1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Ein Seelsorger mit Leib und Seele

Ettringen

24.10.2019

Ein Seelsorger mit Leib und Seele

Copy%20of%20IMG_0021.tif
3 Bilder
Pater Michael liest gerne in seiner handgeschriebenen Bibel. Der gebürtige Inder feiert am Sonntag in seiner Pfarrgemeinde in Ettringen sein Silbernes Priesterjubiläum. Längst ist er heimisch geworden in Ettringen und dem Unterallgäu – nur mit dem hiesigen Dialekt hat er noch so seine Schwierigkeiten.
Bild: Franz Issing

Plus Pater Michael feiert sein Silbernes Priesterjubiläum. Der Inder ist längst zuhause in Ettringen. Nur eine Sache bereitet ihm bis heute manchmal Probleme.

„Zu jeder guten Tat bereit“: Diese vom Heiligen Norbert von Xanten vorgegebene Ordensregel ist für Pater Michael seit 25 Jahren ungeschriebenes Gesetz. Nun, ein Vierteljahrhundert fruchtbare Arbeit im Weinberg des Herrn ist noch keine Ewigkeit, aber bestimmt ein Anlass, ein silbernes Priesterjubiläum gebührend zu feiern. Und genau das hat der Ordensmann in der weißen Tunika der Prämonstratenser auch vor. Mit den Gläubigen will er am Sonntag, 27. Oktober, um 9.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Martin einen festlichen Dankgottesdienst feiern. „Ich bin gerne Priester, das ist für mich ein großes Geschenk“ versichert der indische Geistliche.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

In Ettringen ist Pater Michael zu einer Institution geworden

Und wer Pater Michael kennt, nimmt ihm dies sofort ab. Der Ettringer Seelsorger ist mit Leib und Seele Priester. Er ist in der Wertachgemeinde hochgeschätzt, ja eine Institution. Seine Vita liest sich wie seine handgeschriebene Bibel als eindrucksvolle Glaubensgeschichte. Nach dem Abitur trat Michael Dartyvilla ins Kloster des Prämonstratenserordens im indischen Mananthavady ein. Danach studierte er in Bangalore Philosophie und in Augsburg Theologie. In seiner Heimatpfarrei Thayamkerry wurde er am 27. Oktober anno 1994 zum Priester geweiht.

Seit 21 Jahren ist Pater Michael Leiter der von ihm gegründeten, ersten Pfarreiengemeinschaft in der Diözese Augsburg. Zu ihr gehören die Gemeinden St. Martin in Ettringen, Mariä Himmelfahrt in Markt Wald mit den Filialkirchen Schnerzhofen, Oberneufnach und Steinekirch. Nicht zu vergessen auch die Pfarreien St. Vitus im Immelstetten und St. Georg in Kirch-Siebnach mit ihren Kapellen in Siebnach und Traunried. Was den von Bischof Walter Mixa im Jahre 2009 zum Geistlichen Rat ernannten indischen Ordensmann besonders auszeichnet: „Er kann gut mit Menschen umgehen, versteht es, sie zur Mitarbeit zu motivieren und lässt sich auf ihre Nöte ein“, so Armin Weh. Und der Ettringer Pfarrgemeinderatsvorsitzende erinnert sich gerne an den herzlichen Empfang von Pater Michael. „Es war für uns eine große Überraschung, dass der junge indische Priester so perfekt Deutsch sprach und sich gleich richtig leutselig gab“, erzählt er.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Auch Karl Dolp, der Pfarrgemeinderatsvorsitzende von Markt Wald lobt den indischen Ordensmann über den grünen Klee. Er spricht von einem „Priester der wegen seines großen Engagements, seiner menschlichen Art und seines unkomplizierten Handelns großes Ansehen auch bei der Bevölkerung in den Stauden genießt. Pater Michael gibt die Komplimente zurück. „Wir sind miteinander unterwegs und da braucht es engagierte Begleiter“ sagt er und bemerkt „Die habe ich hier schnell gefunden“. Und was er besonders schätzt: „Dass Rathäuser und örtliche Vereine gut mit der Kirche zusammenarbeiten und „mit mir an einem Strick ziehen“.

Inzwischen ist der 55-jährige Kirchenmann auch des Schwäbischen mächtig. „Verstehen kann ich so ziemlich alles, doch das Sprechen beschränkt sich wohl auf die Frage: „Wie gat’s Ihnen?“ scherzt er.

Der Ettringer Pfarrer Pater Michael musste oft auch Überzeugungsarbeit leisten

Die Erfolge, die der 55-jährige Priester in der weißen Tunika für sich verbuchen kann, waren oft mit harter Arbeit und mit Rückschlägen verbunden und kosteten ihn mitunter auch viel Überzeugungskraft. Doch mit der nötigen Portion Hartnäckigkeit und viel Charme schaffte er es, seine Ziele zu erreichen und die mehr als 100 Mitarbeiter dafür zu motivieren.

Auch als „Baumeister“ machte sich Pater Michael einen Namen. So fielen in seine Amtszeit der Bau eines Pfarrheimes in Ettringen wie auch die Innen- und Außenrenovierung samt Neugestaltung des Altarraumes der Pfarrkirche St. Martin. Auch die Sanierung zahlreicher Kapellen und ihre Ausstattung mit neuen Volksaltären gehen auf sein Konto.

Auch in der Seelsorge hat sich in der Pfarreiengemeinschaft Ettringen viel getan. Pater Michael rekrutierte unter anderem Mädchen als Ministrantinnen, setzte Kommunionhelfer und Lektoren ein und machte sich für einen gemeinsamen Pfarrbrief stark. Der indische Geistliche fühlte sich von Anfang an in Ettringen gut aufgenommen und schwärmt von einer „wunderbaren Zeit im Unterallgäu“, während er einen von Christus begleiteten Weg mit seinen „Schäfchen“ beschwört.

Mit ihnen unternahm er Wallfahrten nach Lourdes, Rom, Fatima, nach Santiago de Compostela und in seine indische Heimat. Auch die Senioren und Ehejubilare haben bei ihrem Pfarrer ein Stein im Brett. Für sie organisierte er bunte Nachmittage und feierte mit Ihnen Eucharistie. Letztlich gab der im wahrsten Sinne „gute Hirte“ auch neue Impulse für die Sternwallfahrt zur Grotte nach Anhofen und die Bergmesse in Kirch-Siebnach, zu der jedes Jahr mehr als 1000 Gläubige kommen. Besonders am Herzen liegen dem indischen Seelsorger die Kinder und Jugendlichen. „Sie sind die Zukunft der Kirche“ weiß er.

Da kommt es schon mal vor, dass er im Sommer jungen Leuten spontan ein Eis spendiert. Letztlich sieht es der Pater als wichtige Aufgabe an, junge Familien im Glauben fit zu machen. „Damit sie ihn an ihre Kinder weitergeben können“, betont er und zitiert Papst Benedikt und dessen These: „Wer glaubt, ist nie allein“.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren