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Unterallgäu

26.09.2019

Diese Folgen hat die Thomas Cook-Pleite im Unterallgäu

Für Kunden des Veranstalters Thomas Cook könnte der Traum vom Urlaub platzen.
Bild: yanlev-Fotolia

Nach der Insolvenz des Reiseveranstalters herrscht in den örtlichen Reisebüros Hochbetrieb. Sie gehen davon aus, dass viele auf ihrem Geld sitzen bleiben.

Eigentlich geht die Reisesaison gerade eher ihrem Ende entgegen. Seit jedoch bekannt wurde, dass der Reiseveranstalter Thomas Cook insolvent ist, herrscht in vielen Reisebüros im Unterallgäu Hochbetrieb. Etliche Reisende wollen wissen, wie es weitergeht: Werden sie ihren bereits gebuchten Urlaub noch antreten können? Und, fast noch wichtiger: Kommen sie ohne größere Probleme wieder nach Hause, wenn sie jetzt bereits im Urlaub sind?

„Im Moment kann ich darauf keine verbindliche Auskunft geben“, sagt Bernd Hammermayer von Frundsbergreisen in Mindelheim. Schließlich hätten die deutschen Töchter von Thomas Cook noch keine Insolvenz angemeldet – was die Lage im Moment nicht leichter macht. Er und seine Mitarbeiter setzen derzeit alle Hebel in Bewegung, um den betroffenen Kunden einen Urlaub ohne große Mehrkosten zu ermöglichen. Gerade hat er etwa mit einem Hotelier in Südtirol gesprochen, ob er – wie auch das Reisebüro selbst – auf Provisionszahlungen verzichten würde.

Die Pleite von Thomas Cook wirkt sich auch auf das Unterallgäu aus

Auslösen musste das Reisebüro bislang noch keinen der rund 100 betroffenen Kunden. Allerdings sei die Insolvenz auch noch nicht überall bekannt. Auf den Malediven zum Beispiel seien die Reisenden in den Hotels noch nicht darauf angesprochen worden, andernorts aber sehr wohl: Hoteliers, die von Thomas Cook kein Geld bekommen haben, fordern es nun teils in voller Höhe oder in Anzahlungen von den Reisenden ein. Haben sie eine Pauschalreise gebucht, sollten sie über den sogenannten Sicherungsschein abgesichert sein. Diese Versicherung deckt jedoch nur Schäden bis zu einer Höhe von 110 Millionen Euro ab. „Und ich rechne mit einem Schaden, der doppelt so hoch ist“, sagt Hammermayer. Auch viele Pauschalreisende könnten deshalb auf ihren Kosten oder einem Teil davon sitzen bleiben. So wie übrigens auch die Reisebüros selbst: Hammermayer rechnet nicht damit, noch ausstehende Provisionszahlungen von Thomas Cook zu bekommen.

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Glück hatte dagegen eine kleine Reisegruppe, die am Dienstag mit Condor weggeflogen ist: Wäre Thomas Cook der Veranstalter gewesen, hätten die Teilnehmer nicht ins Flugzeug steigen dürfen. Weil es sich jedoch um einen anderen Veranstalter handelte, durfte die Gruppe fliegen. Sollte es später beim Rückflug Probleme geben, steht der Veranstalter in der Pflicht, die Reisenden zurückzuholen.

Mehr zur Pleite von Thomas Cook lesen Sie hier:

Hotels machen Touristen nach Cook-Pleite Druck

Vier Tage nach der Pleite des britischen Mutterkonzerns meldet die deutsche Thomas Cook GmbH Insolvenz an. Tausende Urlauber sind derzeit mit dem Veranstalter unterwegs.
Video: dpa

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