Newsticker
Ämter melden 15.974 Corona-Neuinfektionen und 1148 neue Todesfälle in Deutschland
  1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Diese Bad Wörishoferin ist Expertin für besondere Orte

Bad Wörishofen

30.09.2020

Diese Bad Wörishoferin ist Expertin für besondere Orte

Silke Weiß in ihrem „Zauberkreis der Natur“. Es ist einer von mehreren Orten, welche die Künstlerin aus Bad Wörishofen für die Glückswege im Unterallgäu gestaltet hat. Auch für den Kurpark hätte sie eine Idee.
Bild: Maria Schmid

Plus Gleich mehrere Unterallgäuer Glückswege tragen die Handschrift von Silke Weiß aus Bad Wörishofen. Auch für den Kurpark der Stadt hat sie eine große Idee.

Viel Glück! Wie oft geht dieser Wunsch von Mensch zu Mensch! Doch was ist Glück? Für Buddha stand fest: „Es gibt keinen Weg zum Glück. Glücklichsein ist der Weg.“ Und im Unterallgäu wird das aktuell mit der „Erlebnisraumgestaltung Glückswege“ so in die Tat umgesetzt, dass sich Menschen an den ausgewählten Orten schon alleine durch den dortigen Aufenthalt glücklich fühlen sollen. Dafür sorgt vor allem die Bad Wörishofer Künstlerin Silke Weiß. Sie hat gleich mehrere Aufträge für die Gestaltung dieser Glücksorte erhalten.

Die Menschen sollen an „ihren“ Orten durchatmen können, den lärmenden und Stress verursachenden Alltag vergessen, eintauchen in den Klang und die Farben der Natur. Die diplomierte Designerin Silke Weiß sagt zu ihrer Motivation: „An diesen Orten kann das Bewusstsein gesteigert werden für die Schönheit der Schöpfung, der Natur, der Pflanzen- und Tierwelt. Hier geht es um die innere Ordnung, den ‚Genius Loci’, den ‚Geist des Ortes’ aufzunehmen.“ Und das ganz im Sinne von Sebastian Kneipp, in seinem „Kneippland“ Unterallgäu.

Bevor es losgeht, wird meditiert

Silke Weiß selbst besucht den jeweils für eine Installation an einem der Glückswege gelegenen Ort. Sie sucht die Inspiration in der Meditation, lässt den Ort auf sich wirken. Daraus entwickelt sie dann das Objekt, das dort, und genau dort und an keinem anderen Ort, hinpasst. Silke Weiß zeigt mit ihren Projekten ihre Vielseitigkeit. Sie macht Installationen, entwirft Glasfenster, Grafiken, liebt die Wandmalerei und Bodengestaltung.

So ist auch die Steinskulptur „Im Zauberkreis der Natur“ im Teich von „Mathildenruh“ unterhalb der Mindelburg in Mindelheim entstanden.

Die im Travertin-Stein durch Sandstrahlung entstandene Zeichnung zeigt ein Frauengesicht. Die starke Symbolkraft besteht in den abgebildeten vier Händen. Die Vier ist das Weltsymbol für die sichtbare, materielle Welt, für die vier Himmelsrichtungen, die vier Flüsse des Paradieses, die vier Jahreszeiten und auch für die vier Elemente Feuer, Erde, Luft und Wasser. Die vier Hände halten Laub und Früchte der Erde bereit.

Überraschung im Himalaya-Urlaub

Die 1967 geborene Silke Weiß studierte an der FH Augsburg Kommunikationsdesign und wohnt seit einigen Jahren in Bad Wörishofen. Sie sagt: „Eine meiner großen Leidenschaften sind Reisen. Zu meinen Reisefavoriten zählt Indien.“ Es ist für sie ein Land der bunten Farben. Hier findet sie Inspirationen. Sie erzählt: „Als ich nach einem abgeschlossenen Projekt nach Indien reiste, wohnte ich in einem kleinen Dorf im Himalaya. Nach einigen Tagen kam ein Mönch vorbei. Er fragte mich nach meinem Beruf. Ich erzählte, dass ich auch Malerin sei. Er fragte mich, ob ich etwas für ihn und den Ort tun könne. Er führte mich zu einem Tempel der Meditation und bat mich, das Eingangstor zu bemalen.

Etwas überrascht von der plötzlichen Wendung meines ‚Erholungsurlaubes’ sagte ich zu. Der Mönch kramte eine alte Farbdose hervor, fuhr dann jedoch in die nächste Stadt und kaufte Goldfarbe. Pinsel habe ich auf meinen Reisen immer dabei – für alle Fälle.“

Doch auch in der Heimat gibt es für Silke Weiß immer wieder überraschende Momente, in der die Intuition gefragt ist. Sie berichtet: „Als ich in der Kapelle des Seniorenzentrums Legau arbeitete und meine Arbeit, eine Malerei an der Wand, gerade abschloss, räumte ich auf, löschte das Licht und sperrte die Kapelle ab. Als ich bereits im Auto saß, hatte ich die Intuition, dass es gut wäre, nochmals in die Kapelle zurück zu gehen. Beim Eintreten bemerkte ich nichts Auffälliges. Dann stellte ich einen seltsamen Geruch fest. Der Holzboden war mit Pappkartons abgedeckt. Darunter verborgen brannte ein Bodenlicht. Es war noch eingeschaltet und entwickelte große Hitze. Ich war unendlich dankbar, dass ich meiner Intuition gefolgt war.“

Und was ist mit dem Ort, in dem die Mutter zweier Töchter mit ihrem Mann Peter Schmid lebt, der ebenfalls Künstler und außerdem Jazz-isch- und Mondlicht.Open-Air-Organisator in Mindelheim ist? Möchte Weiß auch hier etwas Besonderes schaffen?

Sie lacht und spricht von ihrer Vision für Bad Wörishofen.

Den Kurpark findet sie großartig. Doch wie könnte man ihn auch an grauen Tagen genießen? Schließlich gebe es im Allgäu fast die Hälfte des Jahres immer wieder Schlechtwettertage. Ihre Idee: „Ich möchte im Kurpark einen lichtdurchfluteten, prachtvollen Pavillon gestalten. Es soll eine Oase der Ruhe sein, mit Blick in den Park, ein Ort der Regeneration und Stille und natürlich mit dem Thema Kneipp und die fünf Elemente.“

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren