1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Hoffnungsträger aus Argentinien

Kirche

15.03.2013

Hoffnungsträger aus Argentinien

Copy%20of%203ai83149.tif
10 Bilder
Menschen aus aller Welt setzen ihre Hoffnungen in den neuen Papst Franziskus. Auch im Unterallgäu gibt es zahlreiche Wünsche.

Was sich die Unterallgäuer vom neuen Papst Franziskus erhoffen

Unterallgäu Die Wahl des Argentiniers Bergoglio zum Papst war für die meisten Gläubigen eine große Überraschung. Franziskus ist der erste Papst, der nicht aus Europa kommt, die Erwartungen an ihn sind hoch. Wir haben uns bei Geistlichen in der Region und bei Passanten in Mindelheim umgehört und wollten wissen, was sie vom neuen Papst erwarten.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

lDekan Andreas Straub, Mindelheim: „Die schnelle und für viele Gläubige überraschende Papstwahl sehe ich als ein ermutigendes Zeichen, auch als Beweis für das Wirken des Heiligen Geistes in der Kirche. Dass die Wahl auf Jorge Mario Bergoglio, den Erzbischof von Buenos Aires fiel, ist doch wohl eine Sensation. Und tatsächlich: Das neue Oberhaupt der katholischen Kirche setzt nicht nur durch seine Herkunft, sondern auch durch seine Namenswahl und als Ordensmann sicher neue Akzente. Bereits bei seinem ersten Auftritt flogen ihm die Herzen der Menschen zu. Unser Gebet möge den neuen Pontifex begleiten und ihm Kraft geben für seinen Dienst und die großen Aufgaben, die vor ihm liegen.“

lClaus Förster, evangelischer Pfarrer, Türkheim: „Für mich ist die Wahl eines Papstes aus Lateinamerika überraschend. Man darf gespannt sein, ob und welche Veränderungen er in der katholischen Kirche erreicht. Ich würde mir jedenfalls wünschen, dass er auf die evangelische Kirche zugeht und die Ökumene an Gewicht gewinnt.“

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

lThomas Maria Rimmel, Stadtpfarrer Bad Wörishofen: „Das Konklave in Rom hat bestätigt, dass die Kardinäle den Papst zwar wählen, der Heilige Geist ihn aber auswählt. Franziskus ist eine echte Überraschung des Heiligen Geistes. Was mir an dem neuen Pontifex besonders gefällt ist seine einfache und herzliche Art. Innerlich hat mich sehr berührt, als sich der neue Papst bei seiner ersten Ansprache vor den Gläubigen verneigte und sie aufforderte, für ihn zu beten, bevor er sie segnete.“

Simone Hampp, Schöneberg: „Ich erhoffe mir vor allem, dass der neue Papst Reformen einleitet, zum Beispiel beim Zölibat. Auch das Thema Verhütung sollte nicht totgeschwiegen werden. Wir leben im 21. Jahrhundert, aber die Kirche hat zum Teil Ansichten, die aus einer ganz anderen Zeit stammen. Franziskus sollte für viel mehr Weltoffenheit sorgen. Meistens werden aber nur die eher Konservativen zum Papst gewählt, daher sind meine Erwartungen nicht so hoch.“

lAlfred Schaur, Mindelheim: „Das Konklave war für mich überraschend kurz, aber Jorge Mario Bergoglio hat auf mich gleich einen guten Eindruck gemacht. Er wird seine Sache schon gut machen und vielleicht auch andere Akzente setzen als Benedikt XVI. Persönlich wäre ich für eine Abschaffung des Zölibats, aber das wird wohl bleiben. In Sachen Ökumene funktioniert die Zusammenarbeit der Kirchen zumindest in Mindelheim aber schon sehr gut. Dass es in dieser Hinsicht Reformen braucht, glaube ich nicht.“

lFlorian Kastenmeier, Mindelheim: „Die Wahl von Franziskus wird wahrscheinlich keine große Veränderung bedeuten, vielleicht eher sogar eine Verschlechterung zu Benedikt, mit dem ich sehr zufrieden war. Sein Rücktritt war ein Schritt in die richtige Richtung. Auch bei Päpsten muss so etwas möglich sein. Ich hätte mir jedoch einen jüngeren Nachfolger erhofft, zum Beispiel gab es ja einen Kandidaten aus dem asiatischen Raum, der erst 55 ist. So hätte es vielleicht neue Impulse gegeben. Dass er sich als Erster Franziskus nennt, finde ich einen mutigen Schritt. Ich denke nicht, dass jetzt alles komplett reformiert werden sollte, aber ein Umdenken sollte es geben. Im Grunde muss die Kirche zukünftig noch weltoffener werden.“ Julia Kastenmeier fügt hinzu: „Die katholische Kirche sollte vor allem auch darauf schauen, dass sie für jüngere Leute attraktiv bleibt. Bisher ist vieles zu konservativ und sorgt dafür, dass sich die Jugend zum Teil abwendet.“

Robert Köhler, Waltenhausen: „Ehrlich gesagt, erwarte ich keine großen Veränderungen durch Franziskus. Das ganze System ist eingefahren. Ich hatte auch nicht viel anderes erwartet, die Unterschiede in den Positionen sind sehr gering. Ich würde vom neuen Papst fordern, dass beispielsweise Frauen in der Kirche mehr berücksichtigt werden. Auch beim Kampf gegen Aids sind mir die Positionen oft unverständlich.“

Zenta Köhler, Waltenhausen: „Die evangelische und katholische Kirche sollten in Zukunft stärker zusammenwachsen. Ob Papst Franziskus in dieser Hinsicht etwas tun wird, bleibt abzuwarten. Immerhin ist es schon gut, dass zum ersten Mal ein Kardinal aus Südamerika gewählt wurde. Als seine Aufgabe sehe ich auch, dass er die Kurie reformieren sollte. Sonst verliert die Kirche womöglich weiter ihre Mitglieder.“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren