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Bad Wörishofen

16.08.2020

Historische Filmschätze für das Bad Wörishofer Kneipp-Museum

Für die Übergabe der Filmrollen trafen sich (von links) Michael Scharpf, Kurdirektorin Petra Nocker und Thomas Gindhart.
Bild: Veronika Heim

Plus Fünf historisch wertvolle Filmrollen übergeben. Die Inhalte gaben den Findern zunächst Rätsel auf.

Zur Übergabe von alten Filmrollen trafen sich Kurdirektorin Petra Nocker, Thomas Gindhart, Leiter der Sebastian-Kneipp-Schule sowie Michael Scharpf, Vorsitzender des Verschönerungsvereins und leidenschaftlicher Foto- und Filmsammler im Sebastian-Kneipp-Museum. Aufgetaucht war das Material in einem Stahlschrank im Keller der Sebastian-Kneipp-Schule. Da kein geeigneter Projektor mehr zur Verfügung stand und niemand so recht wusste, was auf den Rollen zu sehen sei, wandte sich Thomas Gindhart an Michael Scharpf.

Der Filmfan Scharpf war begeistert, weil die Aufnahmen bisher als verschollen galten

Und der war hellauf begeistert, denn was da auf einer Blechhülle mit Bleistift geschrieben nur rudimentär zu entziffern stand „…Pfarrer hilft…“ konnte nichts anderes sein, als die verschollen geglaubte Fernsehsendung von 1958 „Ein Pfarrer hilft Millionen“. Scharpf war schon seit Jahren hinter diesem Film her, forschte in zahlreichen Filmarchiven wie dem Bundesarchiv in Berlin, aber auch beim Bayerischen Rundfunk, leider immer Fehlanzeige.

Dass es eine Fernsehsendung mit diesem Titel überhaupt gab, entdeckte der Wörishofer bereits 2013 bei seinen Recherchen zum Spielfilm „Der Wasserdoktor“, zu dem er eine umfangreiche Dokumentation zusammengestellt hat.

Die Sendung über Sebastian Kneipp wurde 1958 ausgestrahlt

Ausgestrahlt wurde der informative und mit viel Humor gewürzte Beitrag am 26. November 1958. Da noch zahlreiche Wörishofer Haushalte nicht über einen eigenen Fernsehapparat verfügten, bot die Stadt eine öffentliche Vorführung an. Rund 200 Interessierte verfolgten knapp eine halbe Stunde lang das Geschehen auf einem kleinen Bildschirm, der auf der Bühne des Kurtheaters stand, sozusagen Public Viewing, bevor der Begriff dafür überhaupt erfunden war.

Eine leicht veränderte Fassung fand noch Eingang ins Vorprogramm der Kinos, ehe „Ein Pfarrer hilft Millionen“ dann in Vergessenheit geriet und offenbar nirgendwo aufbewahrt wurde.

Thomas Gindhart musste nicht lange überzeugt werden, dass dieser und weitere historische Filme, die sich mit Wörishofen und der Kneipptherapie befassen, im Sebastian-Kneipp-Museum am besten aufgehoben sind. Kurdirektorin Petra Nocker, in deren Verantwortungsbereich das Museum fällt, zeigte sich hocherfreut. Sie unterstützte gleichzeitig die Bemühungen Scharpfs, den mehrfach gerissenen und in Mitleidenschaft gezogenen Fernsehfilm zu digitalisieren und technisch zu verbessern.

Der Film wird auf der großen Leinwand im Wörishofer Kurtheater gezeigt

Nach Jahrzehnten besteht nun erstmals wieder Gelegenheit, unter anderem diese Rarität auf der großen Leinwand des Kurtheaters zu sehen.

Der Kur- und Tourismusbetrieb zeigt in Zusammenarbeit mit Michael Scharpf im Rahmen der Veranstaltungsreihe zu „100 Jahre Bad-Erhebung“ drei ganz besondere Filmraritäten, darunter ein Stummfilm von 1923, live begleitet vom Kurorchester, sowie Fernsehbeiträge aus den 50er und 60er Jahren (MZ berichtete).

Die Termine der Vorführungen: Freitag, 21. und Samstag, 22. August, jeweils 19.30 Uhr sowie Sonntag, 23. August, um 15 Uhr. Dann wieder am Samstag, 12. September, um 19.30 Uhr und am Sonntag, 13. September, um 15 Uhr. (mz)

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