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Tussenhausen

10.01.2020

Häuslebauer rund um Tussenhausen müssen sich gedulden

Bis in der Marktgemeinde Tussenhausen die Bagger für neue Baugebiete rollen können, dauert es noch. Grund sind Bedenken der Träger öffentlicher Belange.
Bild: Julian Leitenstorfer Photographie (Symbolbild)

Gegen die Ausweisung neuer Baugebiete bei Tussenhausen und Zaisertshofen gibt es Bedenken. Was die Gründe sind und was der Gemeinderat jetzt plant.

Der Marktgemeinderat Tussenhausen möchte in Zaisertshofen und Tussenhausen jeweils ein Baugebiet ausweisen. Was geplant ist und warum sich die Vorhaben verzögern.

Tussenhausen: Baugebiet "Gänsbichel"

Der Markt Tussenhausen will am nördlichen Ortsrand ein neues Baugebiet am „Gänsbichel“ ausweisen. Bei der Anhörung der Träger öffentlicher Belange zeigte sich die Regierung von Schwaben jedoch skeptisch. Wie aus ihrer Stellungnahme zu entnehmen ist, würde sie eine Bauverdichtung im Ortskern einem neuen Baugebiet vorziehen.

Demnach habe die Marktgemeinde im Hauptort und in den Ortsteilen großzügige Potenziale an Wohnbauflächen wie etwa Brachflächen, oder leerstehende Bausubstanzen. Die Regierung von Schwaben forderte die Gemeinde auf, im nächsten Verfahrensschritt zu begründen, warum die geplante Ausweisung notwendig sei. Die Gemeinde solle außerdem in Erwägung ziehen, verstärkt Mehr- anstatt Einfamilienhäuser zu ermöglichen.

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Bis zu 25 Häuser könnten im Norden von Tussenhausen entstehen

Die Marktgemeinde verwies ihrerseits in einer Stellungnahme darauf, sie habe auf Grundstücke im Ortskern kaum Zugriff. Sie plant laut Bürgermeister Johannes Ruf ein etwa 2,8 Hektar großes allgemeines Wohngebiet am nördlichen Ortsrand. Dort könnten bis zu 25 Häuser entstehen.

Das neue Baugebiet plant das Ingenieurbüro Tremel aus Augsburg, das in der Sitzung durch Planer Peter Nardo vertreten wurde. Der Marktrat nahm die vom Planer vorgelegten Gegenargumente an. Darin hieß es, die Marktgemeinde verfüge über keine eigenen bebaubaren Grundstücke im Innenbereich, und schon gar nicht in der benötigten Anzahl. Die Gemeinde sei gezwungen, auf bisher unbebaute Flächen im Außenbereich auszuweichen, um dem benötigten Wohnbauflächenbedarf gerecht zu werden. Weiter hieß es in den Gegenargumenten, das Plangebiet schließe an bestehende Bebauung an. Damit werde einer Zersiedelung der Landschaft entgegengewirkt. Die Größenordnung der geplanten Wohnbauflächen orientiere sich am bestehenden Bedarf an Wohnbauflächen.

Weitere Anmerkungen kamen etwa vom Naturschutz und dem Wasserwirtschaftsamt Kempten. Die Genehmigungsbehörde muss nun die Argumente abwägen. Das Thema wird den Marktrat also noch länger beschäftigen.

Zaisertshofen: Baugebiet "Alter Sportplatz"

Auch hier meldeten die Träger öffentlicher Belange Bedenken an. Die Naturschutzbehörde des Landratsamts steht unter anderem einem Abbruch des alten Sportheims kritisch gegenüber. Die Pufferflächen entlang der Flossach seien für Bäume, Sträucher und sonstige Bepflanzungen zu erhalten. Die bestehenden Gehölze müssten erhalten werden.

Die meisten Bedenken betrafen den Hochwasserschutz. So erklärte das Wasserwirtschaftsamt, der Geltungsbereich des Bebauungsplans befinde sich in der Gewässeraue der Flossach und im wassersensiblen Bereich. Im Vorhabensbereich direkt seien keine Überschwemmungsgebiete bekannt, bei größeren Hochwasserereignissen rechne man aber mit Überflutungen.

Entstehen durch Baugebiet in Zaisertshofen zwölf Bauplätze?

Der Marktgemeinderat beschloss deshalb, in einem 2D-Hydraulik-Modell eine Simulation durchführen zu lassen. Sie soll zeigen, wie sich Hochwasser auf den Bereich auswirken könnte. Das Modell ziehe die Genehmigungsverfahren in die Länge, sagte Bürgermeister Ruf. Er geht derzeit von zwölf Eigenheimen aus, die dort entstehen könnten.

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