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Mindelheim

31.07.2020

Elias Prinz bringt den Mindelheimern die Musik zurück

Elias Prinz gab gemeinsam mit seinen Eltern Hermine und Jonas sowie Ida Koch am Kontrabass das erste Konzert nach langer Corona-Pause.
Bild: Schlegel

Plus Nach langer Corona-Pause gab es jetzt das erste Open-Air-Konzert im Schwesterngarten. Wir haben zugehört.

Es war ein bewegender Nachmittag, als der Kunstverein zum Open-Air-Konzert mit dem Elias-Prinz-Swingtett in den Mindelheimer Schwesterngarten lud, bewegend in mehrfacher Hinsicht. Christel Klemenjak vom Kunstverein hatte recht spontan die in diesen Zeiten gewagte Idee, ein Konzert zu veranstalten, die Menschen wieder zusammenzubringen. Die Stadt willigte ein. Bürgermeister Stephan Winter begrüßte die Gäste und forderte noch einen Extra-Applaus für Christel Klemenjak für ihren Mut zu diesem Konzert. Doch die Freude, die am Sonntag im Schwesterngarten herrschte war gewiss der größte Lohn für Klemenjak.

Nach Corona-Infektionswelle: In München erste Konzerte gehabt, nun nach Mindelheim gekommen

Auch Elias Prinz freute sich außerordentlich, wieder auf der Bühne zu stehen und die Rückkehr zur Kultur, die damit vielleicht vorsichtig eingeläutet wird, musikalisch eröffnen zu können. In München hatte er schon Konzerte, aber alles sei doch noch sehr still, sagte er. Still war es an diesem Nachmittag nicht – die Musik des Quartetts um Elias Prinz mit seinen Eltern Hermine und Jonas sowie Ida Koch am Kontrabass begeisterte das Publikum, ließ Beine wippen und Finger spielen. Viele neue Stücke haben sie erarbeitet in der Zeit, auch in einer neuen Variante: der Vater mit der Mutter allein zuhause. „Wir kamen nach Hause und dann sagte mein Vater, sie hätten da was einstudiert, ob wir uns das anhören wollen und dann waren wir total begeistert.“ Ida Koch bestätigt lachend: „Ja, völlig.“

Anschließend erarbeiteten sie gemeinsam die neuen Stücke. Jung sind sie, euphorisch und leidenschaftlich in der Musik zuhause und mit den Eltern zusammen auf der Bühne eine wunderbar harmonische Einheit.

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Zwischen den Stücken über Musik, Instrumente und Komponisten erzählt

Elias Prinz, der inzwischen in München wohnt und studiert, erzählt zwischen den Stücken über die Musik, über die Instrumente, die Komponisten, die ihn begleiten und dass er Frankreich zwar liebe, aber noch immer nicht Französisch gelernt habe, daher muss er seine Mutter kurz fragen, was genau denn der nächste Titel bedeute. Charmant, authentisch, musikalisch herausragend und souverän. Ebenso Ida Koch am Kontrabass, die in einigen Solo-Passagen brillierte. Oft spielt sie mit geschlossenen Augen, filigran steht sie an ihrem großen Instrument, das in ihren Händen dennoch leicht wirkt.

Ihre ganze Spielweise hat etwas ungeheuer Hingebungsvolles und Anmutiges. Sie spielten unter anderem bekannte Stücke von Cole Porter und Django Reinhardt, das großartige „Black Orpheus“ von Luiz Bonfa, sowie Klassiker „The shaddow of your smile“ von Johnny Mandel. Gern hätte der Nachmittag in den Abend übergehen dürfen, gern hätten sich die Gäste umarmt vor überschwänglicher Freude über dieses wunderbare Konzert, getragen von der Musik, der Dankbarkeit und dem Wunsch, dass solche Ereignisse wieder häufiger stattfinden dürfen und es für die Kunst und die Künstler zurück ins Leben geht. Immerhin konnte am Sonntag jeder ein Stück davon in seiner Erinnerung mit nach Hause nehmen.

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