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25.11.2017

„Ein Notar muss auch Übersetzer sein“

Andreas Albrecht war acht Jahre lang Notar in Türkheim und auch für Bad Wörishofen und die Gemeinden des ehemaligen Amtsgerichtsbezirks Türkheim zuständig. Im Dezember geht der Bad Wörishofer in den Ruhestand und freut sich auf viel Freizeit, vor allem mit seinen vier Enkelkindern.
Bild: alf

Andreas Albrecht übergibt das Notariat Türkheim/Bad Wörishofen in jüngere Hände – in den vergangenen acht Jahren hat er die unterschiedlichsten Menschen im Unterallgäu kennen- und schätzen gelernt

Ein Notar ist eine wichtige Vertrauensperson – denn wer zum Notar geht, der stellt die Weichen für die Zukunft. Andreas Albrecht war acht Jahre lang Notar in Türkheim und Bad Wörishofen und damit auch für den Bereich des ehemaligen Amtsgerichtsbezirks Türkheim zuständig. Er hat in dieser Zeit die Region und seine Menschen kennen und schätzen gelernt.

Jetzt, mit 62 Jahren, geht der Top-Jurist in Ruhestand – er hat aber schon jetzt so viele Pläne für seine neu gewonnene freie Zeit, dass ihm ganz bestimmt nicht langweilig werden wird. Auch seine Nachfolge ist bereits geklärt: Ab Dezember übernimmt Simone Lang das Türkheimer Notariat. Sie war zuletzt als Notarin in Vohenstrauß (Oberpfalz) tätig.

Diese Entscheidung für den Ruhestand sei ihm leicht gefallen, denn der Bad Wörishofer hat schon ganz viele Pläne, damit der Übergang in den „Unruhestand“ ihm da ganz bestimmt nicht schwer fallen wird: reisen, tanzen, Ski fahren, eislaufen oder mit dem Motorflugzeug abheben – der Vater von zwei erwachsenen Kindern hat aber noch „Hobbys“, die ihm besonders wichtig sind: Seine vier Enkelkinder im Alter von einem halben Jahr bis zweieinhalb Jahren können sich darauf freuen, dass ihr Opa bald noch mehr Zeit für sie haben wird.

Denn Freizeit war in seinem Beruf nicht immer in dem Umfang vorhanden, wie er sich das selbst manchmal gewünscht hätte: Der Beruf als Notar ist nicht nur zeitintensiv und stressig – er fordert auch viel Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl im Umgang mit den Klienten.

Doch genau das ist es auch, was für Andreas Albrecht seinen Beruf als Notar zu seiner Berufung machte: Der Umgang mit den unterschiedlichsten Charakteren, verschiedenste Menschen mit Ecken und Kanten, für die ein Besuch beim Notar immer etwas ganz Besonderes ist – hier werden wichtige Entscheidungen fürs Leben getroffen und fixiert.

Vom Immobiliengeschäft bis zum Erbvertrag, von Eintragungen ins Vereinsregister bis zur Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung – ein Notar deckt gewissermaßen das „ganze Leben“ ab und entsprechend gut beraten wollen seine Klienten daher auch sein.

Für Andreas Albrecht war es daher immer gleich wichtig, ob gerade ein Landwirt in Gummistiefeln oder der Vorstandsvorsitzende eines internationalen Konzerns im feinen Anzug vor ihm saß: „Ein Notar muss juristisch komplizierte Sachverhalte verständlich vermitteln und dabei immer unparteiisch sein. Als Notar muss man eben immer auch ein Übersetzer sein“, so der gebürtige Heidelberger, der schon in seiner Zeit als Jura-Student zu den besten seines Faches gehörte und bereits im Alter von 25 seine Ausbildung zum Volljuristen abgeschlossen hatte.

Nach einigen Zwischenstationen war er knapp zwei Jahrzehnte Notar in Augsburg, ehe er 2009 nach Türkheim wechselte – eine Entscheidung, die er noch keine Sekunde bereut hat: „Das Unterallgäu ist eine liebenswerte Gegend mit hoher Lebensqualität und perfekter Lage“.

Zur Lebensqualität zählt für ihn und seine Familie auch das breite kulturelle Angebot, das auch sein Wohnort Bad Wörishofen bietet. Als Mitglied des Fördervereins des Festivals der Nationen will er auch seinen Beitrag leisten, um dieses kulturelle Highlight weiterhin in der Kurstadt halten zu können. Als „ehemaliger“ Augsburger hat er natürlich auch die Verbindungen in die Fuggerstadt nie abreißen lassen und ist dort ein häufig und gern gesehener Gast, vor allem im Augsburger Theater und beim Kunstverein Augsburg.

All das kann er ab Dezember buchstäblich in vollen Zügen genießen, wenn er seinen Alltag als Notar mit dem Ruhestand tauscht. Bei aller Freude bleibt da natürlich auch ein wenig Wehmut, denn sein Beruf war ihm immer das Wichtigste: „Ich werde die vielen persönlichen Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen vermissen“, sagt Andreas Albrecht.

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