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Museum in Mindelheim

29.05.2015

Eine saubere Sache: Kunst und Waschmaschinen

Die Musikerin Anna Maria Reißer (2. von rechts) und die Keramikerin Rita Stadler (2. von links präsentierten sich und ihre Kunst bei der Neueröffnung des Mindelheimer „Miele-Museums.
Bild: iss

Sammler Christoph Reß zeigt seine historischen Haushaltsgeräte und Werke heimischer Künstler

„Eine echte Bereicherung unserer Museenlandschaft“ nannten Dritter Bürgermeiser Roland Ahne und Ernst Woisetschläger, Vorsitzender des „Fördervereins Mindelheimer Museen“ das neue Miele-Museum in der Maximilianstraße. Das Lob klang denn auch wie Musik in den Ohren des „Sauber-Sammlers“ Christoph Reß, der sich schon als kleiner Bub für Geschichte und Technik von Haushaltsgeräten interessierte und von deren Funktion regelrecht fasziniert war.

Mit etwa 190 Exponaten, Waschmaschinen, Schleudern, Staubsaugern, Trocknern und Bügeleisen zog der gelernte Hauswirtschafter jetzt aus dem Keller des Hauses in der Maximilianstraße in die „Belle Etage“ des Gebäudes um. Mit diesem Schritt verwirklichte er seinen lang gehegten Traum von einem eigenen Museum mit passendem Ambiente.

Mit launigen Worten erzählte Christoph Reß seinen Premieren-Gästen, wie und wo er seine Liebe für Miele-Waschmaschinen & Co entdeckt hat. Um sich ein Zubrot zu verdienen, wuschen seine Eltern die Sporttrikots des TSV Mindelheim. „Bei dieser Gelegenheit wollte mein Vater mich fürs Fußballspielen begeistern“, erzählt er. Doch der Versuch misslang, der kleine Christoph verspürte nicht die geringste Lust, das runde Leder zu treten. Vielmehr reizte ihn schon das Wäschewaschen. „Schon mit fünf Jahren habe ich im Sportheim mit einer alten Waschmaschine Klamotten vom Schmutz befreit“ verrät der mit allen Wassern gewaschene Sammler historischer Haushaltsgeräte.

Ein großer Dachgarten, ein Chipendale-Kaffee-Zimmer und eine Teeküche, all diese Räume, so Reß in seiner Begrüßung vor 160 geladenen Gästen, hätten nach einem „Miele-goes-art-Museum“ gesucht und es endlich auch gefunden.

Mit der offiziellen Eröffnung des Museums – Kaplan Thomas Kleinle spendete ihm den kirchlichen Segen – tat sich auch für die Mindelheimer Künstler-Szene eine neue große Tür auf.

„Miele goes art“ ist dort nämlich gerne gesehen. Will heißen: Alte Waschmaschinen und andere Haushaltsgeräte können mit der Kunst eine harmonische „Ehe“ eingehen. Museums-Chef Reß stellt sich bei dieser Art der „Cross-over-Schau“ einen Ausstellungsmix vor, wie er in zum Beispiel in Berlin schon länger praktiziert wird.

Die in Mindelheim nicht unbekannte Malerin und Musikerin Anna Maria Reißer, wie auch die Keramikerin Rita Stadler packten die Gelegenheit beim Schopf und eröffneten mit einer Ausstellung ihrer Werke den Kunstreigen im Miele-Museum.

Dies ging natürlich nicht ohne Musik ab. Während Roland Stadler mit beeindruckenden Gitarrenklängen zu Fado-Gesängen aufhorchen ließ, geriet die Mezzo-Sopranistin Silvia Mütterlein, am Klavier begleitet von Anna Maria Reißer, mit einem der Wesendonk-Lieder von Richard Wagner regelrecht ins Träumen. Und weil die Sängerin vergeblich nach einem Lobgesang auf Waschmaschinen suchte, pries sie wie Komponist Franz Schubert im Zyklus der „schönen Müllerin“ die „holde Kunst“.

Das Miele-Museum mit Galerie in der Maximilianstraße 5 (Eingang Imhofgasse) ist jeweils am ersten Mittwoch eines Monats von 15 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung geöffnet. Weil sich die Räume auch für kleinere Events eignen, wünscht sich Ernst Woisetschläger vom Museumsförderverein, „dass auch die Veranda bald begrünt und belebt wird“.

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