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10.01.2020

Großeinsätze hielten Feuerwehr in Atem

Peter Eichler
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Peter Eichler

Bad Wörishofens Wehr hatte im vergangenen Jahr viel zu tun. Schwere Unfälle mit Todesopfern und verschiedene Großbrände hielten die Helfer in Atem

Im neuen Jahr hatte Bad Wörishofens Feuerwehr schon wieder alle Hände voll zu tun. 6000 Liter Farbschlamm waren in den Kirchdorfer Haldenbach gelangt, die Feuerwehrleute verhinderten Schlimmeres und stoppten die Flüssigkeit, die den Bach auf 500 Metern weiß gefärbt hatte. Doch auch im vergangenen Jahr verging kaum ein Tag, an dem die Retter nicht im Einsatz waren. Das wurde bei der Dienst- und Jahresversammlung der Feuerwehr im Gasthof Adler deutlich.

Die Kneippstadt kann stolz sein auf ihre Freiwillige Feuerwehr. Dies war der Tenor dieser Versammlung zum Jahresbeginn. Zunächst begrüßt von den Sternsingern Johanna Vögele, Katharina Scholz und Moritz Moser und vom Vorsitzenden Hans-Peter Roiser, ging Kommandant Peter Eichler auf das abgelaufene Jahr 2019 ein. Mit 71 Brandeinsätzen und 132 technischen Hilfeleistungen war die Wehr ausgiebig, aber im Vergleich zu den Vorjahren nicht überdurchschnittlich stark beschäftigt. Wenn man dann noch die 79 Sicherheitswachen dazunimmt, dann könne man von einem fast täglichen Einsatz für die Allgemeinheit ausgehen, hieß es. Denn dazu kommen noch die zahlreichen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, sowie große Übungen für die Aktiven und die Jugendfeuerwehr. Gerade auf diese, bestehend aus 15 Buben und 11 Mädchen um Jugendwart Michael Schweiger, zeigte sich Peter Eichler besonders stolz, weshalb er Schweiger besonders auszeichnete.

Wichtiger Bestandteil der Truppe ist auch die so genannte Unterstützungsgruppe mit rund 20 Mitgliedern, die für besondere Einsätze, auch über die Stadt hinaus im Einsatz ist.

Als spezielle Einsätze erinnerte Peter Eichler an den schweren Unfall mit Todesfällen auf der A 96, wo seine Leute als Ersthelfer auch psychisch stark in Anspruch genommen und danach betreut wurden. Ein Leichtflugzeugunfall mit Notlandung beim Kurpark gehörte ebenfalls zu den Ereignissen, welche Eichler gesondert erwähnte.

Als große Brandeinsätze zählte Peter Eichler den Brand im Parkhaus Kurpromenade in Bad Wörishofen sowie den Großbrand beim Agrarhandel Weikmann in Mindelheim auf, wo die Wörishofer Wehr ebenfalls im Einsatz war. Dazu kamen etliche Türöffnungen und Alarmierungen durch Brandmelder, wobei ein Seniorenheim mit 17 Meldungen hervorstach. Eichler merkte an, dass inzwischen bei Alarmierungen, die unnötig seien, Kosten in Rechnung gestellt werden können. Betont wurde die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit den Stadtteilfeuerwehren, aber auch mit den Nachbarfeuerwehren.

Peter Eichler mahnte aber auch an, dass für die Unterstützungsgruppe demnächst ein neues Fahrzeug angeschafft werden müsse, da das alte nicht mehr den gestiegenen Anforderungen entspreche. Auch das langfristige Thema „Neues Feuerwehrhaus“ sprach Peter Eichler an. Hier ist mittlerweile eine Spezialfirma beauftragt, eine Bestandsanalyse zu erstellen und mögliche Standorte zu prüfen. Die Wehr selbst könne dies alleine nicht leisten.

Eichlers Dank galt schließlich der großen Unterstützung durch die Bevölkerung etwa bei der jährlichen Spendenaktion, der Stadt und dem Stadtrat, der zahlreich vertreten war, den bestens kooperierenden Hilfsdiensten und natürlich seinen Aktiven. „Wir dürfen uns aber nicht ausruhen und müssen stets weiterarbeiten, um uns den Anforderungen zu stellen“, so sein Schlussappell.

Bei den Neuwahlen wurden Hans-Peter Roiser als Vorsitzender und Thomas Schwaier als 2. Vorsitzender des Vereines einstimmig wiedergewählt.

Hans-Peter Roiser ging auf die Aktivitäten des Feuerwehrvereines ein. Demnach verfüge die Wehr über 217 Mitglieder, davon 106 Aktive und 101 Passive, darunter 19 Ehrenmitglieder. Er erinnerte an die zahlreichen Veranstaltungen, aber auch Einsätze bei Veranstaltungen wie der Waldweihnacht, beim Nikolauseinzug oder bei der Feier zur Stadterhebung, um nur einige zu nennen. Meistens sei dabei auch die Jugend mit im Einsatz gewesen, wie er betonte. Auch in diesem Jahr stehe wieder einiges auf dem Programm, zumal die Freiwillige Feuerwehr ihr 145-jähriges Bestehen feiern kann.

In den Grußworten von Bürgermeister Paul Gruschka (FW) und Kreisbrandinspektor Wolfgang Heimpel kam noch einmal die Bedeutung der Kneippstädter Feuerwehr zum Ausdruck. Gruschka betonte, dass diese von der Bevölkerung sehr geschätzt werde und sie großes Vertrauen in sie habe. Die Bedeutung sei durch den Bericht noch einmal anschaulich demonstriert worden. Dass die Stadt hinter der Organisation stehe, sei für sie selbstverständlich und die Jugend sehe er als großes Plus für die Zukunft an. Wolfgang Heimpel hob die große Schlagkraft der Kneippstädter bei Großereignissen hervor und bezeichnete sie als „zuverlässigen Partner, auf den man jederzeit bauen könne.“

Zum Schluss der Versammlung ehrte die Feuerwehr verdiente Mitglieder.

Stolze 40 Jahre ist Franz Knoll dabei und jeweils 25 Jahre halten Stefan, Markus und Matthias Trommer der Kneippstädter Feuerwehr die Treue. Dafür gab es Ehrennadeln des bayerischen Landesverbandes.

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