer Stadtteil entstanden mit „herausragender Wohnqualität“. Großzügige Grünzüge zeichneten das Gebiet aus sowie Plätze zum Verweilen. Ein dichtes Netz an Fuß- und Radwegen sei zukunftsweisend. „Ich bin froh, dass ich dort wohnen kann“, fügte Winter unter zustimmendem Tischklopfen der Stadträte an.

In die Ära Frey ist auch das Forum gefallen, die Stadthalle von Mindelheim. Dieses habe sich in den 20 Jahren sehr gut bewährt und habe die richtige Größe für eine Stadt wie Mindelheim.

Die historische Altstadt sei Frey von Anfang an besonders am Herzen gelegen. Zusammen mit der Städtebauförderung sei auch bei privaten Hausbesitzern erfolgreich Überzeugungsarbeit geleistet worden, die Bausubstanz zu retten. Als Krönung bezeichnete Winter die Sanierung von Maximilianstraße und Marienplatz nach einem umfangreichen Bürgerbeteiligungsprozess. Viele Besucher beneideten Mindelheim um diese schöne Hauptachse.

"Krönung" war die Sanierung der Maximilianstraße von Mindelheim

Auch die Kläranlage und das Wasserwerk sowie das Straßen- und Kanalnetz wurden unter Gerhard Frey ertüchtigt. Winter bedauerte sehr, dass Frey zuletzt gesundheitliche Probleme hatte, es ihm inzwischen aber wieder besser gehe. Und abschließend sagte er: „Ich bedanke mich sehr herzlich bei Ihnen für die gute Zusammenarbeit und was Sie für die Stadt geleistet haben“. Das engagierte Eintreten habe Winter geschätzt, „für die Kompromisse ist dann der Bürgermeister zuständig“.

Gerhard Frey formulierte seinen „aufrichtigen Dank“ für die gute Zusammenarbeit mit Stadtrat und Bürgermeistern. Der Umgang sei immer fair gewesen. In Michael Egger habe er in den vergangenen Jahren einen unverzichtbaren Partner gefunden, der ihm nun nachfolgt. Das Bauamt wisse er bei ihm in guten Händen. Sein geflügeltes Wort „Planen heißt in die Zukunft denken“ erweiterte er zum Schluss mit dem Satz: „Planen ist kein Zufall“. Bürgermeister Winter überreichte Gerhard Frey zum Abschied einen Geschenkkorb.

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