1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Geht Mindelheim mit Flächen allzu sorglos um?

Mindelheim

12.01.2020

Geht Mindelheim mit Flächen allzu sorglos um?

Während in der Mindelheimer Innenstadt zahlreiche ältere Gebäude leer stehen, werden am Ortsrand Neubauflächen ausgewiesen. Ein Mindelheimer Geschäftsmann hat sich deshalb an den Petitionsausschuss gewandt.

Plus Draußen das Neubaugebiet, drinnen die Bauruinen: Ein Mindelheimer Geschäftsmann wollte das vom Landtag unterbinden lassen. Warum er keinen Erfolg hatte.

Geht Mindelheim zu sorglos mit landwirtschaftlichen Flächen um, weil die Stadt über Jahre hinweg Bauruinen duldet? Ein Mindelheimer Geschäftsmann hat versucht, beim Landtagsausschuss für Wohnen, Bau und Verkehr die Entfernung solcher Bauruinen im Stadtgebiet zu erreichen. Erfolg war ihm mit seiner Eingabe aber nicht beschieden.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Der Mindelheimer beklagte die innerörtlichen Leerstände und die parallel stattfindende Ausweisung von Neubauflächen am Ortsrand. Das berichtete auf Anfrage der Landtagsabgeordnete Manfred Eibl von den Freien Wählern. Er ist stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses und betreut diese Petition.

Grund für die einstimmige Ablehnung sei, dass bereits umfangreiche Maßnahmen zur Vermeidung von innerörtlichem Leerstand und von Flächenverbrauch laufen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Der Geschäftsmann befürchtet, dass der Leerstand die Aufenthaltsqualität in Mindelheim mindert

Leerstand und Sanierungsstau in den Ortsmitten mindere, wie in der Petition beklagt, die Aufenthaltsqualität und könne zum Funktionsverlust des Zentrums führen. Eine weitere Folge sei dann fehlende Nachfrage und Investitionsbereitschaft in innerörtliche Gebäude.

Zentrale Themen sind daher die gestalterische und funktionale Aufwertung der Zentren und damit auch die Sanierung und Umnutzung der Bestandsgebäude. Hierbei unterstützt die Städtebauförderung sowie das Amt für ländliche Entwicklung die Kommunen und leiste bereits seit vielen Jahren einen bedeutenden Beitrag zur Stärkung und Fortentwicklung der Zentren.

Im Rahmen einer städtebaulichen Erneuerungsmaßnahme könne die Umnutzung und der Umbau von leer stehenden Gebäuden ebenso förderfähig sein wie der Abbruch von nicht erhaltenswerter Bausubstanz und die Entsiegelung von Flächen. Zusammen mit den Gemeinden können auch private Eigentümer bei der Sanierung ihrer Gebäude gefördert werden, wenn dies dem Erneuerungsziel dient, so Eibl.

Im Allgäu wird bereits etwas gegen Leerstände unternommen

Zuwendungsempfängerin in der Städtebauförderung ist grundsätzlich die Gemeinde, in bestimmten Fällen können es auch private Eigentümer von Immobilien sein. Auch kann die Gemeinde die Fördermittel zusammen mit dem kommunalen Eigenanteil an Dritte weiterbewilligen. Der Freistaat Bayern bewirke somit über die Förderung der Gemeinden, dass innerörtlicher Leerstand beseitigt werde.

Die von der Staatsregierung beschlossene Initiative „Innen statt Außen“ ist auf die Problematik der Neuausweisung am Ortsrand und der Leerstände in der Ortsmitte ausgerichtet. Die Kommunen werden bei ihrem Bestreben, Flächen zu sparen, mit einem erhöhten Fördersatz bei der Ortssanierung unterstützt. Voraussetzung für die erhöhte Förderung ist die kommunale Selbstverpflichtung zur Innenentwicklung.

Im Allgäu läuft eine Vielzahl von Erneuerungsmaßnahmen zur Beseitigung von innerörtlichem Leerständen. Nachfolgend einige Beispiele:

  • Ettringen: Sanierung des ehemaligen Mesnerhauses und Umnutzung für den Musikverein.
  • Babenhausen: Sanierung des ehemaligen Handwerkerhauses und Umnutzung zu Begegnungsort Historischer Verein.
  • Kirchheim: Sanierung Gasthof Adler mit Erweiterung zum Bürgerhaus. Entwicklung also innen und nicht außen.
  • Mindelheim: Machbarkeitsstudien zur Umnutzung und Umbau von leer stehenden innerörtlichen Gebäuden.
  • Immenstadt: Private Modernisierung des ehemaligen Markgräflichen Archivgebäudes.
  • Ofterschwang (Oberallgäu): Revitalisierung eines ehemaligen Bauernhauses.
  • Oy-Mittelberg (Oberallgäu): Umnutzung und Sanierung Erdhaus zum Dorfgemeinschaftshaus.
  • Pfronten (Ostallgäu): Revitalisierung ehemaliger Lokschuppen (derzeit in Planung).

Bisher haben die Städte und Gemeinden in den Landkreisen Unter-, Ober- und Ostallgäu Städtebauförderungsmittel in Höhe von 128,5 Millionen Euro für städtebauliche Erneuerungsmaßnahmen erhalten, berichtete Eibl weiter. Zusätzlich haben sie 10,6 Millionen Euro Fördermittel aus der seit 2018 laufenden Initiative „Innen statt außen“ erhalten.

Gemäß § 177 Baugesetzbuch kann die Gemeinde ein Modernisierungs- oder Instandsetzungsgebot erlassen. Die Eingriffe in die Rechte des Eigentümers erforderten jedoch „ausreichend dringliche und gewichtige, den Eingriff rechtfertigende städtebauliche Gründe.“ (mz)

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren