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Konzert

09.01.2019

Der Sound einer anderen Zeit

Thomas Wacker und Thorsten Gary sind das Duo „Graceland“. Im Stadttheater interpretierten sie Songs ihrer Vorbilder Simon & Garfunkel.
Bild: tisch

Das Duo „Graceland“ beschwört mit Simon & Garfunkel-Songs die späten Sechziger herauf

Es ist der Klang einer ganzen Generation, den Thomas Wacker als Stimme von Paul Simon und Thorsten Gary als Stimme von Art Garfunkel seit der Gründung ihres Duos „Graceland“ 2011 auf der Bühne wieder zum Leben erwecken. Die Melodien, getragen von dem unverwechselbaren Gitarrensound, dazu die Stimmen und die Geschichten, die die Songs erzählen, machen aus der Musik ein zeitloses Erlebnis. Jetzt waren sie erneut im Mindelheimer Stadttheater zu Gast und begeisterten die Gäste im voll besetzten Saal. Das Duo Wacker/Gary spielte viele Klassiker und erzählte die Geschichte zu den Songs, etwa zu dem Lied „America“, das von Paul Simon während einer Reise mit dem Greyhound durch Amerika komponiert wurde, nachdem ihr Debütalbum in den USA gefloppt war. Oder jene Geschichte von Paul Simon, der einen Song komponierte, als er nach einem Konzert an einem Bahnhof saß und auf den Zug wartete, der Verspätung hatte – „Wäre er in Deutschland gewesen, dann wären es zwei Songs geworden“, scherzte Wacker. Entstanden ist so die Folk-Rock-Ballade „Homeward Bound“, ein Schild an diesem Bahnhof in Widnes erinnert heute noch daran.

Sehr schön auch die bei uns gar nicht so bekannte Ballade „American Tune“, die Paul Simon als Statement gegen den nicht enden wollenden Vietnam-Krieg komponierte. Mit Songs von Simon & Garfunkel eröffnet sich immer gleich ein ganzer Kosmos an Bildern, weil man viele dieser Geschichten inzwischen kennt und sie sich im Kopf sofort mit den Gitarrenakkorden verknüpfen, weil man etwa „Mrs. Robinson“ sofort mitsingen kann und dabei Dustin Hoffman in dem Film „Die Reifeprüfung“ (1967) im Zwiespalt zwischen den Herzen der Robinsonschen Damen agieren sieht. Die vielen Klassiker fordern geradezu auf – zum Mitsingen oder eben zum kollektiv wehmütig werden: Sowohl „Sound of Silence“ als auch „Scarborough Fair“, „A Bridge Over Troubled Water“ und „El Condor Pasa“ spielte das Graceland-Duo in seiner ursprünglichen Besetzung von 2011, schlicht mit zwei Gitarren, wie es vielleicht auch am schönsten ist. Das ist ein Phänomen bei den Klassikern, diesen Balladen, die die Eltern schon am Lagerfeuer hörten und sich stumm nickend hin- und herwiegten: Sie funktionieren immer noch, rufen sofort Erinnerungen wach, haben Bestand. Wacker und Gary sind so komplett in die Musik eingetaucht, dass man vergisst, dass es eine Cover-Band ist, vielmehr verschwindet man während des Konzerts einfach ganz in seiner eigenen Welt, die die Musik hervorruft. Besser kann eine Cover-Band nicht funktionieren. Selbstredend gab es anhaltenden Applaus, mehrere Zugaben und ein Versprechen: Sie werden wiederkommen und Mindelheim wieder in die Stimmung der späten 60er Jahre hüllen. (tisch)

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