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Mindelheim

19.10.2020

Die Picobello's, ein Quintett in Hochform

„Haarige Zeiten“ haben die Picobellos ihr Konzert im Mindelheimer Forum überschrieben und mit ihrem Programm für jede Menge Lacher gesorgt.
Bild: Franz Issing

Plus Die Picobello’s sorgen mit ihrem A-Capella-Gesang im Mindelheimer Forum für eineinhalb höchst unterhaltsame Stunden.

Gäbe es einen Preis für das lustigste Musik-Kabarett, die Picobello’s hätten ihn verdient. Nach längerer Pause traten die fünf Mundwerk-Akrobaten wieder im Forum auf. Coronabedingt mussten sie ihre beiden Gastspiele vom Stadttheater in den großen Saal verlegen. Dort konnte auch das Publikum den vorgeschriebenen Abstand einhalten. „Haarige Zeiten“ hatten die A-Capella-Genies ihr Konzert überschrieben und trafen damit exakt den Geschmack ihrer Fans. „Wer in aller Welt sollte sonst in diesen Zeiten ein Konzert geben“, scherzten sie launig und recht selbstbewusst.

Mit hintersinnigen Liedtexten und flotten Sprüchen eroberten die Vokal-Solisten die Herzen des Publikums im Sturm. Auch die akrobatischen Kunststücke der Picobello’s ließen staunen. Das Quintett kam ganz ohne Instrumente und Verstärker aus. Eine Stimmgabel genügte, damit die Zuhörer Tränen lachten.

Bei der Version der Picobello's von Queens "Bohemian Rhapsodie" glaubt man, ein ganzes Orchester spielen zu hören

Stimmlich zur Hochform lief das Ensemble mit der „Bohemian Rhapsodie“ auf. Bei diesem Hit der britschen Band „Queen“, die mit diesem Klassiker Musikgeschichte schrieb, glaubte man, ein ganzes Orchester spielen zu hören. Viel Beifall bekamen die fünf Solisten auch für den Titelsong „Goldeneye“ aus dem gleichnamigen James-Bond-Film. Tina Turner ließ grüßen.

Uwe Hög, Alfons Göser, Willi Eisenschmid, Luis Hänsler und Rainer Prexl: Zwei Tenöre, zwei Bässe und ein Bariton, die sich einen Wettstreit der Stimmen lieferten und dabei einen Klangteppich woben, auf dem die Töne mal jubilierend, mal schluchzend nur so dahinschwebten. Mit Songs, wie „Das ist die Liebe der Matrosen“, „Kannst du pfeifen Johanna“ und „Am Sonntag will meine Süße mit mir segeln geh’n“ dirigierten die Vokal-Solisten ihre Zuhörer in die Welt der 20er Jahre.

Die Picobello's zeigten im Mindelheimer Forum, dass sie Meister des Minimalismus sind - und ungeheuer unterhaltsam

Singend erzählten sie, was passiert, wenn man für seine Putzfrau putzt, punkteten mit ihrer Version der Schöpfungsgeschichte und schilderten die Erlebnisse eines mit einer Powerfrau verheirateten Mannes. Bei den fünf Meistern des Minimalismus reichte schon ein kurzer Blick oder ein heruntergezogener Mundwinkel, um Heiterkeit zu verbreiten. Viel Gelächter auch wenn die Picobello’s Sirtaki tanzten, oben ohne oder wie einst Udo Jürgens im Bademantel auftraten und mit nicht vorhandenen Instrumenten Luftnummern spielten. Bei den vielen geistreichen Eigenkompositionen gab jeder Akteur mal den Moderator oder den solistischen Frontmann, war dann aber auch wieder für den Background zuständig.

Das Publikum erlebte eineinhalb unterhaltsame Stunden, die viel zu schnell vergingen und die Picobello’s am Ende fragen ließen: „Wer hat denn an der Uhr gedreht, ist es wirklich schon so spät?“. Schließlich bedankten sie sich für den großen Beifall beim Publikum mit dem Versprechen: „Heute ist nicht alle Tage, wir kommen wieder, keine Frage.“

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