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Bürgerversammlung in Nassenbeuren

09.02.2018

Die Sorge vor dem nächsten Starkregen

Die Lindenallee ist den Nassenbeurern eine Herzenssache.
Bild: Foto Hartmann

Der Hochwasserschutz in Nassenbeuren hat ein besonderes Problem. Nichts unversucht lassen wollen die Stadträte Wolfgang Streitel und Fritz Birkle .

Das schwere Unwetter vor drei Jahren beim Frundsbergfest war ein Warnschuss für Nassenbeuren. Wassermassen brachen sich Bahn, die Lindenallee wurde zum Sturzbach. Und so war auf der mit gut 40 Interessierten besuchten Bürgerversammlung am Mittwochabend im Schützenheim Nassenbeuren die Sorge vor einem Hochwasser eines der großen Themen.

Die Gefahr lauert im Osten des Mindelheimer Ortsteils. Das ist auch der Stadt Mindelheim bewusst. Im Süden des Ortes wurde der Schlaucherbach vor Jahren schon mit einem Rückhaltebecken gebändigt. Anders sieht es weiter im Norden aus. Dort gibt es zwar eine fertige Planung des Wasserwirtschaftsamtes Kempten, eine Hochwassermulde im Osten von Nassenbeuren zu schaffen. Allein es fehlt an den dazu notwendigen Grundstücken. Die Eigentümer waren bisher nicht bereit, Flächen abzugeben.

Beschäftigung für den Biber

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Vor Jahren noch wären diese Arbeiten vom Staat gefördert worden. Diese Chance ist wohl vertan, wie Bürgermeister Stephan Winter anklingen ließ. Dennoch würde die Stadt handeln, versprach Winter, würde sie über die notwendigen Grundstücke verfügen.

Im Süden werde aber das Rückhaltebecken nicht gepflegt, kritisierte ein Bürger. Das wiederum kommentierte Richard Preckle und sorgte für Heiterkeit im Raum: Damit habe der Biber etwas zum „Rumrauma“. Die Stadt Mindelheim habe den Nassenbeurern schon mit der Vergrämung der Krähen ein paar der ungeliebten Vögel verschafft. Und weil er schon mal in Fahrt war, bekam auch gleich noch die Sanierung der unteren Maximilianstraße in Mindelheim ihr Fett ab. Ihn erinnere das Bauwerk am Bach an einen U-Bahn-Abstieg.

Die beiden Nassenbeurer Stadträte Wolfgang Streitel, der auch Ortssprecher ist, und Fritz Birkle haben das Thema „ganz oben auf der Agenda“. Im Frühjahr wollen sie noch einmal auf die Grundstückseigentümer zugehen.

Mehr Rücksicht auf die Bäume

Grund fehlt in Nassenbeuren auch an anderer Stelle. An der Ortsstraße in Richtung Mattsies auf Höhe des Schützenheims wünschen sich die Nassenbeurer schon seit langem einen Gehweg. Der Besitzer spielt aber nicht mit. Georg Schmid regte daher an, ob nicht eine schmalere Lösung machbar wäre. Richard Preckle kritisierte den Umgang mit der Lindenallee. Hier würde er sich mehr Rücksicht bei der Pflege der Bäume wünschen.

Von einem Baum steht derzeit noch ein Stumpf. Hier bemühte sich der Rathauschef allerdings vergeblich um ein einheitliches Meinungsbild, was damit geschehen soll. Hermann Geißler sagte, er sei der Meinung, den Stumpf zu belassen. Anders Martha Paul: Sie wünscht sich eine Neupflanzung und sorgte mit ihrem Satz für Lacher: „Einen Stumpf kann ich mir im Wald auch anschauen“.

Für den Schachenweg wünscht sie sich einen Verkehrsspiegel. Damit sei bereits das Ordnungsamt befasst, wusste Ortssprecher Streitel. Die Straße in Richtung der Firma Kleiner sollte einen Mittelstreifen erhalten, regte Paul weiter an.

Vereine wollen Fundushalle bauen

Der Zustand des Richtwegs ist Georg Schmid ein Anliegen. Im Vorjahr hatte er bereits nachgehakt. Die Stadt hat zwischenzeitlich an den Staatsforst geschrieben. Eine Einigung, wer für den Unterhalt des Weges aufkommt, ist aber noch nicht erzielt worden.

Thema war auch die Straßenausbaubeitragssatzung. Sie soll nach dem Willen der CSU fallen, nachdem die Freien Wähler ein Volksbegehren auf den Weg gebracht haben. Bisher gebe es nur Absichtserklärungen, sagte Winter. Die Stadt werde heuer aber keine Straßen ausbauen. Es sollen keine neuen Tatbestände geschaffen werden.

Als große Gemeinschaftsleistung der Vereine steht heuer der Bau einer neuen Fundushalle in der Nähe des Tennisplatzes an. Die Stadt hat dafür ein Grundstück erworben. Der Bau ist auch genehmigt. Über das ganze Jahr hinweg wird Nassenbeuren das 250. Jubiläum von Georg von Schmid begehen, dem Dichter des Weihnachtsliedes „Ihr Kinderlein kommet“. Das Kulturamt der Stadt erarbeite derzeit ein Rahmenprogramm, sagte Streitel.

Der Aussprache vorausgegangen war ein Bericht des Bürgermeisters. Nassenbeuren zählt 812 Einwohner. Die wirtschaftliche Lage sei hervorragend. 16,3 Millionen Euro habe die Gewerbesteuer in die Stadtkasse gespült. Sogar noch mit etwas mehr rechnet die Kämmerei für dieses Jahr. Der Schuldenstand könnte auf unter acht Millionen Euro sinken. Schnelles Internet in Mindelheim soll es von Ende März an geben.

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