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Mindelheim

08.06.2019

Hilda Sandtner war „spleenig, hochbegabt und grandios“

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Viel auf Reisen, sammelte die Kunstpädagogin Sandtner auch Werke ozeanischer, afrikanischer und europäischer Volkskunst. Ausgesuchte Objekte sind in der Ausstellung zu bewundern.

Die Mindelheimer Museen geben einen Überblick über das Leben und Werk Hilda Sandtners. Die Mindelheimerin war eine ganz außergewöhnliche Frau.

Hilda Sandtner war eine hartnäckige Verfechterin von Kunst auf höchstem Niveau, die besessen war von permanenter Vermittlung von Kreativität, eine Pädagogin, die Zeit ihres Lebens stets an die gestalterischen Kräfte im Menschen glaubte und versuchte, die bei ihren Studenten auch zu wecken“, so Bürgermeister Stephan Winter in seinem Grußwort bei der Eröffnung der Sonderausstellung „Hilda.“ in den Mindelheimer Museen.

Mehr als 200 Gäste aus den Bereichen Wirtschaft, Verwaltung, Schulen waren zur Eröffnung der Sonderausstellung gekommen, die im Jahr des 100. Geburtstages der international bekannten Künstlerin gezeigt wird. Zu sehen sind Kunstwerke wie auch Stücke aus der Sammlung der leidenschaftlichen Pädagogin, einer, wie es der Rathauschef formulierte „energiegeladenen Schwäbin und echten Mindelheimerin“. Wegen des überraschend kühlen Wetters wurde die Vernissage kurzfristig vom Colleghof in die Jesuitenkirche verlegt.

Dank an alle, die zur Sandtner-Ausstellung in Mindelheim beigetragen hatten

Kulturamtsleiter Christian Schedler dankte allen, – auch den zahlreichen Leihgebern – die zum Gelingen der Sonderausstellung „zur Erinnerung an eine spleenige, aber hochbegabte, ja grandiose Künstlerin“ beitrugen. Voll des Lobes war Schedler auch für Friederike Haber und Doris Wenzel, die sich, wie er sagte „intensiv mit Leben und dem künstlerischen Erbe der Stifterin des Textilmuseums befasst haben und bei der Auswahl der Objekte und der Gestaltung der Schau unglaublichen Einsatz zeigten und mit großartigen Ideen glänzten“.

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Die stellvertretende Leiterin des Kulturamtes und der Museen sowie die Chefin des Textilmuseums waren es denn auch, die den Gästen Einblicke in das künstlerische Leben und Schaffen von Professorin Hilda Sandtner vermittelten. Sie plauderten im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Nähkästchen und erläuterten das Konzept der Ausstellung. Hilda Sandtner habe Großes in den Bereichen Textilkunst und Druckgrafik geleistet. Ihre Glasmalerei (Kirchenfenster) sowie auch die Fastentücher in drei Unterallgäuer Pfarrkirchen seien Zeichen tiefer Religiosität der Kunstpädagogin. Getreu dem Motto „Arbeiten, arbeiten, arbeiten“ habe Sandtner auch riesige Wandbehänge und Mosaikwände geschaffen, so Haber.

Sandtner sammelte mehr als 17.000 Exponate, die heute teils im Mindelheimer Textilmuseum stehen

Bedauerlich, dass die Professorin in ihrer Heimat meist als Sammlerin verkannt wurde. Dass sie auch ganz anders konnte, davon zeugen unter anderem Dekor-Entwürfe für den renommierten Porzellan-Hersteller Rosenthal, der die vielseitig begabte Künstlerin in den 50er Jahren als „Neuentdeckung“ feierte. Nicht zuletzt würdigte die stellvertretende Museumsleiterin auch die Experimentierfreudigkeit und das untrügliche Gespür für Materialien und erinnerte: „Hilda Sandtners Lehrtätigkeit war eng mit ihrer Sammlung von mehr als 17.000 Exponaten verbunden, die den Grundstock für das von ihr gegründete Textilmuseum gaben. „Großartige Kunstwerke“, so Friederike Haber, „waren ihr ebenso viel wert wie einfachste Gebrauchsgegenstände.“

Für die passende Musik zur Ausstellungseröffnung sorgte zwischen den Grußworten das Akkordeon-Ensemble „Just air“ unter Leitung von Helga Knoll-Zettl.

Die Sonderausstellung „Hilda.“ in den Mindelheimer Museen ist noch bis Sonntag, 29. September, zu sehen.

Mehr über Hilda Sandtners Geschichte erfahren Sie hier: „Sie konnte es einfach“: Hilda Sandtners Lebenswerk

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