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Mindelheim

06.12.2018

Eine Turmuhr für den Theaterplatz

So wird das Gehäuse der Turmuhr aussehen, die auf dem Theaterplatz aufgestellt werden soll.

Die historische Uhr von St. Stephan bekommt am Mindelheimer Forum einen prominenten Platz. Dazu ist ein Gebäude nötig. Und das hat seinen Preis

Dass Mindelheim mit dem Schwäbischen Turmuhrenmuseum ein Kleinod in der Bayerischen Museenlandschaft besitzt, ist Verdienst vor allem eines Mannes: Wolfgang Vogt. Seine Leidenschaft sind historische Turmuhren, ihre Technik, ihre Schönheiten. Und so ist das Museum im Silvesterturm bis heute auch ein besonderes Geschenk an die Heimatstadt Mindelheim.

Für eine besondere Turmuhr hatte Vogt voriges Jahr eine ausgefallene Idee: Sie sollte im öffentlichen Raum präsentiert werden, möglichst in der Altstadt. Beispiele ähnlicher Art finden sich in Immenstaad am Bodensee.

Der Stadtrat befasste sich mit dem Ansinnen und kam zum Ergebnis: Können wir machen, unter zwei Bedingungen: Der Marienplatz bleibt tabu und die Kosten für die Einhausung des Gebäudes werden geteilt. Die Stadt übernimmt die eine Hälfte und die andere muss über Spenden hereinkommen.

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Das Mindelheimer Architekturbüro Peter Kern hat sich zwischenzeitlich an die Planung eines solchen Gebäudes gemacht, in dem die Uhr möglichst gut zur Geltung kommen kann. Und auch der Standort ist mit dem Platz am Theatereck gefunden. Dieses Kleingebäude wird eine Grundfläche von 2,24 Meter mal 2,44 Meter haben.

Das Gehäuse für die Mindelheimer Turmuhr wird sehr transparent

Kern betonte, wegen der exponierten Lage, an der zahllose Menschen tagtäglich vorbeikommen, sei gestalterisch besondere Sorgfalt geboten. Und die hat ihren Preis. Zu einer Bodenplatte kommen Pflasterarbeiten, Strom und Abwasseranschluss und Lichttechnik. Vier Eckpfeiler tragen einen leichten Metallrahmen. Alles ist verglast, damit Passanten dem Geheimnis der Turmuhr aus dem Jahr 1872 ganz nahe kommen können. Dabei handelt es sich um die alte Turmuhr der Stadtpfarrkirche St. Stephan aus dem 19. Jahrhundert.

Für die Vorderseite hat sich Kern etwas Außergewöhnliches überlegt. Römische Ziffern werden grafisch aus Metall ausgelasert. Die Idee der Zeit wird so künstlerisch aufgegriffen. Von der Uhr aus wird auch der Kirchturm von St. Stephan zu sehen sein. Damit wird der Bezug zur Kirche betont, von der aus die Uhr Jahrzehntelang die Menschen zum Gebet mahnte.

Das gut vier Meter hohe Gehäuse wird rund 80 000 Euro kosten, hat Peter Kern errechnet. Bürgermeister Stephan Winter hatte dazu die gute Nachricht: Ihm ist es gelungen, die 40 000 Euro an Spendenmittel bereits aufzutreiben. Damit ist die Finanzierung gesichert. Die Stadt war von 75 000 bis 80 000 Euro ausgegangen. Aus dem Stadtrat gab es Lob für die Gestaltung. Stefan Drexel (Freie) sagte, die Stadt profitiere sicherlich davon. Christoph Walter (CSU) zeigte sich begeistert.

Nicht allen gefällt der Standort am Forum in Mindelheim

Ob der Platz am Forum allerdings gut gewählt ist, das hinterfragte Thomas Schnabel angesichts von Frühjahrs- und Herbstmarkt. Stadtbaumeister Gerhard Frey verteidigte den Standort. Diese Uhr verdiene einen prominenten Platz. Die paar Tage könne eine andere Lösung für das Markttreiben gefunden werden.

Wolfgang Vogt kamen die errechneten Kosten von 80 000 Euro zu hoch vor. Er wies auch darauf hin, dass vier Ziffernblätter an dem Gehäuse angebracht werden, auf denen Mondphasen und Sonnenstand abzulesen sind. Und in Richtung des dritten Bürgermeisters Roland Ahne merkte Vogt an, ihn treibe allein an, der Stadt Mindelheim eine Attraktion zu verschaffen. Ahne hatte vor Monaten Vogt vorgehalten, dieser verwirkliche nur ein Hobby.

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