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Porträt

15.04.2019

Die „Dienstwaffe“ macht Musik

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Bei Vorgesprächen für das Benefizkonzert des Bayerischen Polizeiorchesters im Rathaus von Bad Wörishofen (von links): Veranstaltungsleiterin Isabell Joachim, Wörishofens Polizeichef Thomas Maier, Kurdirektorin Petra Nocker, Polizeipräsident Werner Stößner und Bürgermeister Paul Gruschka.
Bild: Franz Issing

Das bayerische Polizeiorchester gibt ein Benefizkonzert in Bad Wörishofen. Mit auf der Bühne steht dann ein Mann, der einst in der Kneippstädter Jugendkapelle sein Debüt gab

Von einem „absoluten Highlight“ schwärmt Bad Wörishofens Polizeichef Thomas Maier und dabei strahlt er über das ganze Gesicht. „Dass ich das in meiner Ära als Leiter der Inspektion Bad Wörishofen einmal erleben darf, ist schon etwas ganz Besonderes“, freut er sich auf ein nahendes musikalischess Ereignis. Es geht um das Benefizkonzert des Bayerischen Polizeiorchesters, das am Sonntag, 12 Mai, um 19.30 Uhr im Kursaal zu Gunsten der Aktion „Sternstunden“ des Bayerischen Rundfunks klangvolle Leckerbissen serviert. Mit dabei in der Schar der Musiker ist auch ein Vertreter aus dem Unterallgäu, aus Wiedergeltingen, um genau zu sein.

„Wir präsentieren ein abwechslungsreiches Programm mit virtuosen, solistischen Darbietungen“ verspricht Generalmusikdirektor Professor Johann Mösenbichler. Aufgeführt werden sowohl klassische, wie auch moderne Werke von Gioacchino Rossini bis Leonhard Bernstein. Besonders freuen dürfen sich die Freunde sinfonischer Blasmusik auf die Ouvertüre zur Oper „Wilhelm Tell“ und auf das fünfsätzige Hauptwerk „Of Sailors and Whales“ bei dem sich der zeitgenössische US-Komponist von dem berühmten Roman „Moby Dick“ inspirieren ließ.

Für Werner Stößner, den Polizeipräsidenten des Präsidiums Schwaben Süd/West, ist das Benefizkonzert für Kinder in Not „ein ideales Muttertagsgeschenk“. Das sagte Stößner bei einer Pressekonferenz im Bad Wörishofer Rathaus. Der Eintritt zum Konzert ist frei, Spenden sind erwünscht. Bürgermeister Paul Gruschka hofft, „dass es in den Körbchen raschelt und nicht nur klimpert“. Kostenlose Tickets für die Veranstaltung – die MZ ist Kooperationspartner – gibt es ab sofort im Kurhaus und nach Verfügbarkeit an der Abendkasse. Die Karten sind nötig, da nicht unbegrenzt Zuhörer im Saal Platz finden.

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Damit bei dem Benefizkonzert alles wie am Schnürchen klappt, trafen sich die Organisatoren schon mal im Rathaus zu Vorgesprächen. Kurdirektorin Petra Nocker, Bürgermeister Paul Gruschka Polizeipräsident Werner Stößner sowie Wörishofens Inspektionsleiter Thomas Maier und Veranstaltungsleiterin Isabell Joachim loteten dabei auch Möglichkeiten der Finanzierung des Konzertes aus,

Um einen Großteil der anfallenden Kosten decken zu können, haben die Stadt Bad Wörishofen und das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West in Kempten den Bayerischen Sparkassenverband um finanzielle Unterstützung gebeten. Geldmittel aus dem Topf „PS-Sparen und Gewinnen“ wurden zugesagt. Das Polizeiorchester Bayern mit Sitz in München versteht sich vor allem als Bindeglied zwischen Polizei und Bürgern. Anno 1951 in Rebdorf bei Eichstätt gegründet, kann es mit seiner 65-jährigen Geschichte auf eine bewegte Entwicklung zurückblicken. Die hat auch der Solist Tobias Epp aus Wiedergeltingen mitgeschrieben, der schon mit neun Jahren damit begann, einem Euphonium schöne Töne zu entlocken.

„Ich hatte großes Glück schon in jungen Jahren und auch später immer an gute Lehrer zu geraten“, erzählt der in Memmingen geborene und in Wiedergeltingen sesshaft gewordene Instrumentalist. Erste Sporen verdiente sich Epp während seiner Ausbildung am Euphonium im Jahre 2001 bei Magnus Blank an der Musikschule in Bad Wörishofen. Auf der Bühne im Kursaal gab er bei einem Konzert der Kneippstädter Jugendkapelle auch sein Debüt. „Ist es nicht toll, dass ich jetzt viele Jahre später an gleicher Stelle wieder mit dem Polizeiorchester spielen darf?“, bemerkt er und lässt seine musikalische Vita Revue passieren. Tobias Epp besuchte nach seinem Realschulabschluss zwei Jahre die Berufsfachschule für Musik in Krumbach, studierte danach mit 18 Jahren an der Musikhochschule Luzern bei Professor Thomas Rüedi und schloss dort 2013 mit dem „Bachelor of Arts“ und 2015 mit dem Master als Musikpädagoge ab.

Mit dem Polizeiorchester ist Tobias Epp viel herumgekommen. Erst kürzlich überzeugte er als Solist am Euphonium bei einem Konzert in Budapest. „Es ist schon eine tolle Sache, zusammen mit Instrumentalisten aus aller Welt musizieren zu können“, findet er und versichert: „Ich habe es allen Unkenrufen zum Trotz nie bereut, dass ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe. Ich würde es glatt wieder tun.“ Viele Leute hätten ihm einst davon abgeraten und den Beruf des Musikers als „brotlose Kunst“ abgetan. „Für mich galt damals, wie heute das Motto: „Lass dir von niemandem etwas ausreden, der nicht dort ist, wo du hin willst“. Das Publikum darf sich also auf einen exzellenten Solisten wie auch auf ein Konzert mit 45 studierten Berufsmusikern freuen, von denen nur noch drei Uniform tragen. Alle übrigen Instrumentalisten sind bei der Polizei angestellt.

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