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Bad Wörishofen

24.03.2017

Die Zukunftschance für die Kneippstadt

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Immer mehr Menschen werden künftig etwas für ihre Gesundheit tun. Wie sich die Arbeitswelt dazu verändern muss, war Thema von „Kolping und Wirtschaft“.
Bild: Tobias Hartmann

Bei „Kolping und Wirtschaft“ wagen 100 Unternehmer und Politiker den Blick voraus. Gesundheit wird im Berufsalltag einen viel größeren Stellenwert bekommen. Was „Himmel 4.0“ ist und warum man weniger arbeiten sollte.

Die Kneippstädter brauchen vor der Zukunft keine Angst zu haben. Zumindest wenn es nach dem Wirtschaftsjournalisten, Buchautor und Zukunftsforscher Erik Händeler geht. Bei dem jährlichen Meeting „Kolping&Wirtschaft“ in der Kuroase vor rund 100 Unternehmern, Handwerkern und Politikern meinte der Referent, dass das Thema Gesundheit in einer immer älter werdenden Gesellschaft immer mehr an Bedeutung gewinne. Er forderte eine Arbeitswelt, in dem es möglich ist, gesund im Beruf alt zu werden. Mit entsprechenden Pausen und Regenerationsphasen, und da wären wir wieder bei Pfarrer Kneipp und seinen fünf Säulen.

Nach Worten des Vorsitzenden des Kolping-Bildungswerkes in der Diözese Augsburg, Landrat a.D. Gebhard Kaiser, sei es bereits Tradition, dass man sich um den Josefstag Gedanken um die Arbeitswelt von morgen mache. Sein besonderer Gruß galt dem ehemaligen Landwirtschaftsminister Josef Miller aus Memmingen, der neuen Leiterin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen, Maria Amtmann sowie dem Diözesanpräses Alois Zeller und dessen Vorgänger Pfarrer Josef Hosp. Erik Hänseler ist auch stellvertretender Vorsitzender des KKV Landesverband Bayern der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung und so sah er neue Chancen für den christlichen Glauben im Zeichen der Digitalisierung. Und hatte sein Vortrag den provokanten Titel „Himmel 4.0. Warum das Evangelium in der Wissensgesellschaft ganz neue Chancen bekommt“.

Er begann mit einer Standortbestimmung, die auf der nach einem russischen Wissenschaftler bezeichneten Kondratieff-Theorie. Die Wirtschaftsgeschichte könne in langen Konjunkturwellen erklärt werden.

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Nach einer bahnbrechenden Erfindung gebe es in deren Sog wirtschaftlichen Aufschwung. Wenn die Innovation fast alle erreicht habe, folge der Abschwung. Als markante Erfindungen bezeichnete er die Dampfmaschine ab 1815, daraus folgten das Problem des Transportes und der Einsatz der Eisenbahn (ab 1873).

Erhöhte Produktivität benötigte mehr Energie, ab 1918 begann die Massenproduktion. Die nächste Konjunkturwelle war mit dem Siegeszug des Autos verbunden und 2002 habe das Zeitalter der Informationstechnik begonnen. Die Computer sparen Zeit und Ressourcen. Aber, so der Referent, man habe hier die Grenzen erreicht, die Arbeit, die der Computer dem Menschen abnehmen kann, habe er weitestgehend abgenommen.

Nach den landläufigen Auffassungen müsste jetzt eine Welle des Abschwungs einsetzen, bis eine neue Erfindung neue Investitionen hervorrufe. Die Zukunft liege nach seiner Auffassung in Strukturierung des Wissens und der Information sowie in der Gesundheit. „In der gedachten Welt gibt es keine Grenze des Wirtschaftswachstums,“ so Händeler. Das Wissen der Menschen verdoppele sich alle zwei Jahre mit immer schnellerem Tempo. Je schwieriger Sachverhalte würden, um so mehr seien die Menschen auf andere angewiesen. In der Informationsbranche liege die Zukunft.

Das habe Konsequenzen. Nur Firmen, in denen Spezialisten an bestimmten Problemlösungen unter Einbeziehung aller Qualifikationen arbeiten, würden in Zukunft erfolgreich sein. Und: Der Wohlstand hänge in der Wissensgesellschaft vom Sozialverhalten ab. Eine Basis dafür böten der christliche Glaube und das Evangelium.

Und diese Entwicklung gebe den älteren Arbeitnehmern neue Chancen. Sie hätten durchaus Vorteile gegenüber den Jüngeren. Sie würden Probleme realistischer einschätzen, seien toleranter, könnten Fehler besser voraussehen und hätten einen besseren Überblick,

Doch dazu gehöre Gesundheit. Deshalb brauche man eine neue Arbeitswelt, in der es möglich ist, im Beruf alt zu werden. Die Forderung des Referenten am Schluss: „Wir müssen weniger arbeiten, um länger arbeiten zu können“. In dieser neuen Arbeitskultur brauche man individuelle Teilzeitregelungen, um persönliche Auszeiten zu ermöglichen. Der Mensch werde zwangsläufig in die Gesundheit investieren, dabei gehe es auch um das seelische Gleichgewicht.

Passend dazu hatte das Kolpingswerk den Tagungsort gewählt: Das Kloster, in dem Pfarrer Kneipp vor 150 Jahren seine Gesundheitslehre entwickelt hat.

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