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Allgäu Airport Memmingen

01.07.2016

Drehscheibe für Osteuropa ausbauen

Der Allgäuer Flughafen entwickelt sich immer mehr zum Drehkreuz für Flüge nach Osteuropa.
Bild: Archiv Matthias Becker

Wizz-Air bietet von Memmingen bald 13 Ziele an. Jetzt landete der millionste Gast der ungarischen Fluglinie. Den Brexit sehen die Manager gelassen

Jahrelang war die irische Billig-Fluglinie Ryanair die Nummer eins am Allgäu Airport. Das wird sich ab der kommenden Wintersaison ändern. Dann läuft die ungarische Fluggesellschaft Wizz-Air dem bisherigen Platzhirsch den Rang ab. Mit den neuen Zielen Nisch in Serbien, Montenegros Hauptstadt Podgorica, Kutaisi (Georgien) und Sibiu (Rumänien) steuert Wizz-Air von Memmingerberg bald 13 Ziele an. Der Allgäu Airport baut damit seine Position als Drehscheibe für Osteuropa aus.

Angekündigt hat dieses zusätzliche Engagement am Flugplatz Memmingen jetzt Johan Eidhagen, Marketing-Chef von Wizz-Air. Der Zeitpunkt war bewusst gewählt, denn am Mittwoch-Nachmittag landete der einmillionste Fluggast, den die ungarische Linie seit 2009 von oder nach Memmingen transportierte, auf dem Allgäu-Airport. Um 15.10 Uhr setzte die Maschine aus Sofia auf. Mit an Bord Vasilka Rakova, die von der bulgarischen Hauptstadt nach Memmingen flog. Sie bekam als Jubiläums-Kundin Blumen und einen Gutschein für einen Hin- und Rückflug nach freier Wahl mit Wizz-Air. In Bulgarien hatte Vasilka Rakova Heimaturlaub gemacht und kehrte jetzt wieder nach Deutschland zurück. Sie arbeitet bei McDonalds in der Nähe von Ingolstadt. Bereits zwei Mal ist sie von Memmingen aus geflogen und will das noch öfter tun.

Vasilka Rakova ist typisch für die Fluggäste von Wizz-Air am Allgäu Airport. Für die Bulgarin liegen von Ingolstadt aus die Flughäfen München oder Nürnberg viel näher. Aber von dort gibt es entweder keine Direktflüge in ihre Heimat, oder sie sind viel teurer. Deshalb rentiert es sich für die junge Frau, nach Memmingen zu fahren und von dort nach Sofia zu fliegen.

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Bei vielen Flügen nach Osteuropa stehen die Motive Verwandten- und Freunde-Besuche weit oben. Aber auch Geschäftsreisende und Urlauber verzeichnen bei Wizz-Air große Zuwächse. „Der Ferienverkehr entwickelt sich in beide Richtungen. Neue Ziele wie Montenegro an der Adria unterstützen das aktiv“, sagte Marcel Schütz, Vertriebsleiter des Allgäu Airports. Er freute sich auch, dass nun mit Wizz-Air und Ryanair zwei starke Partner dem Memminger Flughafen eine tragfähige Basis böten. Für dieses Jahr hat der Allgäu Airport seine Prognose auf 950000 Passagiere erhöht. Und Schütz ist sich bereits nach einem halben Jahr sicher, „dass wir das auch erreichen“. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 zählte man in Memmingerberg 883000 Fluggäste, 2014 waren es 750000 Passagiere.

Die Wizz-Air-Erfolgsgeschichte zeige laut Schütz, dass es richtig war, auf osteuropäische Ziele zu setzen. Denn während die Zuwachsraten für Ziele in Westeuropa bundesweit bei ein bis zwei Prozent  liegen, würden Flüge nach Osteuropa ein Plus zwischen vier und fünf Prozent aufweisen. Wird Wizz-Air 2017 weitere Ziele in Osteuropa vom Allgäu Airport aus ins Auge fassen? Das sei durchaus denkbar, sobald sich eine Gelegenheit dazu biete, sagte Eidhagen. So seien aus Memminger Sicht zum Beispiel Polen oder Ungarn noch weiße Flecken auf der Landkarte. Der Brexit bereitet den Managern der Fluglinien und des Allgäu Airports übrigens kein Kopfzerbrechen. Man sei flexibel genug, um auf alle Entwicklungen zu reagieren, sagte Schütz.

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