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Bad Wörishofen

05.01.2019

Gesucht: Die anonyme Spenderin, die sich nicht zu spenden traut

Ein großzügiges Geldgeschenk könnte die Stadt Bad Wörishofen angesichts der chronisch leeren Stadtkasse bestimmt gut gebrauchen. Eine anonyme Spenderin hat einen größeren Betrag angekündigt, sich angesichts der „Irritationen“ im Stadtrat um den Umgang mit Spendern bislang nicht mehr gemeldet.
Bild: Alf Geiger

Eine Gönnerin kündigt einen „größeren Betrag“ an, den sie den „wunderbaren Menschen“ in Bad Wörishofen stiften würde. Warum bislang kein Geld geflossen ist.

Die Weihnachtszeit ist ja auch die Zeit der Geschenke – und wer freut sich nicht über einen mehr oder weniger großen Schein von der großzügigen (Erb-)Tante? Ärgerlich nur, wenn der erhoffte Geldsegen dann plötzlich ausbleibt. So oder so ähnlich geht es derzeit auch dem Bad Wörishofer Bürgermeister Paul Gruschka – ihn hat ein Schreiben erreicht, in dem „eine sehr dankbare zugereiste Wörishoferin“ ihn wissen lässt, dass sie der Kneippstadt und ihren Einwohnern gerne einen „größeren Betrag“ spenden wolle. Das anonyme Schreiben wurde auch an die Mindelheimer Zeitung geschickt.

Ein größerer Betrag wurde Bad Wörishofen als Spende angekündigt

Nur – bislang ist bei der Stadt kein Cent eingegangen und von der ominösen Spenderin fehlt jede Spur – sehr zum Bedauern von Bürgermeister Paul Gruschka, der sich nach eigener Aussage schon „sehr gefreut“ hatte, als die Verfasserin Anfang Dezember angekündigt hatte, in diesem Jahr „erstmals“ einen stattlichen Betrag an die Stadt Bad Wörishofen fließen lassen zu wollen – und zwar als „Dankeschön für die wunderbaren Menschen hier und die wirklich beispielhafte altersgerechte Infrastruktur“.

Nur schade, dass die großzügige Spenderin das Schreiben nicht unterschrieben hat – und die Stadt daher bislang vergeblich auf den angekündigten Geldsegen wartet.

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Als Begründung für ihre Zurückhaltung nennt die anonyme Verfasserin „Irritationen“ im Zusammenhang mit der Annahme von Spenden aufgrund einer öffentlichen Stadtratssitzung.

Zur Erinnerung: Im vergangenen Sommer hatten der Umgang mit Spenden von Hans-Joachim Kania für heftige Turbulenzen im Stadtrat gesorgt. Wirtschaftsreferent Alwin Götzfried (FW) hatte im Rat im Juni die Frage gestellt, wie sich die Stadt bei Spenden absichere, um auf legalem Boden zu bleiben.

Lesen Sie dazu auch: Eine Spende, eine Frage und die Folgen

Damals ging es um eine Kania-Spende. Der neue Träger der Bürgermedaille sagte dann auch bei der Verleihung, dass ihn solche Aussagen „tief geschmerzt“ hätten, betonte aber gleichzeitig, dass er sich weiter als Gönner der Stadt Bad Wörishofen engagieren werde. Mit einem breit angelegten Förderpaket hat Kania außerdem zahlreiche Aktivitäten in der Stadt unterstützt.

Darüber hatte offenbar auch die anonyme Spenderin gelesen und wurde wohl abgeschreckt – sehr zum Ärger von Bürgermeister Gruschka, der jetzt nur noch darauf hoffen kann, dass er der Gönnerin in einem persönlichen Gespräch doch noch erklären kann, „wie bei der Annahme von Spenden richtigerweise verfahren wird“.

Jetzt hofft Bad Wörishofens Bürgermeister auf ein Lebenszeichen der unbekannten Spenderin

Selbstverständlich werde er der Verfasserin Vertraulichkeit zusichern, wenn sie nicht in der Öffentlichkeit stehen möchte, betont Gruschka auf Anfrage der MZ. Er bittet die Unbekannte daher ausdrücklich, sich doch bitte bei ihm zu melden. Somit ist es doch noch nicht ganz ausgeschlossen, dass die Stadt Bad Wörishofen doch noch zu ihrem – wenn auch etwas verspäteten – Weihnachtsgeschenk kommt...

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