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Erneuerbare Energien

17.09.2011

Fischtreppe lässt die Kasse klingeln

Das Wertachwerk der Stadtwerke Bad Wörishofen. Aus dem Stausee fällt das Wasser der Wertach etwa neun Meter tief und passiert dabei mehrere Turbinen. Für Fische ist an dem massiven Bauwerk bislang Endstation. Die neue Fischtreppe soll das Wehr nun passierbar machen.
Bild: Foto: Markus Heinrich

Die Förderpraxis der Regierung ermöglicht es den Stadtwerken, sinnvollen Naturschutz mit einer sehr lukrativen Einnahmequelle zu verbinden

Bad Wörishofen Kann man mit einer Fischtreppe Geld verdienen? Die Antwort lautet Ja. Zumindest, wenn man im Besitz einer Wasserkraftanlage ist, so wie die Stadtwerke Bad Wörishofen, aber auch viele andere Investoren an Wertach und Co.

Möglich macht dies das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) der Bundesregierung. Wer den Gesetzestext aufmerksam liest, erfährt, dass sich mit Naturschutz kräftig verdienen lässt. Denn wenn die Fische die Wasserkraftanlage passieren können, gibt es mehr Geld für den eingespeisten Strom. Das lohnt sich, was nicht zuletzt das Projekt der Stadtwerke Bad Wörishofen beweist. Deren Stauwehr, das Wertachwerk Irsingen, wird mit einer Fischtreppe ausgerüstet. Stadtwerke-Chef Helmut Vater sagt, man wolle so schnell als möglich beginnen. Der Auftrag ist vergeben, jetzt ist die Baufirma am Zug.

338000 Euro netto wird das Bauwerk kosten, etwas weniger als ursprünglich veranschlagt. Im Gegenzug allerdings nehmen die Stadtwerke künftig 230000 Euro pro Jahr zusätzlich ein, da der Strom dann gemäß EEG vom Staat höher bezuschusst wird. In weniger als zwei Jahren sind die Baukosten also refinanziert, danach macht die Fischtreppe Gewinn, wenn man so will. EEG macht’s möglich.

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Die Fischtreppe der Stadtwerke wird 245 Meter lang und kostet das Wertachwehr 300 Liter Wasser pro Sekunde. Vater befürchtet aber nicht, dass dadurch weniger Strom produziert werden kann. Dazu sind die Wassermengen insgesamt zu gewaltig. Da fallen die 300 für die Fischtreppe nicht weiter ins Gewicht.

Das Bauwerk überwindet einen Höhenunterschied von 8,90 Meter. Am 10. Dezember soll sie fertig sein. Da freuen sich auch die Fische, darf angenommen werden.

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