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Ausstellung

14.04.2017

Erst kopiert, dann einfach probiert

Franz Blochum, Künstler und Musiker aus Dirlewang, stellt seine Werke über das Osterwochenende im Kleinen Schloss in Türkheim aus.
Bild: Manuela Frieß

 Franz Blochum ist auf vielen Gebieten kreativ. Beigebracht hat er sich alles selbst

„Ich habe mich vor etwa 15 Jahren daran erinnert, dass ich als Kind unglaublich gern gemalt habe“, erzählt Franz Blochum, „und es dann einfach wieder ausprobiert.“ Der Dirlewanger hat sich dabei alles selbst beigebracht. Und sich den Aufbau eines Bildes durch das Kopieren vieler bekannter Gemälde selbst erschlossen. Bilder von Picasso oder Chagall hängen in seinem Flur und allgemein übliche Motive, wie etwa eine toskanische Landschaft oder ein Buddha. Durch das Kopieren und Ausprobieren fand Blochum zu seinem Stil: verspielt, surreal, voller Fantasie.

„Das ist es eben, was mir spontan einfällt. Und was mir Spaß macht“, betont er und lacht. Da trägt der gestiefelte Kater dann ein Mieder, setzt sich ein Körper aus verschiedenen Fischen zusammen oder wird die Tuba lebendig. Mit der Zeit hat er auch einige Auftragsarbeiten mit Acrylfarbe auf die Leinwände gepinselt: für einen Arbeitskollegen zum Beispiel. „Ein Auto fährt durch eine Fertigungsstraße, in der statt der Maschinen Tiere stehen“, erzählt der 62-jährige Hobby-Maler, der bis vor kurzem noch in der Qualitätssicherung einer großen Mindelheimer Firma tätig war. Sein Antrieb für die Malerei? Die Kraft, die er aus diesem Vergnügen in seiner Freizeit schöpfe, sei unglaublich. Selbst wenn er stundenlang vor der Staffelei stehe, komme es ihm oft vor wie fünf Minuten, betont der Dirlewanger Künstler.

Doch auch auf einem anderen Gebiet ist Franz Blochum talentiert, er spielt seit über 45 Jahren Gitarre und Bass. Manch einer wird ihn noch von der Band „Cogler & Co.“ kennen, und in den letzten Jahren war er mit „Kir Royal“ auf der Bühne gestanden. Auch musikalisch ist er ein absoluter Autodidakt. Umso erstaunlicher, dass er – der keine Noten kann – gemeinsam mit seinem langjährigen Freund und Musikerkollegen aus Dirlewang, Klaus-Jürgen Herrmannsdörfer, schon seit Jahren Liedtexte schreibt. Dabei entstand zum Beispiel die Hymne für den TSV Mindelheim oder für den FC Memmingen. Aber auch Schlagertexte: für die Zillertaler Schürzenjäger, Florian Silbereisen und Jan Smit zum Beispiel. Blochum will damit aber nicht berühmt werden oder Anerkennung finden. „Für mich ist das Texten mit der Gitarre in der Hand genau das Gleiche wie das Bildermalen: da schalte ich ab vom Alltag, da vergesse ich alles um mich herum.“ Von 100 Liedtexten die er sich ausdenke, seien sowieso nur ungefähr fünf Stück ganz gut und vielleicht 20 Durchschnitt, schätzt er.

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Einen echten „Blochum“ konnten die Unterallgäuer hier in der Region schon länger nicht mehr sehen, die letzte Ausstellung war vor acht Jahren in Bad Wörishofen. Doch regelmäßig sind seine meist großformatigen Werke auch im Kemptener Auktionshaus Kühling zu sehen. Erst durch den Druck von Freunden und Bekannten kam nun die Ausstellung in Türkheim zustande und Franz Blochum schwärmt von den wunderschönen Räumen im Kleinen Schloss. An dessen Wänden nun bald seine abwechslungsreichen Gemälde einen passenden Rahmen bekommen werden.

Ausstellung: Unter dem Titel „Farbenspiele II“ sind rund 65 Werke von Franz Blochum über das Osterwochenende von Freitag, 14. bis Montag, 17. April, im Kleinen Schloss in Türkheim zu sehen. Geöffnet ist die Ausstellung jeweils von 11 bis 18 Uhr.

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