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Hochbau im Unterallgäu

31.01.2018

Hitzköpfe im Klassenzimmer

Weil die Klassenzimmer auf der Südseite im Sommer zu heiß werden, will der Landkreis nun nachbessern.
Bild: Johann Stoll

Weil die Schüler der neuen Technikerschule hinter der Glasfassade nicht nur vom Lernen ins Schwitzen kommen, will der Landkreis nachbessern. Auch sonst investiert er in diesem Jahr eine Menge Geld in seine Gebäude

Vor drei Jahren ist die Burkart-Grob-Technikerschule in Mindelheim eröffnet werden – jetzt muss nachgebessert werden: In den vergangenen Jahren habe sich gezeigt, dass sich die Klassenräume auf der Südseite an heißen Sommertagen zu stark aufheizen, erläuterte Hochbauamtsleiter Anton Bartenschlager in einer gemeinsamen Sitzung von Kreis- und Bauausschuss. Bereits vormittags um 10 Uhr seien Temperaturen von 29 Grad gemessen worden, ab 14 Uhr kletterten sie teilweise über 32 Grad.

Entsprechende Bedenken hatte es bereits bei der Planung der Schule gegeben. Architekt Peter Kern hatte damals argumentiert, dass die Fensterflächen nach hinten gerückt seien und – neben einer Jalousie – auch von den Gebäudeelementen beschattet würden. Sollte es dennoch zu warm werden, könnte die Fußbodenheizung mit kaltem Wasser betrieben und so der Raum gekühlt werden.

Die Fußbodenkühlung scheidet aus

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Wie Bartenschlager auf Nachfrage der MZ erklärt, handelt es sich dabei jedoch um eine rein theoretische Möglichkeit. Das planende Ingenieurbüro habe sie auf keinen Fall empfohlen. Es sei nämlich zu befürchten, dass die Schüler lediglich kalte Füße bekommen, während ihnen über den Tischen nach wie vor die Hitze zu Kopf steigt. Auch eine zusätzliche Beschattung, nach der sich Kreisrat Josef Kerler (CSU) erkundigt hatte, ist laut Bartenschlager keine Lösung. Eine zusätzliche Markise gebe es zwar, doch sie kann auch nichts gegen die warme Luft ausrichten, die die Lüftungsanlage draußen ansaugt und dann in die Zimmer pustet. Würde man – wie von Rosina Rottmann-Börner (ödp/Bürger für die Umwelt) vorgeschlagen – die Lüftung an den heißen Tagen ausschalten, käme zwar weniger Hitze in die Zimmer, aber auch keine verbrauchte Luft mehr hinaus.

Abhilfe soll nun ein Kühlmodul schaffen, das die Zuluft um einige Grad herunterkühlt und den Landkreis rund 75000 Euro kostet. Wie Bartenschlager betonte, handele es sich nicht um eine komplette Klimatisierung der Schule. Eine Klimaanlage war während der Planung zwar diskutiert, dann aber verworfen worden. Sie nachträglich einzubauen, würde schon am Platz scheitern und die Kosten wäre auch nicht ohne: Der Hochbauamtsleiter schätzt sie auf „einige 100000 Euro“.

Handelt es sich um eine Fehlplanung?

Andreas Tschugg (JWU) erkundigte sich nach Erfahrungen mit dem Einsatz von Wärmetauschern. „Nicht, dass wir im nächsten Jahr die Folgen der Zugluft korrigieren müssen“, sagte er und Stefan Welzel regte an, bei neuen Gebäuden künftig nicht nur auf die Optik zu achten, sonder auch auf die Nutzung. Letztlich unbeantwortet blieb die Frage von Rosina Rottmann-Börner, ob es sich womöglich um eine „Fehlplanung“ handele.

Insgesamt will der Landkreis in diesem Jahr 3,6 Millionen Euro in seine Gebäude investieren. Geplant ist unter anderem eine Fluchttruppe an der Nordseite des Landratsamtes, die Bartenschlager inklusive aller Arbeiten und neuer, nach außen zu öffnender Fensterelemente auf rund 100000 Euro veranschlagt. Hintergrund sind die Brandschutzauflagen. Weitere 175000 Euro sind für den Abbruch des Hauses in der Bad Wörishofer Straße 37 und den anschließenden Bau von Parkplätzen eingeplant. Wie berichtet sollen auf dem Grundstück gegenüber Landratsamt und Kreisklinik 39 Stellplätze für Mitarbeiter entstehen.

Eine neue Küche für die Senioren

Die Generalsanierung des Schulzentrums in Bad Wörishofen ist zwar bereits abgeschlossen, schlägt heuer aber noch mit Restzahlungen in Höhe von 15000 Euro für die Berufsschule und 404000 Euro für das Schülerwohnheim zu Buche. An der Staatlichen Berufsschule in Memmingen soll außerdem die Turnhallenbeleuchtung für 80000 Euro auf LED-Technik umgestellt werden. Die bisherige stammt von 1982 und allmählich, so Bartenschlager, ließen sich kaum noch Ersatzteile beschaffen. Die neuen Lampen sparen ihm zufolge 50 Prozent CO2 ein. Zudem sei mit einer staatlichen Förderung in Höhe von 17000 Euro zu rechnen.

Größter Ausgabeposten ist schließlich die Sanierung der Küche im Kreis-Seniorenwohnheim Türkheim über die auch die Bewohner des Seniorenheims in Bad Wörishofen verköstigt werden. Sie ist inzwischen 37 Jahre alt und soll für 1,5 Millionen Euro komplett überholt werden – inklusive der Lüftungsanlage sowie der Kälte- und Elektrotechnik. Gebaut werden soll von April bis Ende August. So lange beziehen die Bewohner ihr Essen aus dem Kreis-Seniorenwohnheim in Babenhausen.

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