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Dekanat Mindelheim

14.04.2011

Eindringliche Bitten an Bischof Zdarsa

Konrad Zdarsa
Bild: Ulrich Wagner

Das jüngste Hirtenwort von Bischof Zdarsa hat im Raum Mindelheim Staub aufgewirbelt, der sich wohl nicht so bald legen wird.

Das jüngste Hirtenwort von Bischof Zdarsa hat Staub aufgewirbelt, der sich wohl nicht so bald legen wird. Wie berichtet, stellt er darin die Eucharistiefeier hoch über den Wortgottesdienst. Auf Unverständnis stoßen auch die Planungen zur Neuordnung der Pfarreiengemeinschaften im Dekanat Mindelheim.

Obwohl die Diözese die katholischen Verbände nicht zur Stellungnahme eingeladen hat, meldet sich jetzt die Katholische Landvolkbewegung (KLB) mit einem offenen Brief an den Bischof zu Wort. Verfasst und einstimmig gut geheißen hat ihn die Runde der Verantwortlichen im Dekanat bei ihrer jüngsten Sitzung. Der Brief ging vorgestern hinaus. Insgesamt sehr sachlich, ist ein selbstbewusster Unterton nicht zu überhören. „Als Katholische Landvolkbewegung“, heißt es darin, „verstehen wir uns als Anwalt für die Anliegen der Menschen im ländlichen Lebensraum. (...) Unsere Meinung bringen wir sowohl in das politisch-gesellschaftliche als auch in das kirchliche Leben ein.“

Der Brief zitiert ein Wort von Ernst Jünger, das nach Ansicht der Verfasser ihre Sorge um die kleinen Dorfpfarreien auf den Punkt bringt: „Verlassene Altäre bleiben nicht leer.“ KLB-Vorsitzender Hans Mayer erklärt: „Gibt die christliche Gemeinde den eigenen ,Altar’ frei, setzen sich andere ,Götter’ darauf fest.“ Mit jedem Seelsorger, betonen die Verfasser, scheide eine wichtige Person des Vertrauens aus. Mit jeder Pfarrei, die verwaist sei und wo am Sonntag kein Gottesdienst mehr stattfinde, veröde das Dorf mehr, und es werde ihm – nach Schule und Gemeinde, nach Gasthaus und Geschäften – die „kulturelle Identität, die christliche Seele“ genommen. Die Kirche sei das Herz des Dorfes.

Eindringliche Bitten an Bischof Zdarsa

„Herzlich und eindringlich“ bitten die Verantwortlichen der KLB den Bischof:

„Keine Landpfarrei auflösen, sondern deren Eigenverantwortung und Eigenleben fördern.

Vielmehr einen mutigen Schritt tun und Gemeindeleiter einführen. Damit können die Priester von Sitzungen entlastet und die notwendigen kirchlichen Strukturen der Landpfarreien erhalten werden.

Nachdenken darüber, ob nicht bewährte Männer, auch wenn sie verheiratet sind und Familie haben, zu Priestern geweiht werden können.

Die Gläubigen zum Ehrenamt ermutigen und befähigen.

Den Wortgottesfeiern mehr Chancen geben und Gläubige dazu ermuntern.“

Im Weiteren nimmt sich die KLB aufgrund ihrer jahrzehntelangen Erfahrung in der Landvolkarbeit und der Kommunalpolitik das Recht, die geplante Neuordnung der Pfarreiengemeinschaften im Dekanat Mindelheim in Frage zu stellen.

Nach Ansicht der Verantwortlichenrunde geht die Diözese bei ihren Planungen nämlich nicht ausreichend auf die soziokulturellen Verflechtungen, die politischen Gemeindestrukturen, die Schulsprengel, die Arbeitsplätze und die Verbreitungsgebiete der Heimatzeitungen ein.

So will die Diözese beispielsweise Dirlewang zusammenspannen mit der Pfarreiengemeinschaft Markt Rettenbach-Engetried-Frechenrieden, während die KLB vorschlägt, lieber Apfeltrach, Erisried und Stetten dazuzunehmen. Unter- und Oberkammlach sollen zu Erkheim kommen. Die KLB argumentiert dagegen für einen Zusammenschluss mit Mindelheim, da Kammlach viel stärker dorthin ausgerichtet sei.

Die KLB-Verantwortlichen stellen im Schlusswort fest: „Wir nehmen Stellung, weil wir uns für unsere Kirche mitverantwortlich fühlen.“ Nun bleibt abzuwarten, wie Bischof Zdarsa und das Bistum Augsburg auf den Vorstoß der Laien reagieren werden.

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