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Bad Wörishofen

21.11.2019

Die Klinik Bad Wörishofen als Musterklinik für China

Chefarzt Jens Wagner (sitzend) mit den Gästen aus China bei einem besonderen Leistungstest.
Bild: Franz Issing

Plus Eine Delegation lässt sich von Professor Jens Wagner und seinem Team zeigen, wie moderne Reha funktioniert.

Ihr Herz schlägt für das Leben. Dass die hochkarätige chinesische Ärzte-Delegation da eine Fachklinik für Herz- und Kreislauferkrankungen und Orthopädie besucht, liegt nahe. Dass es gerade die Klinik Bad Wörishofen ist, darf als Anerkennung verstanden werden – und wird es auch.

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„Wir sind geehrt, dass wir als Musterklinik für Reha-Maßnahmen ausgewählt wurden“, sagt Chefarzt Professor Jens Wagner, der Leiter der Klinik. Die Chinesen informierten sich über aktuelle Rehabilitationsverfahren, um Defizite aufzuholen. Bei einer Studienreise durch Europa lernen sie Modelle von praktizierter Vorsorge und Gesundheitsnachsorge in Deutschland kennen. Scherzhaft bemerkte Wagner: „Keine Angst, unsere Klinik wird nicht von den Chinesen übernommen, ihr Träger ist weiterhin die Deutsche Rentenversicherung Schwaben mit Sitz in Augsburg.“ Von Professor Wagner erfuhren die Mediziner aus China, dass die hiesige Reha-Klinik zu 98,5 Prozent belegt ist. Eindrucksvoll auch die Kennzahlen: „Wir können 170 Patienten stationär aufnehmen, davon 108 mit Herzerkrankungen und 62 mit Beschwerden des Bewegungsapparates. Hinzu kommen 30 teilstationäre Patienten.“ Man sei selbstbewusst, sagt Wagner, nachdem jüngst immer mal wieder öffentlich weitere Reha-Einrichtungen für Bad Wörishofen gefordert wurden.

Die Rolle Kneipps in der Therapie ist für die Gäste Neuland

Bei einer Führung nahmen auch die Pflegedienstleitung Elfriede Kastner, Orthopädie-Leiter Dr. Hanns-Eberhard Schratt, Therapieleiter Frank Weber und Verwaltungschef Josef Gaul teil. Die Gäste erlebten hautnah, wie bei Patienten nach einer Herzoperation bei einem Belastungstraining der Grad ihrer Fitness getestet wurde. Die Wörishofer Fachklinik ist stolz auf ihren guten Ruf bei Patienten, die mit schweren Herzmuskelschäden oder Kunstherz behandelt werden oder nach einer Herz-OP in Reha geschickt werden. Nicht zuletzt bietet die „Kneipp-Lehrklinik“ auch die klassische Wassertherapie des heilkundigen Pfarrers an. Für die Besucher aus China ein absolutes Novum.

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Die Fachklinik setzt zudem auf eine medizinische Trainingstherapie: in einer „Muckibude“ werden alle Muskeln des Körpers gefordert. Um Patienten körperlich wie auch seelisch zu regenerieren, bedarf es auch modernster Technik. Die Fachklinik Bad Wörishofen, das wurde den chinesischen Medizinern schnell bewusst, hat mit dieser Entwicklung absolut Schritt gehalten. „Wir haben im letzten Jahr ein digitales Röntgengerät angeschafft und sind auch mit neuer Spiroergometrie auf dem Laufenden“, macht Wagner deutlich.

Die Klinik Bad Wörishofen hat auch technisch einiges zu bieten

Er redet von einem Belastungstest vor einer leistungsgerechten Trainingssteuerung, die Patienten weder unter- noch überfordert. Die chinesische Delegation zeigte sich von der Führung und der Gastfreundschaft des Klinikteams sehr beeindruckt.

Dies ist besonders verständlich, wenn man Oliver Kieffer, dem Betreuer der Delegation, bei dessen Schilderung über medizinische Versorgung in der Volksrepublik aufmerksam zuhörte. „Dort fehlt es“, wie Kieffer sagte, „besonders an qualifizierten Ärzten und Therapeuten wie auch speziellen Behandlungskonzepten“. China hole medizinisch zwar Schritt für Schritt auf, doch es „mangelt noch immer an moderner Technik in den Kliniken“.

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