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Schlingen

30.01.2020

Dorfgemeinschaftshaus im Blick: Pläne für das Rössle

Der ehemalige Gasthof Goldenes Rössle (rechts) soll ein Dorfgemeinschaftshaus werden. Noch ist aber fraglich, ob dies mit einem Umbau geschehen soll oder ob ein Neubau die bessere Lösung ist.
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Der ehemalige Gasthof Goldenes Rössle (rechts) soll ein Dorfgemeinschaftshaus werden. Noch ist aber fraglich, ob dies mit einem Umbau geschehen soll oder ob ein Neubau die bessere Lösung ist.
Foto: Markus Heinrich

Plus Der neue Plan für das Goldene Rössle findet in Schlingen viel Zustimmung. Wie es nun weitergeht, schildert Wolfgang Tröber.

In das zähe Ringen um ein Dorfgemeinschaftshaus in Schlingen dürfte jetzt etwas Bewegung kommen. Es war ein glücklicher Zufall, dass die Architekturstudentin Julia Haas sich für ihre Masterarbeit ausgerechnet dieses Themas angenommen hatte und in diesem Rahmen eine komplette Planung für das Dorfgemeinschaftshaus entwarf. Da sich Schlingen noch im Dorferneuerungsprozess befindet, könnte dieses Vorhaben sogar großzügig bezuschusst werden. Allerdings müsste dazu bis zum Juni der Auftrag an einen Architekten vergeben werden, um nicht Teile der Förderung zu verlieren. So erklärte es jedenfalls Wolfgang Tröber, bei dem in Schlingen seit mehreren Jahren die Planungen für das Gemeinschaftshaus zusammenlaufen.

Im Rahmen einer öffentlichen Versammlung, zu dem das Schlingener Gremium zusammen mit der Stadt eingeladen hatten, wurde nun das Konzept von Julia Haas vorgestellt und fand bei einer kurzen Abstimmung großes Wohlwollen. Mit diesem Entwurf können die Schlingener nun in den Stadtrat gehen, der letztendlich entscheiden muss. Deshalb waren viele Stadträte und auch Bürgermeister Paul Gruschka ins Goldene Rössle gekommen. Gruschka hob in seiner Begrüßung heraus, dass die Stadt die ehemalige Gaststätte vor einigen Jahren bereits gekauft und auch schon einige Beratungen dazu stattgefunden hätten, wie daraus ein Dorfgemeinschaftshaus werden könnte. Bisher allerdings hätte ein im Stadrat vorstellungswürdiges Konzept gefehlt, das nun vorhanden sei.

Das sind die Ziele - und die Auswirkungen eines Treffens mit der Michaela Kaniber

Wolfgang Tröber nannte als Ziele des Abends die Vorstellung der Masterarbeit, die allgemeine Information der Bevölkerung, um eine Basis herzustellen, auf der weitergearbeitet werden könne. Keineswegs sei dies eine Planung, an der nicht noch Veränderungen vorgenommen werden könnten. Durch das Treffen der Schlingener mit Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber in Mindelheim, das der ehemalige Wirtschaftsminister Franz-Josef Pschierer vermittelt hatte, hätten sich noch zusätzliche Fördermöglichkeiten ergeben. Außerdem merkte Wolfgang Tröber an, dass das Goldene Rössle auch derzeit noch an fast 300 Tagen im Jahr genutzt würde, was die Notwendigkeit eines Dorfgemeinschaftshauses unterstreichen würde.

So lief das Treffen mit Ministerin Michaela Kaniber in Mindelheim:

Schlingener hoffen auf die Ministerin

Julia Haas, die an dem Abend nicht anwesend sein konnte, hatte ihre Arbeit unter das Motto „Dorf schafft Gemeinschaft“ gestellt und dabei auch über das Haus hinaus sich ein Bild von Schlingen gemacht und dieses dokumentiert. Ihre Planungen zu dem Gebäude stellte dann Stadtbaumeister Roland Klier detailliert vor. Demnach solle dieses wie bisher zweistöckig mit Dachstuhl am bisherigen Platz entstehen. Dazu solle allerdings als L-Form im Westen der große Saal für rund 200 Personen, eventuell mit Bühne, entstehen.

Weiterhin wären im Erdgeschoß ein Stuhllager, eine Küche mit Ausschank, ein weiterer Raum für rund 40 Personen, sowie Umkleiden, ein Jugendraum und vielleicht ein Nahversorgerraum und natürlich Toilettenräume vorgesehen. Der Hauptzugang wäre, anders als bisher, von der Straßenseite mit einem kompletten Durchgang in den Garten vorgesehen. Im Obergeschoß würden die Schützen ihr Domizil mit Vorraum und Waffenraum finden. Für den Musikverein, dessen Vorsitzender Wolfgang Tröber ist, gäbe es dort einen Musikraum mit Notenraum und einem Zimmer für den Einzelunterricht, sowie Notenlager und ebenfalls sanitäre Anlagen. Zusätzliches Raumangebot bestünde schließlich noch im Dachgeschoß.

Die Zufahrt zum Parkplatz im Westen würde an der Nordseite des Gebäudes vorbeiführen. Somit bestünde die Möglichkeit zu einer Terrassengestaltung im Garten. Tröber betonte noch, dass an die Förderfähigkeit vom Amt für landwirtschaftliche Entwicklung in Krumbach Bedingungen bezüglich Räumenutzung und Außengestaltung geknüpft seien, die bei dem vorgestellten Plan allerdings erfüllt werden könnten. Dies sei bereits mit dem Amt besprochen worden. Außerdem merkte er an, dass das Haus keine Konkurrenz zum bestehenden Pfarrhof darstellen werde. Sein Wunsch sei es, „etwas Vernünftiges für Schlingen und seine Bewohner“ zu schaffen.

Es geht um die Frage, ob es mit diesem Konzept weitergehen soll

Für Roland Klier stand für diesen Abend die Frage im Raum, ob man auf diesem Konzept weiter aufbauen könne. Dies wurde im voll besetzten Saal fast einstimmig für gut befunden. Noch nicht festlegen wollten sich die Verantwortlichen bezüglich der Kosten, wenn auch ein Teilnehmer rund zwei Millionen Euro in den Raum stellte. Noch nicht endgültig festgelegt werden könne auch die Frage nach Umbau oder Abriss und Neubau, wobei aus der Versammlung der Trend nach Abriss und Neubau deutlich zu vernehmen war. Roland Klier selbst hielt schon die Außenmauern allein aus Isolierungssicht für nicht sehr vorteilhaft. Eine Sanierung enthielte außerdem größere Risiken bei der Kostenfrage. Weiterer Diskussionspunkt war der Zugang von der Straßenseite her, der einem Teilnehmer als durchaus gefährlich erschien. Auch, ob der geplante Nahversorgerraum im Eigenbetrieb umgesetzt werden könne, wurde unterschiedlich diskutiert. Hier würde der Zugang, ebenfalls wie zum Jugendraum, der allgemeine Zustimmung fand, vom Süden her erfolgen. Weiteres Thema waren natürlich, wie Bürgermeister Gruschke betonte, die erwarteten Eigenleistungen der Schlingener. Tröber schlug dazu einen gemeinnützigen Verein vor, zu dem Jens Hemberger bereits eine Satzung erstellt habe. Dort könnten dann alle mitgenommen werden und auch Spenden entgegengenommen werden. Handwerkliche Leistungen könnten sicher in größerem Umfang eingebracht werden, so seine Einschätzung.

Am Ende der Versammlung schienen alle Teilnehmer, unter denen sehr viele jüngere Bürger zu finden waren, froh zu sein, dass jetzt Licht am Ende eines langen Tunnels zu sehen sei. Das nächste Wort dürften nun auf dieser Basis die Stadt und der Stadtrat haben.

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