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MZ-Jahresrückblick 2020

31.12.2020

Die Mindelheimer Landwirtschaftsschule wird geschlossen

Die Landwirtschaftsschule in Mindelheim soll geschlossen werden. Doch gegen diese Entscheidung regt sich Widerstand. Bisher vergeblich.
Bild: Oliver Wolff (Archiv)

Plus Auch eine vom Unterallgäuer Landrat Alex Eder angeführte Delegation konnte die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber nicht umstimmen. Ein Rückblick.

Die Mission zur Rettung der Landwirtschaftsschule in Mindelheim ist im September endgültig gescheitert. Eine 90-minütige Verhandlung mit Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber ( CSU) endete in München weitgehend ergebnislos. Aus Schwaben angereist waren Landrat Alex Eder (Unterallgäu), Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek, die Landtagsabgeordneten Franz Josef Pschierer und Bernhard Pohl, Mindelheims Bürgermeister Stephan Winter sowie Wolfgang Göppel vom Verein Landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen im Unterallgäu und die drei Kreisobmänner des Bayerischen Bauernverbands Martin Schorer (Unterallgäu), Stephan Bissinger ( Günzburg) und Andreas Wöhrle ( Neu-Ulm).

Landrat und 22 Unterstützer aus Politik und Landwirtschaft gegen die Schließung

Ungewöhnlich deutlich hatte Kaniber das Gespräch mit dem Satz eröffnet: „Wenn Sie hierher gefahren sind, um die Schule zu retten, hätten Sie sich den Weg sparen können.“ Landrat Eder erklärte im Nachgang: „Für die Landwirte ist das erschütternd.“ Das Treffen in München sei ernüchternd gewesen, die Entscheidung bitter fürs Unterallgäu.

Nachdem sich der Landrat zusammen mit 22 Unterstützern aus Politik und Landwirtschaft gegen eine Schließung der Schule starkgemacht hatte, lud Kaniber zu einem Gespräch ins Ministerium ein. „Wir sind enttäuscht wieder abgereist“, berichtet Eder nach dem Termin.

Er habe Verständnis dafür, dass das Ministerium die Situation bayernweit betrachten müsse, sagt Eder. Wie argumentiert werde, könne er aber nicht nachvollziehen. Er könne sich nicht vorstellen, dass die Qualität der landwirtschaftlichen Ausbildung durch die Schließung von Schulen besser wird, wie vom Ministerium propagiert. „Ich glaube, dass der Schuss nach hinten losgeht.“

Landwirtschaftschule: So soll es jetzt weitergehen

Im Wintersemester gibt es an der Landwirtschaftsschule in Mindelheim wieder eine Klasse – obwohl sie dieses Mal mit 15 Schülern kleiner ist als ursprünglich geplant. Im April, als über die Zulassung entschieden wurde, gab es jedoch 18 Anmeldungen, wie Rainer Nützel, der Leiter des Amts für Landwirtschaft und Forsten erklärte. Drei Schüler hatten sich wieder abgemeldet. Weil der Ausfall extrem kurzfristig war und es im April, als die Entscheidung fiel, 18 korrekte Anmeldungen gab, darf nun dennoch die kleine Klasse mit nur 15 Schülern in Mindelheim starten.

Die Landwirtschaftsschule in Mindelheim soll 2022 aufgelöst werden. Die nächsten Landwirtschaftsschulen sind dann in Kaufbeuren, Kempten und Wertingen. Die Abteilung Hauswirtschaft der Mindelheimer Landwirtschaftsschule bleibt bestehen.

Unterricht soll digitaler werden

Eine Arbeitsgruppe soll Konzepte zur Digitalisierung erarbeiten. Eventuell könnten den Schülern lange Fahrten zu den verbleibenden Schulen erspart werden – zum Beispiel durch Heimunterricht, so Landrat Eder.

Die bayerische Staatsregierung hat im Juli eine Neuausrichtung der Landwirtschaftsverwaltung beschlossen. Sieben von 27 Landwirtschaftsschulen in Bayern werden geschlossen. Eine davon ist die Mindelheimer Schule. Mindelheim hatte sinkende Schülerzahlen aufzuweisen. 2017/18 sei es nur dank einer Ausnahmegenehmigung möglich gewesen, den Schulbetrieb noch aufrechtzuerhalten.

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