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Unterallgäu

20.05.2020

Eine Agentur, die Ehrenamtliche vermittelt - aber nicht nur das

Die Lesepaten sind eines der Projekte der Freiwilligenagentur Schaffenslust. Seit 2008 haben sich 184 Lesepaten um mehr als 1900 Grundschüler gekümmert und mit ihnen Lesen geübt.
Bild: Hundhammer

Plus Seit 15 Jahren gibt es im Unterallgäu die Initiative Schaffenslust. Sie vermittelt Ehrenamtliche, organisiert aber auch selbst erfolgreiche Projekte.

Sie vermitteln Ehrenamtliche, wissen wo Not am Mann und welche Unterstützung in der Region möglich ist: Freiwilligen-Agenturen. Im Allgäu gibt es einige bereits seit vielen Jahren – zum Beispiel die Freiwilligenagentur Knotenpunkt in Kaufbeuren oder die Freiwilligenagentur Oberallgäu. In Memmingen gibt es seit 15 Jahren die Initiative Schaffenslust.

Grundsätzlich vermittelt eine Freiwilligenagentur Menschen in ein Ehrenamt. Der Begriff „Vermittlungsbörse“ greife aber zu kurz, sagt Isabel Mang, Leiterin der Memminger Agentur. Mang und ihre Kollegen initiieren auch selbst Projekte, beispielsweise „Schülerpaten“ oder „Jugendengagement“. „Bei diesem Projekt gehen wir gezielt an Schulen, um junge Menschen zu fördern“, sagt Mang. Schüler können befristet etwa im sozialen Bereich helfen und ältere Menschen unterstützen. Denn der Weg in ein Ehrenamt sei nicht automatisch vorgegeben. „Früher war beispielsweise der Vater bei der Feuerwehr und der Sohn hat dort automatisch auch mitgemacht“, sagt Mang.

So funktioniert die Arbeit der Unterallgäuer Agentur Schaffenslust

Die Arbeit als Vermittlungsbörse funktioniert so: Vereine oder Verbände melden Bedarf an, sagt Mang. Genauso können Menschen, die gerne ehrenamtlich tätig werden möchten, auf die Agentur zugehen. „Wir fragen Interessen und Hobbys ab und gucken, was zu demjenigen passt.“ So war es auch bei Rita Zechner. Sie hat in der Zeitung von der Agentur Schaffenslust gelesen – Lesepaten wurden gesucht. Jetzt fährt Zechner während der Schulzeit jeden Montag vom Unterallgäuer Ungerhausen nach Egg an der Günz.

Isabel Mang leitet die Freiwilligenagentur Schaffenslust.

Drei Stunden verbringt die 67-Jährige dort an der Grundschule. Sie hilft Schülern, die Schwierigkeiten mit Texten haben. „Ich bin selbst ein Lesejunkie“, sagt die 67-jährige Rentnerin. Den Schülern möchte sie vermitteln, dass „Lesen Kino im Kopf ist“. Es sei so wichtig, dass Kinder richtig lesen können.

Das Memminger Projekt Sprungtuch bietet Wohnraum und Hilfe für Mütter an

Verschiedene Ehrenämter hat auch Traudl Kammermann aus dem baden-württembergischen Aitrach bereits ausgeführt. Sie wollte sich einbringen und hat deshalb Kontakt mit Isabel Mang aufgenommen. Jetzt ist sie unter anderem als Schatzmeisterin für das Memminger Projekt Sprungtuch tätig. Der Verein bietet Wohnraum und Hilfe für Mütter an. „Ich habe früher als Buchhalterin gearbeitet“, sagt Kammermann, deshalb passe ihr Posten als Schatzmeisterin gut.

Seit vier Jahren ist die 69-Jährige „mit Herzblut“ im Verein: Sie ist bei Besprechungen dabei, kümmert sich um die Buchführung und Briefverkehr. Davor war sie fast zwei Jahre lang Lesepatin in einer 5. Klasse in Memmingerberg. Die Arbeit mit den Schülern habe ihr viel Freude bereitet.

Hier erfahren Sie mehr über die Agentur Schaffenslust und ihre Projekte:

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