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Mindelheim

17.09.2019

Die Unterallgäuer Bauern treibt die Angst um

Vertreter des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter BDM suchten das Gespräch mit Landrat Hans-Joachim Weirather (links) und dem Veterinäramt. Von links: Landrat Hans-Joachim Weirather, Anton Reiber und Hermann Hasel vom BDM, Dr. Armin Randelzhofer vom Veterinäramt, Josef Frey und Bernhard Sirch vom BDM, Veterinäramtsleiter Dr. Alexander Minich, Manfred Gromer und Stephan Sontheimer vom BDM.
Bild: Büchele/LRA

BDM-Vertreter befürchten im Gespräch mit Landrat Weirather und dem Veterinäramt überzogene Kontrollen ihrer Betriebe.

Tierschutz, die Blauzungenkrankheit und die Nitratbelastung im Wasser – diese drei Themen brennen den Unterallgäuer Milchbauern derzeit unter den Nägeln. Deshalb kamen Vertreter des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) ins Landratsamt Unterallgäu, um mit Landrat Hans-Joachim Weirather und Vertretern des Veterinäramts das Gespräch zu suchen.

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Manfred Gromer, Vorstandsmitglied des BDM, machte deutlich, die jüngsten Tierschutz-Kontrollen des Unterallgäuer Veterinäramts zusammen mit dem Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Gesundheit verunsicherten die Landwirte zutiefst. Die Angst vor überzogenen Betriebskontrollen sei überall zu spüren.

Je größer der Hof, desto schwieriger sei es, das Tierwohl sicherzustellen

Weirather betonte: „Wer seinen Hof ordentlich führt – wie es die meisten Unterallgäuer Landwirte tun – der hat bei einer solchen Kontrolle nichts zu befürchten.“ Dr. Alexander Minich, Leiter des Unterallgäuer Veterinäramts, erklärte, Grundlage seien Tierschutzgesetz und die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung. „Bei Tierschutzkontrollen geht es unter anderem darum, zu überprüfen, ob die Tiere gut versorgt, korrekt untergebracht und gepflegt werden“, so Minich. Er riet den Landwirten, erkrankte oder gegebenenfalls auffällige Tiere immer rechtzeitig tierärztlich untersuchen zu lassen.

Die Unterallgäuer Bauern treibt die Angst um

Die Landwirte sendeten auch eine klare Botschaft an die Europäische Union: „Wenn es in der Agrarpolitik so weitergeht, gehen die kleinen Familienbetriebe kaputt und der Trend geht weiter zu Großbetrieben“, so Josef Frey, Vorstandsmitglied des BDM aus Tiefenried. Die Landwirte waren sich einig: Je größer der Hof, umso anspruchsvoller sei es, das Wohlergehen aller Tiere sicherzustellen.

Ein weiteres Thema war die Blauzungenkrankheit: Anfang des Jahres trat die Krankheit in Baden Württemberg auf. Seither ist ganz Schwaben Sperrgebiet, was den Handel mit Rindern einschränkt. Die Landwirte beklagten kostspielige Blutuntersuchungen, die Voraussetzung sind, um nicht geimpfte Kälber, deren Mütter keinen gesicherten Impfschutz haben, aus dem Sperrgebiet zu bringen. Der Markt sei quasi zusammengebrochen. Mastkälber seien derzeit nichts mehr wert, so die Vertreter des BDM.

Das Unterallgäu wird wegen der Blauzungenkrankheit wohl noch zwei Jahre lang Sperrgebiet bleiben

Allerdings konnte hier Veterinäramtsleiter Dr. Minich wenig Hoffnung machen: „Wir werden wohl die nächsten zwei Jahre Sperrgebiet bleiben.“ Mit den Verordnungen werde versucht, eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.

Zum Thema Nitrat im Trinkwasser machte Landrat Weirather deutlich: Wer Gülle in der richtigen Dosierung als wertvollen Wirtschaftsdünger verwende, verursache keine erhöhte Nitratbelastung im Wasser. „Problematisch wird es, wenn mehr Gülle ausgefahren wird, als die Pflanzen aufnehmen können“, so Weirather: „In diesem Fall kann es zu einem schädlichen Nährstoffeintrag ins Grundwasser und zur Belastung des Trinkwassers kommen.“

Nach dem intensiven Austausch waren sich alle Beteiligten einige, solch konstruktive Gespräche sollten öfter geführt werden.

Das Treffen war nicht öffentlich. Der Bericht stammt vom Landratsamt.

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